* * * *

WELT-MEIS-TER!!!!

Da isser, der Titel.

Ich habs Euch ja gleich gesagt. Von Anfang an war ich mir, anders als bei vorangegangenen Turnieren, unendlich sicher, dass das diesmal klappt.

Die Spiele, die ich in der Vorrunde sah, haben mich eher noch bestätigt. Man muss auch gegen schwierige Mannschaften bestehen, so wie Ghana und Algerien, überraschend dabei war höchstens, dass Algerien deutlich schwerer zu knacken war als Brasilien. Gerade das Spiel gegen Brasilien wurde dann immer als Landmarke dafür herangezogen, dass es für den großen Wurf auch diesmal nicht reichen werde – schließlich sei die brasilianische Mannschaft vollkommen paralysiert gewesen. Ja, das muss man aber auch erstmal schaffen! Angesichts der desolaten Leistung auch im kleinen Finale muss man sich allerdings schon fragen, wie es diese Gurkentruppe überhaupt ins Halbfinale geschafft hat. Das kann doch nicht allein an Neymar gelegen haben, der ja am Sonnabend wieder sehr putzmunter in der coaching zone unterwegs war, um dann später bei der Pressekonferenz den sterbenden Schwan zu geben. Der Verdacht, die Brasilianer sind mehr oder weniger von den Unparteiischen in die K.O.-Runde getragen worden, hat jedenfalls dann doch noch einmal neue Nahrung erhalten.

Überhaupt die Schiedsrichter – auch gestern wieder eine unterirdische Leistung mit einem ungepfiffenen Foul, das eine Gehirnerschütterung (!) und die nachfolgende Auswechslung von Kramer zur Folge hatte. Und das war nur der Auftakt einer Reihe von Fehlentscheidungen, vor allem der in der ersten Hälfte vergleichsweise ungerechtfertigten gelben Karten, wenn man sich die ungepfiffenen argentinischen Fouls in der zweiten Hälfte anguckt. Man hatte fast den Eindruck, dass der Schiedsrichter immer erst wartete, bis er die Rückennummer sehen konnte – hatte der Foulende bereits gelb, blieb es bei einer Verwarnung. Eigentlich hätten die Argentinier schon in der ersten Hälfte nurmehr mit 10 Mann auf dem Platz stehen dürfen. Das Foul an Schweinsteiger – unterirdisch. Dafür muss der Spieler sofort rot sehen. Umso beeindruckender, wie Schweinsteiger sich mal eben am Spielfeldrand nähen lässt und wieder zurückkehrt, als sei nix gewesen.

Die harten und dabei erstaunlich wenig geahndeten Fouls sind sicherlich eine der unschöneren Erinnerungen an die WM. Dabei gibt es klar definierte Kriterien zum Schutz der Spieler. Wieviele in Kopfhöhe gestreckte Beine ich ungepfiffen gesehen habe, kann ich gar nicht sagen. Dafür wird dann diskutiert, ob Neuer gestern ein Foul begangen hat, wobei doch eher der argentinische Spieler niemals derart auf Neuer gehen darf, der gerade den Ball spielt. Gerade der spezielle Schutz der Torwarte im 16er und dann auch nochmal extra im 5er wurde häufig von den Unparteiischen unterlassen. Gefühlt war es die WM mit den wenigsten Karten und Platzverweisen, obwohl das rein von den gesehenen Fouls und Unsportlichkeiten überhaupt nicht sein kann. Andererseits gab es zuhauf sehr schön anzusehende sportliche und faire Szenen, insbesondere das Verhalten der deutschen Mannschaft nach dem Sieg gegen Brasilien ist hier zu erwähnen, oder der Gegenspieler von Mascherano, der den taumelnden, kurzzeitig weggetretenen Verteidiger auffängt.

Um mal einen Tweet von gestern zu mopsen: Ihr seid jetzt zwar Papst, aber wir Weltmeister ;-) ich freue mich für die Nationalmannschaft, sie hat lange und hart dafür gearbeitet und hat sich diesen Titel redlich verdient, nicht nur in Zusammenschau der vergangenen Jahre, sondern auch bei genauer Beschau des Turniers. Es war nicht ein schlechtes Spiel dabei, und vor allem musste man glücklicherweise auf die früher häufig zu sehende Verzagtheit im Angesicht sogenannter Angstgegner verzichten. Ich denke, aktuell ist die deutsche Nationalmannschaft für die meisten Fußballnationen der Angstgegner, und damit ist der Titel natürlich auch hochverdient!

