Mehrere Bemerknisse zum Urlaubsende

Das waren drei buchstäbliche Urlaubswochen auf Balkonien. Nichts neues für uns, seit wir hier wohnen, haben wir praktisch allen Urlaub zuhause zugebracht mit Ausnahme der einen Woche letztes Jahr an der dänischen Nordseeküste. Wir können das gut, die Wohnung kann das gut, dem Kater gefällt es wohl auch (nach Eingewöhnungszeit).

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Gekocht. Wir haben viele tolle Sachen gekocht. Vor Urlaubsantritt haben wir unsere diversen (vor allem die neuen) Kochbücher gewälzt und überlegt, was wir daraus kochen wollen. Das haben wir natürlich nicht alles geschafft, aber es waren tolle Sachen dabei. Dominant dabei unsere neue Leidenschaft für frische Nudeln, das ist eigentlich ganz einfach. Man wirft irgendwas in die Pfanne, lässt das brutzeln, macht derweil die Nudeln und kocht sie, schmeißt sie mit in die Pfanne, raspelt ggf. Pecorino drüber und häppi mampf. Kochbuch Jerusalem begeistert auch nach wie vor, heute habe ich bspw. leckere Lammhackbällchen mit Hummus und Zitronensauce gebastelt.

Saltimbocca gabs mit Gnocchi. Filets vom Ibérico oder wahlweise Duroc. Tomaten. Viele Tomaten. Frühkartoffeln mit Quark. Obst. Coq au vin. Huhn mit Möhren und Couscous. Ach, kochen. So schön.

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Essen waren wir auch auswärts, aber wenig. Einmal im Otto`s im Stadthafen, einmal im Philoxenia in Warnemünde. Gegen das Essen war gar nix zu sagen, aber in Sachen Service muss die Gastro offensichtlich postpandemisch (ist ja noch lange nicht postpandemisch) noch nacharbeiten. Nicht wirklich unfreundlich oder abweisend, aber eben auch nicht gastgeberartig. Gut essen können wir zuhause auch, und da gibt es keine Kellner:innen mit Aufmerksamkeitsdefiziten.

Ausnahme: Unser Golfclub. Dort haben wir sehr gut gegessen, und der Service ist gewohnt super <3.

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Ausflüge haben wir tatsächlich kaum gemacht. Zweimal am Strand, davon einmal mit Baden (das erste Mal dieses Jahr, so spät war ich noch nie anbaden, seit ich in Rostock wohne). Und halt Golfplatz. Das war immer sehr schön, ich habe mein Händicäp verbessert 🙂 und wir haben viel Freude daran, zusammen zu spielen.

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Mein Sattel für das neue Rad ist endlich gekommen, und deshalb waren wir beim Transportrad MV, meinen neuen Sattel installieren und den ursprünglichen Sattel am Fahrrad der Lady anbauen und ihr Rad auch gleich zur Durchsicht dagelassen. Wieder super zufrieden mit den Jungs, sie machen das ordentlich, und man hat nicht das Gefühl, über den Tisch oder verar*t zu werden, ganz im Gegenteil. Erklären alles gut und haben ein Faible für tolle Fahrräder (was in unserem Fall ja zutrifft, und ich bin schon gespannt, was sie im Herbst sagen, wenn ich meinen Oldtimer dort vorbeibringe).

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Viel Unterhaltung gab es für uns bei der Verfolgung der Internetaktivitäten von Frau H., Frau N., Herrn B. usw. Viele Aufs und Abs. Liebe Frau H., Frau N. hatte ja schon längst ausgeplaudert, dass Sie Ihre Falafel einfach bei Rewe kaufen, ich habe mich trotzdem darüber gefreut, dass Sie sich mehrfach an meine Anfrage erinnert haben. Und wünsche Ihnen alsbaldige Entwirrung Ihrer diversen Situationen.

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Naja und dann kam Olympia. Natürlich wollte ich erst nicht, wegen Covid und den Zahlen in Japan und weil wir ja schon in Europa eine klitzekleine Experiment gewagt haben mit einem sportlichen Großevent, aber meh. Wenn wir keinen Urlaub hätten, könnten wir es wegen der Zeitverschiebung nicht gucken, aber nun sitzen wir pandemiegemäß auf Balkonien, und ein Fernsehquotenzählgerät steht bei uns auch nicht herum ;). Zu den Kommentator:innen hatte ich mich bereits einmal geäußert. Auffällig waren auch die Floskeln, ohne die ein:e Kommentator:in (es gab keine Geschlechterunterschiede) offensichtlich nicht auskommt. Also von „wenn er jetzt gewinnt, steht er im Finale“ (das ist der Witz des Halbfinales) über „das war ein besonders wichtiger Punkt“ (sind sie das nicht alle?) und „den muss sie jetzt machen, sonst ist sie raus“ (offensichtliche Situation) bis hin zu „jetzt ist aber höchste Konzentration gefordert!“ (wann nicht?) war wirklich alles dabei. Etwas lästig erschien mir das Gebrüll der Athlet:innen bei Erfolgen, hat man das sonst nicht so mitbekommen, weil die Zuschauerkulisse einfach lauter war? Ich fand das teils befremdlich, zum Beispiel bei einer doch eher eleganten Sportart wie Fechten.

