Ein Sack voll Hühnergötter als Abfallprodukt einer ebenfalls erfolgreichen Donnerkeiljagd

Da wir schon so lange nicht mehr in Dänemark waren und auch die Makrelenpastevorrätte endgültig erschöpft waren, zudem für Rostock gestern Regen am Nachmittag angesagt war UND zwei Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde lagen (dabei dieses Jahr erstmalig die äußerlich vollkommen umgestaltete Empress), sind wir mal wieder auf die Fähre gerollt und haben nach Gedser rübergemacht. Unsere inzwischen erstklassigen Kenntnisse sowohl der Gegebenheiten an Bord sowie der Wetterverhältnisse bescherten uns optimale Plätze achtern für die Überfahrt. Drüben ging es zunächst stracks in den DagliBrusen zwecks Erwerbs einiger Tuben Makrelenpaste sowie dänischer Biobutter, anschließend auf den Zickzackkurs zur Südostspitze von Falster (Danmarks sydligste punkt: Gedser Odde). Dort befindet sich ein leerstehendes vermutlich Ausflugslokal und eine imposante, andererseits nicht mit der Algarve vergleichbare Steilküste. Hühnergötter gab es wie Sand am Meer, Sand dafür eher weniger. Und unter manch weggeschobenem Tanghaufen fand sich der ein oder andere Donnerkeil, selbst ich habe auch einen gefunden, meinen allerersten selbstgefundenen! Beute: 3 3/2 Donnerkeilse, 23 Hühnergötterse. Der vordere Gepäckträger und auch die Vorderachse sind nun durchgetestet, was die Belastbarkeit angeht. Bald lassen die uns wahrscheinlich nicht mehr einreisen in Dänemark, wo wir denen die ganzen Steine abziehen…

Bei der Rückfahrt dann die Begegnung mit der auslaufenden Arcadia, auf die wir außerhalb von Molen und Seekanal warten mussten und der wir also eine halbstündige Verspätung zu verdanken hatten. So sind wir nicht trocken nach Hause gekommen, aber die wohnortnahe Lage des Überseehafens verhinderte Schlimmeres.

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Marielyst reloaded

Weil es uns letztes Jahr zu Pfingsten so gut in Marielyst gefallen hat, haben wir dieses Jahr die Lage des Ersten Mais für ein verlängertes Wochenende in Dänemark genutzt. Diesmal nicht in jenem in die Jahre gekommenen Hotel, sondern in einem Ferienhaus.

Urlaubstage auf Falster haben nur Vorteile:

Man hat eine schöne Anreise mit dem Dampfer. Idealerweise startet man vormittags mit Nordwind in Rostock, so dass man achtern herrlich windstill in der Sonne sitzen kann. Noch netter, wenn man auf nette Personen trifft, die trotz der immer noch niedrigen Temperaturen bis Malmö mit dem Rad fahren wollen.

Man fährt eine wunderschöne 15-km-Tour entlag kleiner Gehöfte und Dörfer. Inzwischen kennen wir sie schon (Gedser-Gedesby-Skelby-Bruserup-Marrebaek), es gibt aber trotzdem auch immer wieder etwas zu entdecken. Zum Beispiel einen Autotürensammler (ca. 12 Stück, sah nach identischen Modellen aus), der zudem seinen Garten mit dem Heck einer uralten S-Klasse und einer weiteren weitgehend ausgehöhlten, karosseriemäßig ansonsten aber noch kompletten S-Klasse geschmückt hat.

In Dänemark ist immer schönes Wetter. Nicht unbedingt warm (die ersten beiden Tage quälte uns ein hartnäckiger Ostwind), aber die Sonne schien und wenn man windgeschützt war, konnte man sich gefährlich nahe an einen Sonnenbrand navigieren.

An Marielystens Strand, der auch 2012 wieder Dänemarks bester Strand war, gab es eine Hühnergötterschwemme. Wenn man einem Verdachtsobjekt noch den Sand aus dem Loch pustete, entdeckte man unten schon den nächsten. Irgendwann haben wir uns nur noch nach den bereits von oben eindeutig als gelocht eingeschätzten Steinen gebückt.