Fast noch mehr als über den Gewinn der Weltmeisterschaft freue ich mich darüber, dass die Mannschaft wieder in Berlin zurückkehrt und nicht etwa im Dorf Frankfurt, nur weil dort der DFB sitzt und ein paar Funktionäre nun ausprobieren müssen, wie man von FFM nach Berlin kommt ohne Hauptstadtflughafen. Eine siegreiche Nationalmannschaft hat in der Hauptstadt empfangen zu werden und sonst nirgends. Berliner, feiert die Jungs und Mädels dann anständig!

Einziger Wermutstropfen: Wir brauchen neue Trikots. Unsere sind zwar eh von der EM vor zwei Jahren, aber drei Sterne gehen ja nun nicht mehr. Und da noch einen draufzusticken… nee, das will auch der Capitano nicht wirklich. Auch wenn er es denkt.

Ach ja, und das magische Denken ist toll! Jetzt also immer Girlanden an den Fernseher hängen und Mahlzeiten des letzten Weltmeisters kochen… das bedeutet beim nächsten Mal also Kohlroulade, Schweinebraten und Rahmgemüse *jetztsoeinensmileymitweitaufgerissenenaugendenken*

War schön. Und was machen wir heute abend?

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, fußball | 3 Kommentare

Wochenendbeschäftigungen

Ist der Capitano auf See, hofft man am Wochenende natürlich darauf, ganz viele Sachen erledigt zu bekommen, zu denen man sonst nicht kommt, weil man tollere Sachen zusammen unternimmt. Zum Beispiel gaaaaaanz viele Blogeinträge zu schreiben, irgendwas sauberzumachen und endlich mal diese ganzen To-do-Listen abzuarbeiten, die sich zumindest in meinem Kopf befinden, nicht extern verschriftlicht.

Und dann? Denkste, Puppe!

Geschafft habe ich trotzdem einiges, und der Blogeintrag wird ja auch grad was.

Gestern habe ich stundenlang in der Küche gestanden bzw. auf dem Balkon gesessen und Pesto gemacht. Einerseits musste ein Basilikumgewuchere zum Friseur, andererseits gab es ein wild wucherndes Töpfchen mit dem theoretischen Namen Kräuter der Provence und dem praktischen Inhalt zu 80% aus Petersilie, dem typischsten Vertreter der provencalischen Küche, bestehend, das ebenfalls mal beerntet werden musste. Nach so einer Pestoangelegenheit ist die Küche ja immer fällig für eine mittelgradige Renovierung und der Kühlschrank sehr voll. Außerdem musste ich neue Salzzitronen machen, denn binnen einer Woche ist das erste Glas fast leer, und nur ein weiteres steht für die kommenden ca. 6-8 Wochen zum Öffnen bereit. Renovierungsbedürftigkeit der Küche nach Salzzitronenzubereitung nochmals gesteigert. Ich weiß ja nicht, wie das die Bloggerin macht, von der ich die Schnapsidee mit den salsifizierten Zitronen hatte, die so schrieb, dass sie das immer so nebenbei mal mache, es nicht länger als 5 Minuten dauere und die Zubereitung quasi subkortikal ablaufe. Ich bin die langsamste Köchin der Welt. Wenn ich Kinder hätte, würde ich die schon aus dem einfachen Grund in die Krippe und den Kindergarten und auf jeden Fall in eine Ganztagsschule schicken, damit die nicht verhungern und nicht in renovierungsbedürftigen Küchen verwahrlosen.

Heute war ich auf dem Flohmarkt. Es gibt da ein Projekt, das, als es noch keins war, absolut verheißungsvoll gewesen wäre; seit es eines ist, sind die Aussichten trübe bis dunkelschwarz. Mehr kann zum aktuellen Zeitpunkt dazu nicht gesagt werden; es ist möglich, dass der Feind mitliest. Da ja nun der fahrbare Untersatz auf dem Spezialparkplatz an der Fähre stand (ich darf ihn ja eh nicht bewegen), musste eine Radtour her. Neun Kilometer sollten natürlich kein Problem darstellen und waren es auch nicht. Aber die Meteorologie! Als ich ankam, ging gerade ein mittleres Schauerchen zuende. Die Planen auf den Tischen wurden weggerollt, und ich war zwar projektmäßig wieder einmal gar nicht erfolgreich, erstand dafür aber einen nachgemachten und schlecht bedienbaren Rubikwürfel, weil ich in letzter Zeit so viel darüber gelesen hatte und mich daran erinnerte, dereinst den Algorithmus geknackt zu haben, wie man den löst. Inzwischen hab ich zumindest wieder raus, eine Seite hinzukriegen. Man darf aber nicht fragen, wie ich das mache. Das weiß ich nämlich nicht. Auf einmal ist eine Seite blau oder grün oder rot, und da das immer schneller gelingt, muss ich das Prinzip bereits wieder verstanden haben. Oder ich konnte das damals so gut, dass es auch jetzt, ähnlich dem prozeduralen Gedächtnis, wieder und immer noch subkortikal abläuft. Ich würde das aber gerne kortikalisieren (auf deutsch: wissen, was ich tue und warum), um den Rest vom Würfel auch noch zu klären. Jedenfalls brach dann ein Wolkenbruch aus, der das Heimfahren zunächst vereitelte. Mein Fahrrad samt Regenbekleidung war einfach drei Meter entfernt, das hätte ich nicht in einem noch akzeptablen Durchnässungsgrad zum Umziehen erreicht. Also Abwettern unter einem dieser Stände, die überhaupt nicht flohmarktmäßig irgendwelche schrecklichen Taschen sowie seltsamen Nippes feilboten.