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Morgen gehts also wieder los, es sind schon Lunchboxen befüllt mit allerlei Leckereien der vergangenen Tage, ein Chili köchelt leise vor sich hin, nachher gibt es Risotto, also alles gut. Aber ich könnte durchaus noch drei weitere Wochen mit der Lady und Herrn Flens auf den Balkons verbringen.

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IKEA impft

Heute bis 29.07. von 10-18 Uhr offene Impfaktion bei Ikea Rostock in Schutow. Ohne Termin. Es wird BionTech und Janssen verimpft. Personalausweis und Impfpass mitbringen.

Folgeaktion in vier Wochen vom 24.-26.08. Gleiche Zeit, gleicher Ort.

Leider keine Angaben über die Altersklassen, aber in MV habe ich durchaus den Eindruck, dass auch ab 12 Jahren problemlos geimpft wird.

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Kurzes Bemerknis zu den Olympiakommentator:innen

Vorab: Ja, ich finde es auch [unflätiges Fluchwort Ihrer Wahl einfügen], dass wir seit inzwischen mehr als anderthalb Jahren in einer Pandemie leben, mit einem Virus, das potentiell tödlich ist und in seiner aktuellen Variante sowohl hoch ansteckend als auch gefährlicher für Ungeimpfte als der Wildtyp. Wirklich.

Ich denke, dass die Olympischen Spiele ohne Zuschauer:innen vor Ort stattfinden, müssen wir in diesem Kreis nicht diskutieren. Da geht es nicht mal allein um die aktuelle Infektionslage in Japan. 80.000 Menschen reisen aus aller Welt an, um in sogenannten Bubbles ein Sportevent zu feiern. Wir haben schon bei der Fußball-EM der Herren erlebt, was so ein Großevent für einen Einfluss auf die Infektionslagen und die Verbreitung von Mutanten hat (ja, nicht ganz vergleichbar, weil mehrere Spielstätten, und Zuschauer:innen waren auch zugelassen.)

Trotz allen Verständnisses für die Sportler:innen hielt ich die Austragung der Olympischen Spiele tatsächlich für riskant, was sich ja auch bislang bereits in den Infektionszahlen dort abbildet, zumal ich auch die Basis für einen fairen Wettbewerb vermisse.

Das sollte aber nur das Vorgeplänkel sein.

Liebe Moderator:innen, Kommentator:innen und Expert:innen im Fernseh:

JA ES IST TOTAL DOOF UND SCHADE OHNE ZUSCHAUER:INNEN! Für die Athlet:innen, für die Teams, für die TV-Zuschauer:innen an den Büldschürmen, wahrscheinlich auch fürs Sponsoring, Catering, WC-Hosting und noch weitere angeschlossene Logistikunternehmen.

Ich habe es jetzt zur Kenntnis genommen. Es tut nicht not, das bei wirklich jeder Gelegenheit nochmals zu erwähnen. Es gibt gute Gründe dafür, und die Alternativen wäre entweder eine vollständige Absage der Spiele oder aber ein Inkaufnehmen eines weltweit relevanten Superspreaderevents mit der Deltavariante gewesen.

So. Jetzt ist es raus. Bitte hört auf damit.

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Heuschnupfen

Heute möchte ich mit Ihnen über Heuschnupfen sprechen.

In den vergangenen Monaten (und Jahren) hatte ich mehrfach mit Menschen zu tun, die ihre Schnupfensymptome mit Heuschnupfen erklärten. So weit, so banal (und lästig für die Betroffenen). Auf mein Nachfragen, ob sie damit in Behandlung seien, kam meist ein (erstauntes) Nein. Warum nicht? Da kann man ja sowieso nix machen, und von den Tabletten werden sie immer so müde.

[Disclaimer. Das ist hier keine medizinische Beratung oder gar ärztliche Empfehlung. Nur ein Erfahrungsbericht einer seit fast zwanzig Jahren an Heuschnupfen leidenden Bloggerin.]