Strand und anschließende Dünenlandschaft sind meist weitgehend menschenleer.

Mitten in dem riesigen Ferienhausgebiet leben die interessantesten Tiere. Fasane gibt es in einer solchen Menge, dass der Kapitän beim nächsten Mal am liebsten die Flinte mitnehmen würde. Auch ein weibliches Exemplar wurde gesichtet, den Ruf haben wir auch häufig gehört. Einmal fuhren wir eine ganze Weile hinter einem Hasen her. Eines Tages fuhr ein uns entgegenkommendes Auto einen Rehbock an, glücklicherweise hatte sich dieser nicht verletzt, sondern entschwand nach ein paar Schreckminuten mit Kopfkino (Notschlachtung? Wie?) auf dem nächstgelegenen Grundstück. Am nächsten Tag sahen wir auf einem Nebenweg eine Ricke, die uns eine Weile anstarrte und dann unvermittelt und aus dem Stand über den benachbarten, ca. 1,30m hohen Zaun hüpfte. Dazu noch die ganzen verschiedenen Vögel. Amseln, na klar, die unvermeidlichen Möwen, Krähen, Tauben, Spatzen, Elstern, große und kleine grüne und rote Vögel, aber auch einen Habicht haben wir mehrmals am Rande des Vogelschutzgebietes gesehen. Zudem eine Eidechse (!). Ja, wir waren an der Algarve und sahen keine einzige, und nun muss man in Dänemark nicht nur darauf aufpassen, keine Rehe zu überfahren, sondern auch auf Eidechsen achten. Erfreulicherweise gab es (noch) keine Mücken, aber Hornissen, Wespen und vor allem Hummeln.

Die Dänen sind entspannt. Niemand tadelte uns dafür, dass wir verbotenerweise auf dem Deich Fahrrad fuhren. Oder uns an einem windgeschützten Platz in den Dünen aalten. Nach unserer Ankunft erschien eine entspannte Dänin auf unserer Terrasse und berichtete, dass das Auto, das auf unserem Grundstück stand, ihres sei und dass sie nebenan wohne (wir hatten uns zwar wegen des Autos gewundert, da wir den Platz aber nicht brauchten, auch nicht weiter interveniert). Also teilte ich ihr mit, dass uns das Auto nicht störe und dass sie es stehenlassen könne, da wir mit Fahrrädern bewaffnet seien. Am nächsten Tag benötigten wir eine Axt. Die Nachbarin konnte uns eine leihen, die wir dann später an ihre Schuppenwand lehnten, da keiner zuhause war, und am nächsten Tag erneut lahen (was der nicht unbedingt 100%ig als Wachhund geeignete Hund widerspruchslos gegen ein paar Streicheleinheiten geschehen ließ). Keiner schimpfte, als wir mit dem vergleichsweise nassen Holz aus der Kaufhalle mächtig Dampf machten. Als wir an einem gekauften Handtuch erst zuhause einen gezogenen Faden entdeckten (Ferienhaus ist nicht gleich Hotel :-/), gab es keine Probleme beim Reklamieren, obwohl das bunte Streifenhörnchen in einem auch hierzulande beheimateten Discounter erworben wurde. Auf den Straße grüßen sich Radfahrer und Fußgänger. Ach, es ist ein freundliches Land.

In Dänemark gibt es bereits Anfang Mai schon dänische Tomaten. Bei uns gibt es nur niederländische.

Makrelenpaste.

Die Rückfahrt verbringt man bei einer schönen Dampferfahrt. Da nun im Heck wegen des Südkurses keine Sonne scheint, ist ein West- oder Ostwind für die Passage günstig. Dann kann man sich in Lee positionieren. Idealerweise vormittags Westwind, dann ist die Sonne auf der Backbordseite. Nachmittags besser Ostwind. Steuerbord ist vor allem beim Einlaufen schön, wenn tolle Schiffe in Warnemünde liegen. In unserem Fall die Queen Elisabeth. Größenmäßig in einer Liga mit der Celebrity Eclipse/Constellation, aber dennoch viel schöner. Sieht wenigstens nach einem richtigen Dampfer und nicht nach einem sich in Marzahn losgerissen gehabten Plattenbau aus.

