Zum ersten Mal: MRT

Beruflich habe ich viel mit MRT zu tun. Zumindest auf dem Papier. Die meisten meiner Patienten haben MRT-Erfahrung, ein beträchtlicher Teil sogar regelmäßig. Daher wusste ich auch bis heute schon sehr viel über MRT. Zum Beispiel, dass es sprachlich natürlich DIE MRT, nämlich die Magnetresonanztomographie heißt, gleichwohl selbst Ärzte in ihre Briefe stets die Mär VOM MRT diktieren. Das durchgeführte MRT ergab…, im MRT zeigten sich…, bitten wir um die ambulante Durchführung eines MRT. Ich finde auch, dass DIE MRT irgendwie komisch klingt. Weiterhin weiß ich, dass es im MRT laut ist. Gleichwohl schlafen viele der routinierten Patienten im MRT ein, weil es so langweilig sei. Natürlich gibt es im Zusammenhang mit MRT auch Platzangst, weswegen manche Patienten sediert werden, Kinder sogar narkotisiert. In meiner Klinik ist Tavor das Mittel der Wahl, weswegen ich Patienten, die direkt nach dem MRT zu mir kommen, direkt wieder wegschicken kann. Ich weiß sogar noch aus der Studienzeit, dass eine falsch plazierte, nämlich noch im Arztkittel befindliche Büroklammern unter Umständen zu sehr, sehr viel Ärger sowie einem zwischenzeitlich außer Gefecht gesetzten Gerät führen kann.

Heute konnte ich mein bislang viel zu theoretisches MRT-Wissen endlich mal auf praktisch eingefärbte Füße stellen. Mein seit Madeira verschlepptes kommendes und gehendes Fuß-Aua hatte sich nämlich letzte Woche etwas akzentuiert, so dass ich einen guten Facharzt einen Facharzt, bei dem man sofort rankommt, konsultierte. Nach einer wahrscheinlich sinnfreien Röntgenaufnahme wurde die MRT-Untersuchung anberaumt, organisatorisch in die Wege geleitet und heute also durchgeführt.

Erstens: Eine zackiger organisierte Praxis habe ich noch nie erlebt. Zweitens: Ich weiß es nicht, aber möglicherweise habe ich zu keinem Zeitpunkt meines Aufenthaltes dort einen Arzt gesehen, geschweige denn gesprochen. Anders ausgedrückt hatte ich es ausschließlich mit Frauen zu tun, und das in einer Praxis zweier Ärzte, die auch in Wismar und Greifswald Praxen betreiben. Naja. Drittens nutzt es nicht, theoretisches Wissen über die Funktionsweise eines MRT zu haben, es ist doch sehr interessant zu erleben, wie das in der Realität aussieht.

In der Umkleidekabine legt man alles ab, was metallisch ist. Ja, auch Ehering und BH. Den Socken darf ich hingegen anbehalten. Das Gerät selbst ist glücklicherweise keine Vollröhre, sondern 70 cm lang, so dass der Oberkörper und damit der Kopf außerhalb bleiben (Nein, ich hab natürlich keine Platzangst!) Wegen der lauten Geräusche bekomme ich Kopfhörer. Einen Moment lang schwanke ich zwischen hoffentlich Musik und hoffentlich nicht. Es ertönt der Gesang eines leider deutschsprachigen Interpreten. Glücklicherweise beginnt das Gerät, seine Geräusche zu entfalten. Die sind nicht ohne. Die Lautstärke störte mich aus beschriebenen Gründen nicht so sehr, aber es befremdete mich etwas der Science-Fiction-Charakter der Geräusche. Zwischenzeitlich klang es allerdings mehr nach Maschinengewehrgeknatter. Der visuelle Input hielt sich in Grenzen. Die Decke bestand aus Akustikdeckenplatten, am Scanner prangte der Firmenname sowie ein Hinweis auf Laser. Die Wände waren grünlich illuminiert. Mit anderen Worten: Es ist laut, langweilig, und man soll sich natürlich nicht bewegen. Als in einer Geräuschpause mal die schlimme Musik hörbar wurde, bestand der Refrain aus den Worten Holt mich hier raus, holt mich hier raus. Fand ich jetzt nicht ganz glücklich. Aber dann war es auch schon vorbei.