Endlich und halbwegens trocken dann zuhause angekommen wurde Kartoffelsalat zubereitet. Eigentlich sollte er spanisch=mediterran werden, aus Gründen. Andererseits guckte ich in mein gutes, altes Basic cooking und fand dort einen Kartoffelsalat mit ohne Mayo und dafür einem Haufen Brühe. Da wir über einen solchen verfügen, der auch gerne mal im Sinne der Nachhaltigkeit dezimiert werden darf, entschied ich mich zu einer Mischung aus Rezept, Gefühl und Speisekammervorgaben. Es sind also Kartoffeln, ausgelassener Pancetta, eigene getrocknete, eingelegte Tomaten, Kapern, Minze, Frühlingszwiebeln und noch ein paar von den eingelegten Tomaten zum Einsatz gekommen, dazu eben erwähnte Gemüsebrühe, Essig, Öl und Gewürze. Na mal sehen.

Jetzt nun also bald Finale. Ich mein, die Jungs können das schaffen. Dass sie Argentinien mit Messi bei WMs schlagen können, haben sie mehrfach gezeigt, zuletzt haben sie sehr gut gespielt – eine Mannschaft muss sich auch erstmal so zerlegen lassen wie die Brasilianer! Außerdem gilt das Gesetz der 24 Jahre. Verdient haben sie es allemal. Ich freue mich auf ein tolles Finale und hoffe als artige Arbeitnehmerin, dass weder Verlängerung noch Elfmeterschießen stattfinden, obwohl bei letzterem mein Gefühl im Zweifel und mit Glück auch eher unseren Jungs gewogen wäre.

3:1.

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, fußball, schmackhaft und bekömmlich | 2 Kommentare

Salzzitronen

Eigentlich ein Zufallsfund. Zum Thema outtakes from your kitchen waren Foodblogger aufgerufen, “Rezepte” zu bringen, die sie selbst für so dermaßen einfach, simpel und alltäglich halten, dass sie sie selbst nicht mal als Rezept bezeichnen würden. Die Autorin Sabine Schlimm bloggte dafür sogenannte marokkanische Salzzitronen. Da ich extrem neugierig war, wie man sich wohl ein Aroma vorstellen muss, dass einerseits zwar ausschließlich aus Salz und Zitronen zusammengesetzt ist, andererseits aber keinesfalls nach diesen Zutaten schmecke und eigentlich unbeschreibbar sei, musste ich natürlich welche nachbauen. Unglücklicherweise sollen die Zitronen 2-3 Monate im Salz bleiben, bevor sie verwendet werden. Man muss also immer wieder mal Gläschen ansetzen, um immer welche parat zu haben, wenn man sie braucht. Und da ich nun ENDLICH das erste Glas aufmachen durfte, muss ich feststellen, dass man wirklich immer welche parat haben muss. Das Aroma ist nämlich gar nicht, wie man erwarten würde, – Achtung – einfach sauer und salzig, sondern irgendwie anders, harmonisch und unbeschreibbar :-p. Sowohl mit den eingelegten mondgetrockneten Tomaten als auch in der Paella und im vorhin schnell hingerotzten Tomaten-Brot-Salat bringen sie eine tolle Geschmackserweiterung zustande. Ich stelle sie mir auch großartig mit Hähnchen oder Kaninchen oder als Erweiterung des neulich von mir erfundenen Joghurt-Minze-Knoblauch-Dip vor. Überhaupt mit Minze müsste die Kombi fein sein. Alles ausprobieren!

Es geht denkbar einfach:

Ein Glas (besser mehrere, vor allem beim ersten Mal) mit Schraubverschluss oder entsprechend Weckgläser heiß ausspülen und die zu verarbeitenden Zitronen ebenfalls sehr heiß bzw. mit kochendem Wasser abspülen, dann vierteln oder achteln (in den Originalrezepten bleibt die Zitrone wohl ganz und wird nur eingeschnitten, das sieht hübsch aus, ist später aber eher unpraktisch, wenn man die Teile verwenden möchte) und mit einer ordentlichen Ladung Salz jeweils zwischen den Stücken ins Glas schichten, aber nicht quetschen. Wenn das Glas voll ist, mit kochendem Wasser aufgießen und das Glas fest verschließen. Nun für 2-3 Monate an einen dunklen und kühlen Ort stellen. Fertig.