Südwind am Abreisetag ist jedenfalls enorm fatal, vor allem wenn man noch nicht gefrühstückt / sich spontan für eine frühere Fähre / das gesamte Gepäck allein aufgeladen hat. Die Ankunft am Dampfer war eine sprichwörtliche Punktlandung.

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Regen!

Was für ein tolles Geräusch! Vor allem im Gegensatz zur Lautlosigkeit des Schnees. Die an sich natürlich auch toll WAR.

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Startwoche

Fängt gut an – Montag ist Feiertag. Zeit, um sich auf die anstrengende Arbeit vorzubereiten. Die Sonne brennt (zumindest auf dem Balkon und im dicken Fleece). Dann der Dienstag. Morgens sollte eine Patientin poststationär erscheinen, sie tat aber nicht so. Zum Glück ist genug anderes zu tun. Für einen Artikel wurde eine Major Revision angeordnet. Schreck! Dann Begutachtung der sogenannten Major Revision. “Das Wort xxx gibt es nicht. Höchstens yyy. Der Satz ist grammatikalisch falsch. Manuskript bitte noch einmal von einem native speaker durchsehen lassen. Die Nummern der Referenzen gehören hinter Punkt und Komma. Die Zahlen müssen Dezimalpunkte haben, nicht Kommas. Erklären Sie EDSS 3.5 und 4.0. Führen Sie Abkürzung EDSS ein. Gehen Sie auf blasülz näher ein, warum ist das so? Erklären Sie t-test, U-test.” Na, wenn das ‘ne Major Revision ist, dann will ich nicht wissen, was bei dem Reviewer ‘ne Minor Revision ist. “Setzen Sie auf Seite 4, Absatz 2, Zeile 5, nach dem 5. Wort ein Komma. Oder einen Punkt. Tun Sie irgendwas!” Machbar und bei geteilter Erstautorenschaft muss man ja nicht mal alles alleine machen. Der Nachmittag gehört einem anderen Paper, Projekt X, begonnen vor mehr als einem Jahr, ein Tochterprojekt ist längst publiziert, die letzte Version stammt vom 15.01.2013, davor wurde es beim Nervenarzt völlig unverständlicherweise rigoros abgelehnt. Und nun plötzlich überarbeitet und neu eingereicht! Aufn Plautz! Niemand unterschätze die kreative Schaffenskraft direkt nach einem Urlaub, wenn logistischerseits nachvollziehbar nur wenige bis keine Patienten angemeldet sind! Am nächsten Morgen dann wieder ein poststationärer Patient. Dieser erschien. Ein Riesenbaby kurz vor einer Biopsie. Die begleitende Ehefrau von freundlichem Wesen und schrillem Äußeren. Pink meets rot meets lila. Gestern Studenten. Dieses Mal an Neurologie interessiert. “Sie waren ja nun in dieser Woche auch auf Stationen bei uns. Hat Ihnen das gefallen?” Heftiges Nicken. Viele Fragen. Gute Flachserei. Nur am Ende der Wermutstropfen: “Liebäugelt jemand von Ihnen denn mit der Neurologie?” Einige nicken, einer sagt sogar, “ja, sehr”, “Und? Hier bei uns in Rostock?” Student, erschrocken: “Das ist ja noch mehr als zwei Jahre hin, so konkret ist das noch nicht!” Ich: “Zwei Jahre, das geht doch schnell!” Frecher Student: “Naja, wenn man jung ist, ist das noch ziemlich lange hin.” Stunde beendet. Artikelchen revidiert. Am Ende: Wo ist der überarbeitete Artikel hin? Geöffnet aus Mailprogramm. Aus Unachtsamkeit im Standardordner, also irgendeinem versteckten Mistkerl namens “Temp” gespeichert. Ordner nicht auffindbar (nein, auch nicht über die Suche, auch nicht die Datei selbst). Resigniert (Dann mach ich halt alles nochmal, wenigstens ausdrucken hätte ich das Biest ja können!) Altartikel ernaut aus Mailprogramm geöffnet. Erstmal abspeichern. Siehe da, da ist ja die aktuelle Version. Wie komm ich da ran? Dateipfad anschau. Interessanterweise gibt es diesen Dateipfad in Wirklichkeit nicht. Ein Rätsel des unter der Kuratel des strengen EDV-Regimes einer Uniklinik stehenden Rechners, das er auch nicht herausgerückt hat. Die letzte Fassung des Artikels habe ich trotzdem noch irgendwie bekommen. Heute vormittag zwei Patienten. Besondere Genugtuung insbesondere ggü. dem Oberarzt, der mir erst heute morgen (vorwurfsvoll: Ich habe Sie schon versucht anzurufen) persönlich eine Patientin in Vorbereitung einer fraglichen Tiefenhirnstimulation angedreht hat, bereits in der nachmittäglichen Klinikkonferenz den fertigen Befund zu überreichen (Oh, es gibt schon einen Befund!). Und damit das Wochenende verdient. Vier Tage Arbeit reichen eigentlich wirklich gut aus. Aber der nächste Urlaub kommt ja.