Heuschnupfen, oder genauer gesagt, Allergien gegen allerlei Blühendes, ist nicht einfach nur lästig. Unbehandelt wird die Allergie irgendwann in die Bronchien wandern und allergisches Asthma bronchiale auslösen. Und das ist dann definitiv nicht mehr witzig und auch mehr als nur lästig.

Problem ist: Diejenigen, mit denen ich darüber spreche, wissen meistens weder, wogegen sie tatsächlich allergisch sind, noch dass man das behandeln, also die Lebensqualität steigern kann, noch über die langfristigen Folgen einer unbehandelten Allergie.

Deshalb berichte ich euch von meinen Erfahrungen, basierend auf meinen bisherigen Behandlungen bei drei unterschiedlichen Ärzt:innen, die alle die Zusatzbezeichnung Allergolog:in tragen und, soweit ich das beurteilen kann, auf dem aktuellen wissenschaftlichen Boden stehen.

Als ich zuerst die Diagnose diverser Allergien (andere Geschichte) erhielt, war ich 18 Jahre alt und zog in meiner ersten eigenen Wohnung (Boxhagener Straße 115, yeah!) einen kleinen Kater namens Tobias auf. Ich steckte mitten im Abitur und hing in meiner Freizeit mit meiner Hood von der evangelischen Kirche Friedrichshain ab. Selbstverständlich rauchte ich. Aber das nur zur Einordnung. Jedenfalls hatte ich ständig Bronchitis, und irgendwie meinte meine damalige Hausärztin (die nicht zu den drei erwähnten Kolleg:innen gehörte) einen Allergietest durchführen zu wollen. Kennt ihr vielleicht, das Gepikse in die Innenarme. Ich hatte bei nahezu jeder Substanz Quaddeln außer Pferd und Hund, beides Tiere, mit denen ich nicht sonderlich in Kontakt stand. Für meine schon etwas greise Hausärztin war damit klar, allergisch gegen fast alles, also Blühkram, Schimmel, Hausstaubmilben und Katzen. Händigte mir die jeweiligen Broschüren aus mit den üblichen Hinweisen. Gräser: Bei Regen raus und lüften, bei trockenem Wetter einschließen. Schimmel: IMMER lüften, vor allem wenn trockenes Wetter ist. Hausstaubmilben: Zeug für Geld kaufen, das ich nicht hatte. Katzen: Ohne Katze leben.

Tja. Für den Kater fand ich tatsächlich eine liebevolle Aufnehmerin. Aber trotzdem erschienen mir diese Hinweise als – in dieser interaktionellen Zusammenstellung – wenig hilfreich. Ich konnte mich ja nicht in einem Reinraum einmauern. Andererseits bedrohten diese ständigen Bronchitiden mein Abitur, denn ich hatte im vorletzten Halbjahr natürlich Schwimmen, DIE Trendsportart bei rezidivierenden Bronchitiden. Es half aber nichts, ich musste meine Leistungskontrollen abschwimmen (andere Geschichte).

Jedenfalls war das der Punkt, an dem ich eine Lungenfachärztin aufsuchte. Der ich von dem sogenannten Pricktest berichtete. Die mir daraufhin Blut abnahm und irgendwas im Blut messen ließ, das eindeutige Rückschlüsse auf Allergien zuließ. Dabei blieben die Gräser und die Katzen übrig, der Rest war Kokolores.

Deshalb mein erster Tipp: Wenn ihr Angst vor dem Pricktest habt (ist nicht nötig, tut nicht weh) oder schon eindeutige Verdachtskandidat:innen als Verursacher:in eurer Symptome habt, lasst diese Immunglobuline oder was das nun sind im Blut bestimmen. Das ist valider und erlaubt auch eine quantitative Aussage, also mit was für einer Heftigkeit eure allergische Reaktion ausgelöst wird.

Der erste Tipp ist natürlich: Wenn ihr behandelt werden wollt, geht zu einem Facharzt mit der Zusatzbezeichnung Allergologie und meidet jene, an deren Praxisschildern Homöopathie erwähnt wird. Allergolog:innen sind meist HNO-Ärzt:innen, Lungenheilfachleute (Pulmolog:innen und Pneumolog:innen) oder auch Hautärzt:innen, wobei die eher bei Kontaktallergien ins Spiel kommen dürften.

