Wählen gehen

Wie immer hier der Aufruf: Geht Wählen!

In diesem Jahr allerdings aus Gründen der Zusatz: Die alternativen Holzköppe sind Nazis und daher hoffentlich für alle Leser dieses meinen Blogs nicht wählbar. Wenn man Politik und die etablierten Parteien Scheiße findet, andererseits aber auch nicht Nazis wählen möchten, bleibt nur, eine der bereits im Bundestag vertretenen Parteien zu wählen, auch wenn es vielleicht wehtut. Wann immer ihr einerseits nicht gewählt habt, beklagt euch aber dann nicht über die pöhsen Politiker, wenn euch was nicht passt.

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Heute: Es reicht

Morgens beim Eintreffen fängt mich eine liebe Kollegin ab: Ob ich einen Moment könne. Ich kann…. Puh.

Vormittags eine Patientin, die das schwere Verbrechen, mit einer Frau verheiratet zu sein, begangen hat und dementsprechend von einem Nazinachbarn mit einschlägigen Tattoos, Musikgewohnheiten und Hund belästigt und bedroht wird.

Nachmittags eine Patientin, die intellektuell eher unterhalb des Radars unterwegs ist, aber gleichwohl ein insgesamt selbstbestimmtes Leben führt. Mindestens einmal (da war sie bereits 18) ist ihr ein Kind abgetrieben worden.

Am Ende ein mir persönlich unbekannter alter Herr, der im Urlaub tragisch ums Leben kam.

Ich bin frühzeitig nach Hause gefahren und war sehr glücklich, den Capitano noch sehr viel herzen zu können, bevor er wieder losmusste. ❤ ❤ ❤

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Heute koch ich Ketchup!

Das sind alles Fleischtomaten aus dem Hause Ackerbau! Als wenn die Samen die Schmach der vergangenen Jahre haben rächen wollen, sind dieses Jahr gleich mehrere tolle Pflanzen entstanden! Ein gelber Dattelwein, diverse Fleischtomaten sowie sogar eine Black Cherry. Dankedanke dafür!

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Europameisterschaft 2017

Oh, Dänemark spielt! Schnell den Vimpel holen!


Und schon fiel das 1:0 🇩🇰😍

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Finde das Bürgerbüro

Wegen des polizeilichen Führungszeugnisses und weil meine Praktikantinnen praktisch meine Arbeit übernommen haben, fuhr ich am Dienstag am frühen Nachmittag in das Ortsamt Toitenwinkel. Wenn Toitenwinkel das Hinterteil von Rostock ist, dann liegt das Ortsamt Toitenwinkel praktisch… also… am Hintern vom Hintern. Von der Klinik kaum in Luftlinienlinie zu erreichen. Zu allem Überfluss ist Toitenwinkel auch noch städtebaulich von oben sicherlich sehr nett und interessant anzuschauen, aber zielgerichtete Orientierung ist in dem unübersichtlichen Stadtteil mit all seinen gleich aussehenden Gebäuden und exotischen Straßennamen eher schwieriger. Zudem war ich zum letzten Mal dort, nachdem ich aus Gründen, aus einem sehr schönen Grund, meinen Nachnamen geändert hatte und nun einen neuen Personalausweis brauchte ❤ .

Dann fuhr ich auch noch ohne Helm und Sonnenbrille los, so dass ich als eingefleischte Veganerin mit geschlossenem Mund fahren musste, um keine Fliegen oder ähnliches Ungemach einzuatmen.

Am Ende fand ich das Ortsamt, aber obwohl ich sogar wusste, wie es von außen aussieht und wo es ungefähr ist, habe ich es erst bemerkt, als ich ca. 5 Meter davor stand.

Das Ortsamt T.-Winkel ist dermaßen gering frequentiert, dass es auf Dinge wie Empfang und Wartenummern vollständig verzichtet. Von den Bürgern wird also die Arbeitsgedächtnisleistung verlangt, sich bei Ankunft alle bereits anwesenden Bürger zu merken, um zu wissen, wann man dran ist.

Im von außen einsehbaren, aus Diskretionsgründen mit Glas abgeteilten eigentlichen Ortsamtsservicebereich saß an dem einen von drei möglichen Plätzen ein Pärchen, das ein Problem offensichtlich von Passierschein-38-Ausmaß vortrug. Infolgedessen wurde nicht nur der einzige andere besetzte Platz vakant, weil die zuständige Sachbearbeiterin von dom Problem angelockt wurde. Nein, die ursprünglich zuständige Sachbearbeiterin verschwand dann auch für längere Zeit. Irgendwann durfte ich dann aber doch auch mit meinem bescheidenen Anliegen vorsprechen.

Wofür brauchen Sie denn das Führungszeugnis?

Für die Promotion.

Für die Promotion, die Einreichung der Promotionsschrift.