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Salema

Einst ein Fischerdorf. Wild und schön. Leider haben auch hier schon erste Appartementanlagen Anker geworfen. Hoffentlich wuchert das nicht zu, so wie in Albufeira oder Portimao.

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Am Ende der Straße direkt der Strand. Und die Fischerboote.

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Der Blick nach oben – die Straße schlängelt sich am Hang entlang den Berg nach oben.

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Ein Durchgang zum Meer.

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Das Meer persönlich.

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Angelalarm. Weiter hinten hätte man wohl auch Dinosaurierspuren bestaunen können, aber bei Flut muss man so dicht am Kliff gehen, das haben wir dann doch besser unterlassen.

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Authentisch portugiesische Angelei.

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Noch einmal Meer und Fischfanggerät.

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Portugal rulez heftig!

Ich war vor mehr als zehn Jahren schon mal in Portugal, der Kapitän bislang noch nicht. Diesen misslichen Umstand wollten wir tilgen. Zudem, ich erwähnte es bereits, diente der Urlaub eigentlich der Abkürzung des ohnehin deutlich zu langen Frühlingserwartens. Das ist zwar gescheitert, aber der Urlaub war natürlich trotzdem wunderbar.

Zum einen bestätigte sich die in meiner Erinnerung so abgespeicherte ausgesprochen freundliche und zugewandte Mentalität der Portugiesen bei gleichzeitiger vornehmer Zurückhaltung. Verständigung war in den meisten Fällen dreisprachig problemlos gemischt möglich. Also wir versuchten portugiesisch, die portugiesische Antwort haben wir meist nicht verstanden, dann wurde deutsch oder englisch angeboten. Ich habe mich aber sehr darüber gefreut, dass unsere portugiesische Gehversuche nicht gleich mit konsequentem englisch- oder deutschsprechen geblockt wurden.