Meine damalige Lungenfachärztin fand aber nicht nur meinen tatsächlichen Allergiestatus heraus, sondern dass die rezidivierenden Bronchitiden im Grunde auch zu Symptomen allergischen Asthmas geführt hatten (mit nächtlicher Luftnot, nichts schlimmes, aber eben auch lästig). Und hier hörte ich zum ersten Mal davon, dass man Symptome und deren Ursachen auch behandeln kann. Denn die Katze konnte ich, wenn auch schweren Herzens, weggeben, aber Gräserpollen sind einfach fast das ganze Jahr unterwegs. Ich fand und finde es daher plausibel, als Basisbehandlung mit einem (damals sowohl für Nase als auch für Bronchien) Spray zu inhalieren, das Cortison enthält und damit die zugrundeliegenden Entzündungen bekämpft. Symptomatisch brauchte ich damals vor allem was wegen der nächtlichen Luftnot (Salbutamol), das ich nur bei Bedarf einsetzte. Der wurde im Zuge der wirksamen Basistherapie immer seltener. Ein voller Erfolg, und bis auf den Verlust der Katze ein unglaublicher Zugewinn an Lebensqualität.

Tipp: Bei Erwähnung von Cortison nicht immer gleich zusammenzucken, hier in der Basisbehandlung allergischer Syndrome ist es hochwirksam und hat kaum Nebenwirkungen, da es ja genau dort appliziert wird, wo man es braucht.

Irgendwann, wie es so geht im jungen Leben, wohnte ich nicht mehr in der Nähe der Lungenfachärztin, sondern ganz woanders, und irgendwie ließ ich das Behandeln austrudeln. Ich hatte inzwischen fast vergessen, dass da mal was war, und wunderte mich lediglich ab und zu über meine Schnupfenattacken, wenn ich im heißen Sommer im Park lag. Ich kürze das jetzt ab, ich lebte irgendwann wieder in Berlin, ging wieder zu der Lungenfachärztin und wurde wieder erfolgreich behandelt. Ich hatte auch inzwischen entdeckt, dass es ein Antiallergikum bei akuten Symptomen gibt, das eben nicht müde macht, weil da noch irgendwas geiles drin ist, das dazu geführt hat, dass das Medikament nur noch einzeln als Sechserpackung abgegeben werden darf.

Wie einige meiner Leser:innen wissen, verschlug es mich dann zum Studium nach Bielefeld. Dahin waren wieder die Tage der Basistherapie, aber das Studium ließ mir keine Zeit, mich zu kümmern (ich hatte ja selbst den lädierten Fuß nicht behandeln lassen wg. keine Zeit, und da hab ich jetzt auch seit Jahren den Salat). Zum Glück, naja Glück, geriet ich eines Tages in eine Mittelohrentzündung, in deren Rahmen mich mein dortiger fantastischer Hausarzt zu einem, wenn das geht, noch fantastischeren HNO-Arzt schickte, der sich meiner Allergien annahm, auf meine Ansage hin, dass der Pricktest bei mir von nicht so prickelnder (haha) Aussagekraft sei, ebenfalls mit Blutwerten arbeitete und Gräser / Katzen bestätigte.

Also wieder Basistherapie. Aber da geht ja noch mehr. Stichwort Hyposensibilisierung, das habe ich oben vergessen. Hatte ich schon in Berlin mal begonnen, aber das muss man ja mehrere Jahre lang machen, und daher hatte ich das unterbrochen. Jetzt also in Bielefeld nochmal. Erfolg bei mir eher mäßig, aber das kann ganz individuell variieren. Nervig (und damit organisatorisch schwierig) ist der Weg über die wöchentliche Spritze inkl. halbe Stunde noch in der Praxis verweilen. Als Studentin ging das noch, jetzt als Angestellte wäre es logistisch eine Herausforderung mit fraglichem Ausgang.

So bekomme ich jetzt auch den Bogen zur Gegenwart: Auch hier geriet ich durch Zufall (Hausärztin wollte vermutete Nasennebenhöhlensituation per Sonographie bestätigt haben und stellte den Kontakt zum besten HNO weit und breit her) wieder in die Behandlung. Was mir an seiner Betreuung gefällt, ist dass er immer dem Patientinnenwillen folgt. Er erklärt sehr viel, erfragt sehr viel, guckt was realistisch ist, weiß, was state of the art ist. Mein Status ist, seit ich wieder in Rostock bin, so, dass ich Basistherapie (nur Nase, Asthma spielt keine Rolle mehr) mache und bei Bedarf ein modernes Antihistaminikum einnehme, das nicht müde macht. Und im Herbst gucken wir dann immer, wie gut es mir damit ergangen ist.

Im letzten Jahr sah das so aus, dass die Belastung durch Gräserpollen enorm hoch war (bis zu zehnfach zu sonst) und ich trotzdem weitgehend nur mit der Basistherapie zurechtkam, also selbst auf dem Golfplatz fast nie eine zusätzliche Tablette nehmen musste. Dafür dass ich bei Gräsern die höchste Eskalationsstufe in der allergischen Reaktion aufweise, ein beachtlich gutes Reagieren auf die Behandlung. Daher auch keine Hyposensibilisierung, weil fraglicher Nutzen, langwierig, und mit Basistherapie und der Möglichkeit der akuten Intervention bei Bedarf habe ich schon einen riesen Zuwachs an Lebensqualität.