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, schmackhaft und bekömmlich | 2 Kommentare

Zum Halbfinale: Paella :-)

Da ich es für passend hielt, zum Habfinale das Nationalgericht derjenigen Mannschaft zuzubereiten, der wir uns zuletzt bei Turnieren geschlagen geben mussten, gab es gestern bei uns Paella. Meine erste übrigens! Es ist ein feines, langsames und dann am Ende sehr schmackhaftes Essen, und der Erfolg ließ ja dann später auch nicht auf sich warten! Jetzt ist magisches Denken gefragt. Vorschläge, was ich dann entsprechend zum Finale – natürlich in Abhängigkeit vom heutigen Spielausgang – kochen könnte, sind in den Kommentaren herzlich willkommen!

Paella nach Art des dynamischen kochenden Duos:

2 Hähnchenflunken (diesmal bio)

mehrere Hähnchenflügel (dito)

Gambas (diesmal geschält, gekocht, tiefgefroren)

Zwiebeln

Knoblauch

Paprika

Erbsen

Tomaten

Reis (diesmal Risottoreis)

Salzzitronenviertel

Safran

und ganz viel heiße Brühe, bei uns natürlich selbstgemachte sowohl Hühner- als auch Gemüsebrühe!

Zunächst die Hähnchenteile noch einmal zerlegen und in Olivenöl langsam anbraten. Das dauert etwas. Dann, wenn sie schön golden sind, an den Rand schieben und die zerschnittenen Zwiebeln und Knobis einrühren, anschwitzen. Den Reis dazugeben. Paprika. Tomaten abbrühen und häuten, auch dazu, die Erbsen und dann erstmal alles verrühren. Wenn man ungeschälte Gambas verwendet, sollten die wohl auch jetzt schon ran, wir ham das später gemacht, damit die nicht so trocken werden. Salzen und pfeffern nicht vergessen! Auch die kleingeschnittene Salzzitrone darf jetzt dazu. Safran mit einem Schluck heiße Brühe mischen und auch dazu. Nun nach und nach die heiße Brühe angießen und das Ganze etwas schmoren lassen. Wenn genügend heiße Brühe dran ist, um den Reis flüssigkeitstechnisch zu versorgen, kommt die Pfanne für 15 Minuten in den vorgeheizten Ofen (200°). Eigentlich sollte die Pfanne noch brutzelnd auf den Tisch, darauf haben wir aber verzichtet und das Gericht nach herkömmlicher Art in Schüsselchen aufgetragen. Großartig! Dazu passt die phantastische Musik von Alle Farben.

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, fußball, schmackhaft und bekömmlich, soundtrack | Hinterlasse einen Kommentar

Happy Meal!

20140704-190229-68549384.jpg

Und was gab es alles leckeres?

Salat mit Tomaten, Gurken, Paprika und Radieschen, angemacht mit Vinaigrette.

Tomatenbutter

Joghurt-Minze-Knoblauch-Dip

etwas angekokeltes Limettenchutney nach Anweisung von Elisabeth Raether*

mondgetrocknete und anschließend in Olivenöl eingelegte Tomaten nach Anweisung des ungarischen Halbbluts

sowie Stangenbrot mit getrockneten Tomaten respektive Oliven

Als Nachtisch steuerten die Trauzeugen schokoladisierte Erdbeeren bei.

Getränke waren selbstredend established 1847.

*Ist noch nicht online, funktioniert eigentlich mit Zitronen, die man in Scheiben schneidet und zusammen mit geschälten, geachtelten Zwiebeln in den 200° heißen Ofen schiebt, dort ca. 25-30 Minuten rösten lässt und dann kleinhackt und mit Olivenöl und Honig so vermengt, dass es schmeckt. Salzen, pfeffern, gehackten Schnittlauch hinzufügen, fertig. Das Chutney passt zu Fisch, Fleisch vom Grill und jungem Ziegenkäse. Aber was passt auch nicht zu jungem Ziegenkäse?

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, bilder, fußball, schmackhaft und bekömmlich | Hinterlasse einen Kommentar

So, Jungs

20140704-180828-65308737.jpg

Bild | Veröffentlicht am von | 2 Kommentare

Ein erfolgreich beendetes Projekt:

20140703-195316-71596332.jpg

Sieht er nicht schick aus?

Veröffentlicht unter auf der anderen seite, bilder, rostock | 2 Kommentare