Dann: lecker Essen. Vor allem aus dem Meer. Höhepunkt: Gegrillte Sardinen auf einer Klippe über dem Atlantik an der alentejanischen Küste. Unten Strand und brüllender Ozean. Oben zwar Wind, aber Klima lässt insgesamt Draußensitzen zu. Drinnen sitzt die Belegschaft beim Mittag, bei Wein, Weib und Gesang und Fisch wird geschlemmt. Unser Koch genehmigt sich noch einen Kaffee und ein Schäpsken, bevor er unsere Sardinen fertiggrillt und uns persönlich herausbringt. Dann schaut er uns beiläufig von drinnen dabei zu, wie wir unsere Sardinen mit Messer und Gabel fein säuberlich an der Mittellinie aufsäbeln und dann versuchen, das Fleisch von den Gräten abzupulen. Keine fünf Minuten später steht er draußen bei uns und erklärt uns das Essen von Sardinhas grillados á la portugiesas (“I won’t touch anything you will eat”), indem er dem Kapitän eine Sardine abnimmt und ihr eigenhändig mit einer guten Begründung das Fell über die Ohren die Haut vom Fleische zieht (“When you take your wife to the room, you have to make her naked”). Anschließend wird die Sardine ohne weitere Zuhilfenahme des Bestecks verspeist. Besteck benötigt man nur für den Verzehr der Beilagen, die einfacher (und leckerer) nicht sein können: Salat bestehend aus Salat, Tomate, Zwiebel (eingenhändig anzumachen mit Olivenöl, Essig sowie Salz und Pfeffer) und ebenfalls gegrillten kleinen Kartoffeln. Köstlich! Der Kapitän bekam dann fast noch Ärger mit dem Koch, weil er keinen Rotwein zum Fische trank (“Tell the police, you come from Gabriel, then you have no problem”).

Presunto. Schinken gewordenes Manna. Manna! Sardinenpaste, gerne mit Piri-Piri. Kleine Käse aus Ziegenmilch. Brot, Butter, Sardinenpaste als Vorspeise, um die Wartezeit zu verkürzen. Überall leckere und meist auch noch außerordentlich preiswerte Hausweine. Tomaten und Zwiebeln zum Frühstück. Olivenöl. Weißweinessig. Piri-Piri-Sauce.

Im Reiseführer lasen wir, dass der Meia Praia (“Halbstrand”) beliebt bei Muschelsammlern sei. Vor Ort stellten wir fest: Zu Recht! Folge davon: kiloweise nach Hause geschleppte Muschelberge. Daheim mussten dann die langweiligen, gewöhnlichen Muscheln wieder aussortiert werden. Diese setzten wir dann in einer feierlichen Zeremonie relativ unspektakulär in Burgau wieder aus, so dass in zukünftigen, schlecht recherchierten Reiseführern vielleicht der Satz zu finden sein wird, dass sich Burgau unter den Muschelsammlern zu einem echten Geheimtipp entwickelt habe.

Das Wetter verwöhnte uns auch dort nicht unbedingt, kein Portugiese verabsäumte es, uns darauf hinzuweisen, dass es normalerweise an der Algarve um die Zeit niemals so kalt und bedeckt sei, üblich seien bis zu 25° Celsius. Aber bei Temperaturen, die bis zu 20°C über den aus Rostock berichteten lagen, konnten wir uns nicht beschweren. Den Sonnenbrand hole ich mir nun wohl aber doch eher auf dem heimischen Balkon (freilich nur im Gesicht bei ansonsten von Polartec Fleece 300 isoliertem Restkörper). Baden war auch nicht, wenn es von Wind her passte, waren die Gezeiten und ihre Strömungen nicht wohlgesonnen, oder umgekehrt. Füße reinhalten ging aber wohl.

Was hilft am besten gegen Flugangst? In einem Airbus A-321 zu fliegen und sich dann ausgerechnet auf die Sitze am Notausgang zu plazieren, wo die Stewardess während Start und Landung umgekehrt zur Fahrtrichtung und angeschnallt wie in einem Ralleyauto Platz nimmt. Quasi auf deren Schoß sitzend. Da Stewardessen auch während Start und Landung ausgesprochen freundliche Personen sind, kann man sich schnell in ein Gespräch verwickeln lassen und bekommt die schlimmsten Kurven sowie den Landeanflug gar nicht richtig mit. Zudem kann man sich, solange die Stewardess nur ihre kundigen Kontrollblicke in die Kabine wirft, ansonsten aber keinerlei Unruhe spüren lässt, vielleicht doch einigermaßen sicher fühlen.

Der nächste Urlaub geht aber doch mit Schiff und Fahrrad nach Dänemark. In vier Wochen :-D .