Ich fühle mich gut behandelt, bin meist nahezu symptomfrei und bemerke keine Nebenwirkungen.

Daher dieser lange Text: Wenn ihr unter Allergien leidet und diese eure Lebensqualität einschränken, dann kann ich euch nur empfehlen, das wirklich von Fachleuten behandeln zu lassen. Ein guter Fachmensch wird euch alles gut erklären, Ergebnisse und Behandlungsoptionen gut mit euch besprechen und nichts machen, was ihr nicht wollt.

Aber ihr müsst wirklich nicht 7-8 Monate mit triefenden Augen und laufender Nase, mit Abgeschlagenheit und Niesattacken leben, wenn ihr das nicht wollt.

So.

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Der Kater, das Kalbsschnitzel, Hurz!

Es gab heute eine Situation, in der ich Saltimbocca zubereiten wollte. Es gab allerdings einen Mitbewerber.

Oho? Da ist doch was?
Wo geht’s hier lang?
Da lang!
Verdammt! Ich sitze in der Klemme!
Hmpf. Ich hänge mit der rechten Vorderpfote in der Hose der Frau und mit der linken am Handtuchhaken (nicht im Bild).
Verdammt! Ich sitze in der Klemme!

Unspektakulärer Ausgang, ich befreite Herrn Flens aus seiner misslichen Lage und säbelte beim parieren etwas mehr als dringend notwendig ab. Er verträgt die Hitze gar nicht mehr und erholt sich gerade von den letzten warmen Tagen. Dann sind wir doch großzügig.

❤️🐈

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Die BVG impft!

Achtung Berliner:innen:

Vom 17.07.-27.07. könnt ihr euch (ab 18 Jahren) bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eine Erst- oder Zweitimpfung mit BionTech abholen.

#weilwirdichlieben ❤️

Termine gibt es hier.

Was es all givt.

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Hauptsache Plan A steht

Zu einem Plan A auch Plan B-Y zu haben, scheint irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Das verstehe ich nicht. Oft gibt es gute Gründe anzunehmen, dass Plan A eventuell nicht aufgeht, und dann ist es doch gut, wenn man eine Alternative zur Hand hat, die auch gut vorbereitet ist. Redundanz heißt das Zauberwort. Lebenswichtige Systeme sollten doppelt, und enn möglich, in unterschiedlicher Weise zur Verfügung stehen. Allein schon der sogenannte zweite Rettungsweg (in unserem Fall eines unserer Dachfenster, aus dem man notfalls auf die Drehleiter der Feuerwehr, insofern nicht die Straße zugeparkt ist, aussteigen könnte) zeigt doch auf, dass es selten klug ist, auf die eine, zwingend funktionierende Lösung zu setzen.

Aber irgendwie ist das nicht mehr in.

„Neenee, das wird nicht passieren. Damit rechnen wir nicht. Davon ist nicht auszugehen. Wir gehen davon aus, dass alle vernünftig handeln.“

Hansesail 2021. Die Hansesail ist DAS Großereignis hier. Vor der Pandemie bescherte sie Rostock ca. eine Million Besucher:innen, die eng an eng über den Rummel und durch die Märkte schlenderten und zahlreich an ebenfalls eng besetzten Segeltörns und anderen Ausfahrten teilnahmen, die hier essen und trinken gingen, irgendwo übernachteten, einkauften, da waren.

Letztes Jahr fiel sie aus Gründen aus.

In diesem Jahr soll sie bei nahezu gleichen Infektionszahlen wie im vergangenen Jahr in einer abgespeckten und „sicheren“ Variante stattfinden. Veranstaltungsorte sollen entzerrt werden, selbstredend gibt es Tests und beschränkte Zugänge nur für Geimpfte und Genesene.

Jetzt haben wir eine Situation. Die Haedgehalbinsel soll abgeriegelt werden und max. 15.000 Menschen unter oben erwähnten Voraussetzungen Zugang durch entsprechende Einlassschleusen bekommen. Die Haedgehalbinsel heißt nicht ohne Grund so. Sie ist von dreieinhalb Seiten von der Warnow umgeben. Die vierte Seite wird von einer der meistbefahrenen Landesstraßen in MV gebildet, der L22, vulgo „Am Strande“. Um gefährliche Ausflüge auf diese Straße zu vermeiden, soll diese Flanke abgezäunt werden.