D O K T O R A R B E I T

… Ach so. Also nicht für die Vorlage bei einer Behörde. Dann wird es zu Ihnen nach Hause geschickt.

Ja wunderbar!

Kaum nötig zu erwähnen, dass das Problempärchen dann an der Kasse auch wieder direkt vor mir Probleme bereitete. Aber zum Angehörigengespräch war ich rechtzeitig genug wieder zurück. Habe ich eben nicht den vermeintlich kürzesten Weg genommen.

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Neues aus B.

Gestern ruft Hausmeister B. an.

Ja, hallo, ja nee, ja, hia is Herr B. Wir ham wejng Ihr Abituazeugniss telefoniat. Also es is, wie ick schon dachte, dass dit nich hia bei uns is. Wir ham hia bis 1970 Zeugnisse vonne Realschule, aber nüscht vom Jümnasjum. Dit muss mit den Jümjasium mitjezoohng sein.

Hm ja, okee, denn muss ick ma bein Schulamt nochma nachfraren, weil irjngwo musset ja sein.

Ja, ick weeß ooch nich so rischtisch, wo Se sich jetz hinwenn könnten. Hm. Wissen Se denn, wo dit Jümnasjum hinjezoohng is?

Nee, jenaujenomm is dit Jimnasjum ja nich irngwohin jezoohng, sondern jewissermaßen uffjelöst, vaschtehnse?

Ja, wie jesacht, wir sinn ja 2001 vonet Märschnvürtel herjezoohng, aber is noch allet da, so bis 1970. Fuffzich Jahre muss man son Zeugniss uffbewahrn.

Donnawetta! Fuffzich Jahre! Denn würtet ja wohl irngwo noch sein. Isja grad ma zwanzich Jaare hea.

Dit sangse ma nich! Ick hab schon paar Schuln uffjelöst. So Hülfsarbeiter machen sich ja keene Platte, watse da wegschmeißen un wat nich. Aber wie lösn wa dit denn nu bei Sie? Wo könntnse sich denn nu hinwenden?

Also das isja riesisch nett, dasse sich da so Jedanken machen! Dankeschön!

Naja, wie soll ick det sahng, ick bin numa so.

Da habick ne Idee. Die letzten Jaahgänge vom Jimnasjum sind ja an dit andre Jimnasjum da jekommen. Vielleicht is da ooch dit Aschief hinjegkomm. Vielleicht rufick da ma an.

Dit is ne jute Idee. Hier habick gleich ma die Telefonnumma von dit annre Jümnasjum. 1234567890.

Oh vieln Dank! Danke für Ihre Mühen!

Ach, jerne doch. Tschüss.

[Handlungsloch.]

Natürlich erreicht man um 15:07 keine Schulsekretärin mehr, sondern Herrn S., der mir seine Position in der Schule nicht näher erläuterte, aber offensichtlich nicht der Hausmeister war. Es stellte sich zumindest heraus, dass diese Schule gewissermaßen meine Schule und damit vielleicht auch deren Archiv geerbt hatte.

Heute morgen dann die Sekretärin erreicht und immerhin schonmal die Information, dass tatsächlich das Archiv meiner alten Schule in ihre Schule gezogen sei. Allerdings fand sie mein Zeugnis nicht ganz auf Anhieb, „dit is ja schon so lange her“. Danke dafür. Ich solle nachm Mittag nochmal anrufen.

Um 14 Uhr erreichte ich wiederum Herrn S. (Frau A. is heute nich mehr da.)

Ick kann aber ma kucken, ob da schon was liegt. Wartnse ma kurz.

[Geht weg, kommt wieder.]

Wie war der Name nochma? Juti. Dit liegt hier schon bereit. Da musse noch Kopien machen und so. Rufense doch morgen früh nochma an.

[Kurze Pause.]

Da ham Sie also anno dunnemals hier Abitur jemacht. Dit isja’n Ding. Ach ick seh grad, janich bei uns.

Ja nee, wie jesacht uff der anderen Schule, aber Sie ham ja nun dit Aschief von denen jeärbt und desweeng.

Ja, ick hab mich schon jewundert, weil oochn janz andra Schulleita druffsteht. Na jut. Isja’n Ding.

Freut mich zu höan, dass nun der Promossjon nüscht mehr im Wege steht.

Oh! Na, vielleicht erwähnense uns ja in Ihrer Promozjon.

Beschtümmt! Also vieln Dank nochma, und ick rufe denn morng früh die Sekretärin nochma an.

Aber jerne doch.

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Weiter geht es mit Projekt P


Ab morgen darf der Doktorvater draufschauen. 

Es ist in meinen Augen noch nicht perfetto, aber jetzt hätte ich gerne mal Feedback. 

Irre, wie cool sich so ein gebundenes Probeexemplar anfühlt. 

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