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Meie Praia, der Strand der Muschelsucher. Hier muss man, sofern man mit Flugzeug und entsprechender Gewichtsregelementierung abzureisen vorhat, liegenlassen können.

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Ein von außen vollgekacheltes Haus im Zentrum von Lagos. Kacheln (ajeizulas* oder so ähnlich) spielen hier neben der vollweißen Verputzung eine große Rolle bei der Außengestaltung der Häuser.

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In Lagos blühtete es, dass es nur so eine Freude war. Im Hochsommer siehts hier sicher ganz anders aus.

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Eine einsame Pinie über einem der vielen Kliffe hier.

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Ponta da piedade (oder so ähnlich, das is’ ausm Kopp). Leuchtturm und ein Kap der Fischerhoffnung – wer hier bei Sturm herum ist, so heißt es, sei schon so gut wie sicher im Hafen von Lagos eingetroffen.

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Das ist dann unten drunter unterm Kap der Schnack – hier legen auch Ausflugsboote an. Man fragt sich nur, wie?

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Neue botanische Entdeckung: Agaven heißen an der Algarve selbstredend Algarven. Ist doch logisch.

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Die nicht unimposante und in der Saison sicher überfüllte Stadt Lagos leistet sich eine Freiwillige Feuerwehr. Mit modernstem Gerät, hier im Bild eine original Magirus-Deutz Drehleiter. Trotz oder wegen Freiwilligkeit lungerten eigentlich immer Feuerwehrleute vor dem Gebäude herum. Immerhin: Die Straße heißt “Rua de Bombeiros Voluntarios de Lagos” oder so ähnlich, also Straße der Freiwilligen Feuerwehr von Lagos. Wobei Bombeiros auch einfach ein einwandfreier Begriff für Feuerwehr ist.

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Im Hafen von Sagres. Lauter Körbe, mit denen Krabben gefangen werden.

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Fast am südwestlichen Ende Europas: Mittelmeeratlantik und Atlantikatlantik treffen aufeinander und machen Quatsch.

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Die angebliche Windrose der angeblichen Seefahrerschule Heinrichs des Seefahrers in Sagres. Eine Windrose ist es wohl nicht, eher eine Art Sonnenuhr. Oder auch nicht. Wer weiß das schon? Jedenfalls im Vordergrund eine Miniatur der Windrose.

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Stairway to heaven? Jedenfalls eine weitere, im Kern inzwischen gesperrte Fortaleza nahe Sagres.

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Unterhalb der geangelt wird, was das Zeug hält. Da kennen die Portugiesen gar nichts. Unterhöltes Kliff, gefährlicher Abstieg, schlechtes Wetter: Am besten angelt es sich an den richtig gefährlichen Plätzen.

*Azulejos heißen die Biester

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Oh Winter :-/

Okay, der Plan, nach einem zehntägigen Aufenthalt an der portugiesischen Algarve direkt in den norddeutschen Frühling zurückzukehren, ist gescheitert. Auch Winterjacke und Stiefel müssen wohl, im Gegensatz zu der vor dem Urlaub geäußerten Prophezeiung (im Nachhinein wohl mehr ein frommer Wunsch) weiterhin herhalten. Daher, bevor hier irgendwelche Bilder aus dem Süden fatale Sommersehnsucht auslösen, kommen hier zunächst noch ein paar wunderschöne Winterbilder von der Ostseeküste:

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Der* frisch renovierte Kronprins Frederik.

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Und die von ihm erzeugte Welle.

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Immerhin gabs dann auch endlich mal Sonne, nachdem der Winter ja insgesamt furchtbar dunkel war.

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Den Möwen ist es gleich.

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Nein, keine Erinnerung an einen vergangenen Saharatrip, sondern Verwehungen am Strand von Warnemünde.

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Ebenso.

* Natürlich heißt es “die” Kronprins Frederik. Im häuslichen Sprachgebrauch heißen aber die beiden dänischen Fähren zusammengefasst einfach “die Prinsen” und somit auch “da hinten schleicht sich ein Prins heran”.

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