Die Situation sieht also so aus: Wir haben nach drei Seiten Wasser und nach der vierten Seite einen Zaun. Wir haben bei einem Ereignis, das zuvor Hunderttausende angezogen hat, eine Beschränkung auf 15.000 (an diesem Veranstaltungsort) mit entsprechenden Einlasskontrollen. Es gibt also praktisch weder Fluchtwege noch eine Idee, was mit den Menschen passieren soll, die quasi auf der L22 darauf warten, eventuell eingelassen zu werden, wenn ein paar andere Leute die Veranstaltung verlassen.

Ich sage es ungern, aber mir kam sofort Duisburg in den Sinn. Auch dort gab es ein Veranstaltungsgelände, das man nur auf dem gleichen Weg verlassen konnte, wie man es betreten hatte, und dort entstand das Problem auch vor allem dadurch, dass mehr Leute auf das Gelände wollten, als dort zugelassen war. Hier in Rostock kann man halt noch ins Wasser springen, aber das kann ja wohl nicht Teil von Plan A sein.

Kommentar der Verwaltung: Wir gehen nicht davon aus, dass es nennenswerte Warteschlangen vor den Einlassschleusen geben wird. Außerdem gibt es ja anderswo auch noch attraktive Veranstaltungen.

WTF?

Ich persönlich habe ja gelernt, gehe immer vom schlimmsten aus und plane danach. Dat Kölsche Jrundjesetz „et hät noch immer jutjejange“ ist eigentlich nicht das der Mecklenburger:innen. Ich habe in der Pandemie leider lernen müssen, dass die meisten Leute doch eben nicht das vernünftige tun, sondern das „das habe ich mir jetzt aber verdient, ich habe lange genug verzichtet, jetzt bin ich schon hier, dann will ich da auch rein, und wieso überhaupt Maske, ihr übertreibt doch alle voll.“

Und es scheint keinen Plan B für „Ups, da stehen jetzt doch voll viele (Volle) vor den Toren und begehren Einlass und NEIN wollen nicht stattdessen zum IGA-Park“ zu geben. Das ist doch einfach krass.

[Es gab ein Luftbild in der Ostseezeitung, auf dem das Problem gut zu erkennen ist, es gibt Graphiken, die den Unterschied zwischen Loveparade im Berliner Tiergarten und Loveparade in Duisburg deutlich machen, ich finde beides nicht mehr, letzteres habe ich in meinem alten Blog mal verbloggt, bitte duckduckgoen.]

Ich wollte zum Thema noch das Wahlprogramm der CDU aufgreifen, das ja ähnlich aufgebaut ist (Alles was wir versprechen, funktioniert nur bei krassem Wirtschaftswachstum, falls die Wirtschaft nicht wächst, haben wir auch keinen Plan B), aber ich habe keine Lust mehr. Zumal ich es dafür wahrscheinlich lesen müsste, und warum sollte ich das tun?

Man kann nicht immer einen Plan B haben, aber in kalkulierbare Situationen hineingehen und erwartbare Alternativszenarien einfach zu ignorieren nach dem Motto „das wird schon nicht passieren“, halte ich politisch und gesellschaftlich für unreif.

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Stationärer Einzelhandel in vorbildlich

Im stationären Einzelhandel erlebe ich meistens Situationen, die mich in meiner bevorzugten Shoppingmethode Internetz bestätigen, das war schon vor der Pandemie so und ist natürlich in den Zeiten monatelanger Schließungen nicht besser geworden. Ein Grund ist, dass man in Rostock eben nicht alles bekommt, wenn man sich nicht nur mit dem 08/15 Durchschnittszeug zufrieden geben möchte. Es gibt zum Beispiel keinen einzigen echten Feinkostladen. Es ist aber oft der völlig unzureichende Service, der ja häufig als Argument pro shoppen in der Innenstadt bzw. eben im Einzelhandel vor Ort angeführt wird.

Beispiel. Saturn im KTC, wir wollten Kühlschränke gucken. Wir hatten sehr konkrete Vorstellungen. Es sollte ein Samsung sein, er sollte den Gefrierteil unten haben, er sollte so ein Flaschenregal und ein Nullgradfach haben. Er sollte NICHT ins Internetz gehen und dort selbständig Sachen nachbestellen. Und als wir vom Verkäufer erfuhren, dass es Kühlschränke gibt, die Selfies von ihrem Inhalt machen und verschicken können, da wollten wir das auch nicht. Das sagten wir dem Verkäufer freundlich und deutlich. Das hielt ihn nicht davon ab, ein Verkaufsgespräch zu führen, in welchem er uns die Vorzüge dieser von uns definitiv nicht gewünschten Features anpries. Um es kurz zu machen, wir haben den Kühlschrank dann beim pöhsen A gekauft. (Bei Saturn hatte ich noch weitere verstörende Verkaufsgespräche. Nur eines war positiv, das war, als wir damals die Nikon D3000 kauften.)

Weiteres Beispiel. Wir waren gestern aus Gründen, die gleich erläutert werden, in der Stadt und wollten bei der Gelegenheit teure Füller gucken. Also diese Füller, die immer hinter Glas verschlossen ausgestellt werden und für deren Ausprobieren man also eine im entsprechenden Geschäft angestellte Fachkraft herbeilocken muss. Das ist uns gleich zweimal nicht gelungen. Erst waren wir im Fachgeschäft im Rostocker Hof, da gab es ein Kassenproblem, das offensichtlich sämtliche vorhandenen Fachkräfte (zwei) gebunden hatte. Dann sind wir in den Kaufhof gegangen, wo wir meiner Meinung nach und unter FFP2-Masken lang genug in der entsprechenden Fachabteilung herumgelungert hatten, ohne dass sich jemand für uns oder unser Anliegen interessierte.

Aber nun zum guten.

Vor einigen Wochen ist es mir mit Blick auf eine geplante Lasagnensituation für meine Kolleg:innen anlässlich meiner zweijährigen Mitarbeit in diesem tollen Team gelungen, die Lady von der Notwendigkeit von Pastaaufsätzen für die KitchenAid zu überzeugen. Und eigentlich wollte ich auch nur die Walzen für Lasagneplatten, also einen Aufsatz, denn, so meinte ich, wenn man mal andere Nudeln will, kann man die ja einfach aus den Platten schneiden. Und rief in dem hiesigen Fachgeschäft an, in dem ich seinerzeit auch die KitchenAid kaufte und wo ich seitdem, weil mich gut beraten gefühlt, allerlei hochwertigen Küchenkram erwarb. Das sind die Gebrüder Suhl mit ihrem Gebrüder Suhl – Tisch- und Wohnkultur im Rostocker Hof. Frug nach dem einzelnen Aufsatz. Hatte einen sehr freundlichen jungen Mann am Telefon, der mir sofort und sehr sicher versicherte, damit würde ich nicht glücklich werden und ich würde es bereuen, nicht den Dreierpack mit Aufsätzen für Platten, Fettuccini und Spaghetti genommen zu haben, wenn ich das erste Mal versuche, aus den Platten Bandnudeln zu schneiden. Ich musste lachen. Am nächsten Tag gingen wir hin. Derselbe junge Mann war da. Er versuchte wirklich nicht, uns zu überreden, aber war sehr überzeugend in seiner Darstellung seiner eigenen Erfahrungen mit den Gerätschaften. Aber wir hatten uns ohnehin bereits entschieden. Jetzt gibt es bei uns ständig Pasta, meist Fettuccini. Es ist so toll! Und von unseren getrockneten Vorräten haben wir seither nichts mehr angerührt 😉

Naja jedenfalls haben wir neulich mit offensichtlich nicht gut dafür geeignetem Teig die Spaghettiwalze verstopft und dann auch noch irgendwas daran, na, nicht direkt kaputtgemacht, aber eben irgendwie war nicht alles so, wie es sein sollte. Damit sind wir gestern in den Laden gegangen. Der junge Mann popelte erst mit Hilfe des Spleißdorns seines segelnden Kollegen die Nudelmasse aus den Walzen und schlug dann vor, den Defekt durch aufschrauben und richten und wieder zusammenschrauben selbst zu beheben. Man hätte es wohl auch irgendwohin schicken können. Als wir heute vormittag wieder hingingen, zog er gerade die letzten Schrauben fest. Es wurde uns NICHTS berechnet, wir haben natürlich großzügig in das Sparschwein getan. Einfach toll. So geht das. Da wusste ich wieder, warum ich sowas nicht im Internetz kaufe. Toller Laden.

Also, liebe Leute hier aus der Gegend: Wenn ihr was tolles und hochwertiges für die Küche braucht, das ist eine echte Empfehlung (ich bekomme da übrigens nix für), ihr werdet gut beraten, euch wird nix angedreht*, reparieren und Messer schleifen können sie auch und sie sind alle unfassbar nett, auch die Brüder selbst 😉 und stehen einfach hinter ihren Waren. Und für alle anderen: Sie haben auch einen Onlineshop.

Aber wenn ich sowas nicht habe, kaufe ich halt im Internetz ein.

*Bestes Beispiel: Wie ich einmal vor der Antwort von KitchenAid auf den Thermomist stand und die sehr freundliche Verkäuferin, die uns damals die KitchenAid verkauft hat, einfach nur sagte: Ihr könnt doch kochen. Dann braucht ihr das nicht.

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Impf in Rostock

Heute Moderna ab 18 Jahre, morgen und übermorgen BionTech ab 12 Jahren (in Begleitung eines Sorgeberechtigten).

Es können 3000 Termine vergeben werden.

Auch das Impfzentrum Laage vergibt Impftermine. Das mobile Impfteam des Landkreises Rostock gastiert heute in Güstrow.

Also wer hier in der Gegend noch ungeimpft ist: Häppi Impf!

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Max Goldt im Zirkus Fantasia im Rostocker Stadthafen

Am Dienstag erlebten wir unsere erste kulturelle Veranstaltung seit dem Kängurufilm kurz vor dem ersten Lockdown. Max Goldt las vor.

Das war übrigens die „Garderobe“, in der man offensichtlich nur herumstehen konnte, jedenfalls war es das, was Max Goldt während der Pause tat.

Max Goldt begleitet mich schon fast mein gesamtes Erwachsenenleben lang. Ich habe die Bücher verschlungen, ich bin heute noch ein wandelndes Zitatelexikon seiner Texte, insbesondere besonders gelungener Formulierungen und Neoplasmen (Klofußumpuschelung, Infotainmentmuschi). Einige seiner Texte sind mir zu maniriert, zu konstruiert, am liebsten mag ich die, die sich quasi wie Tagebucheinträge lesen, auch wenn natürlich nicht alles 1:1 genau so passiert ist. Mit seiner Musik komme ich auch nicht so gut zu recht, aber ich mag viele der Comics, die er zusammen mit dem Zeichner Stephan Katz veröffentlich, und ich habe gerade kurz vor der Lesung den neuesten Comicband erworben, aus Gründen, die rein gar nichts mit dem Titel zu tun haben.

(Psycholog:innen kennen dieses Gefühl.)

Am schönsten ist es jedoch, sich von Max Goldt seine Texte live vorlesen zu lassen. Er kann das gut, besonders vor Publikum. (Ich habe inzwischen viele seiner Hörbücher, und die im Studio eingesprochenen Texte mag ich nicht so. Zu gestelzt, zu sehr auf Perfektion getrimmt.) Das erste Mal sah und hörte ich ihn in Berlin im Deutschen Theater, später auch in Bielefeld, während des Praktikums nochmal in Berlin, mehrmals in Rostock. In Rostock war seine Lesung im Peter-Weiß-Haus meine persönliche Begrüßung, ich glaube, ich wohnte noch keine Woche in Rostock, als er auftrat. In guter Erinnerung ist mir geblieben, dass im Peter-Weiß-Haus damals sehr viel gebaut wurde und es quasi direkt hinter der Bühne ein großes Loch gab. Somit ging Max Goldt nicht wirklich hinter die Bühne, um den Zugabenapplaus abzuwarten (was er ohnehin nie unnötig in die Länge zog), sondern sich mehr oder weniger einfach in den Vorhang wickelte, um dann sofort wieder zu erscheinen und mit Verweis auf den hinter ihm lauernden Abgrund alsbald mit der Zugabe begann.

Am Dienstag genossen wir einen schönen lauen Sommerabend in einem halboffenen Zirkuszelt, die Bestuhlung war mit Abstand, alle waren fröhlich und gelöst, es mussten keine Masken getragen werden, es war einfach wunderschön. Ich mochte fast alle vorgelesenen Texte, es gab ausreichend zu lachen, meine Kollegin war mit dem Angetrauten ebenfalls da, es war… ich wiederhole mich.

Für Max Goldt war es wohl die erste Lesung mit unmaskiertem Publikum (es gab mehrere Lesungen in der Schweiz und in Süddeutschland, aber eben mit Masken im Publikum), was er gleich zu Beginn thematisierte und zum Ausdruck brachte, dass es für ihn bei aller Vernunft pro Maske sehr schwer sei, vor maskierten Menschen zu lesen.

Und das Verrückte war, dass es mich nicht gestresst hat. Sonst krieg ich ja schon Puls und Blutdruck bei jedem Nasenpimmel in der Straßenbahn, aber dort war es für mich sehr okay, es fühlte sich okay an, es trug zu dieser gelösten Stimmung bei. Naja, und ich dachte halt, wir sind durchgeimpft.

Nach Hause brachte uns dann ein für Rostocker Verhältnisse extrem aussprachebereiter Taxifahrer, und am nächsten Morgen konnten wir ausschlafen! Und es hat der Lady gefallen, das war nach Austesten von Hörbüchern zuhause nicht ausgemacht :*

Ein wundervoller Abend ❤

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