Ich hatte mich schon auf eine längere Wartezeit wegen der CD mit den Aufnahmen eingestellt, aber selbst diese kamen schneller, als ich das Telephon wieder einschalten konnte. Das ganze hat nicht länger als 20 Minuten gedauert.

Ergebnis habe ich natürlich noch keines. Wollte heute unsere Chefradiologin mal fragen, ob sie sich zur Abwechslung mal einen Fuß angucken will, habe sie aber nicht getroffen.

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Frühling an der Ostsee

Natürlich sind wir heute nach Warnemünde gefahren. Wer weiß, wie schnell das wieder vorbei ist, dass man sich auch als “Einheimischer” dort tummeln möchte. Im Sommer meiden die Rostocker Warnemünde eher. Zu voll.

Bei Karls Ausflugslokal am Passagierkai kann man hochstapeln. Wenn man kann.

Infolge der Sonnenfinsternis kam es hier zu einem kleinen Hochwasser, das die sogenannte Sandfalle westlich der Westmole komplett überspieltspült hat. Ohne nasse Füße wäre man hier nicht, wie sonst üblich, an den Strand gekommen.

Hegemann 1 baggert den Seekanal wieder frei. Wobei, “bagggern” ist vielleicht der falsche Ausdruck. Er saugt vom Grund den Schlamm an, behält die Feststoffe bei sich und spült das Wasser wieder raus. Vorne am Backbordbug gut zu sehen.

Mehr Schiffe als gewöhnlich liegen vor Warnemünde auf Reede.

Mit schwerem Gerät wird der Strand fit für die kommende Saison gemacht. Sonntags natürlich nicht.

Selbst der Himmel machte Quatsch.

Jaha. Ich liebe dieses Schild <3. Glühwein gab es trotzdem nicht, sondern…

… Hot Caipirinha. Leute, denkt, was Ihr wollt. Das ist echt wie Caipirinha, nur eben nicht kalt, sondern warm. LECKER!

Und am Ende haben wir noch mit dem Polen eine klitzekleine Seereise angetreten :-D.

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Quoten

Jetzt kommt ja die Frauenquote. Dazu habe ich keine spezielle Meinung, da ich nicht einschätzen kann, in welchem Ausmaß tatsächlich eine gläserne Decke existiert. Was ich allerdings sehr wohl weiß: Frauen werden in Einstellungsgesprächen grundsätzlich nach der Familienplanung, nach bereits vorhandenen Kindern sowie deren Versorgung bspw. im Krankheitsfall befragt. Männer in aller Regel nicht. Im Gegenteil ist es bei Männern sogar erwünscht, dass sie Familie haben. (Dieses Wissen ist allerdings sekundär, ich habe da keine eigenen Erfahrungen bzw. welche im Freundeskreis.) Was auch bekannt ist: Auch nach Bereinigung um ungückliche Berufswahl und Teilzeitbeschäftigung, also bei vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen weniger als Männer. Zudem man ja auch hinterfragen kann, warum die klassischen Frauenberufe so sehr viel schlechter bezahlt werden als die Männerberufe. Dient ein Mechatroniker der Gesellschaft mehr als eine Erzieherin? Angesichts dieser beiden Beispiele frage ich mich durchaus, warum man unter großem Tamtam eine Quotenregelung verabschiedet, die vor allem jenen Frauen hilft, die es ohnehin schon ziemlich weit gebracht haben. Naja. Wie gesagt, eine abschließende Meinung habe ich dazu nicht. Betrifft mich eh nicht.

Neuerdings betreiben in meinen Augen seltsame Menschen eine ganz andere Quote: Ausgerechnet die Junge Union (!) Rügen kämpft für eine Deutschquote im Radio. Alter! Habt Ihr Euch den Quatsch mal angehört? Ich rede jetzt nicht von der Sinnhaftigkeit der Texte von Helene Fischer, die eine Kollegin neulich mit “sehr gering ausgeprägt” beschrieb (ihre ca. dreijährige Tochter ist aktuell eine glühende Helene-Fischer-Verehrung, daher stammt die unfreiwillige Expertise der Kollegin), da Helene Fischer ganz offensichtlich weder auf eine Frauen- noch auf eine Deutschquote angewiesen ist, um ihr zweifelhaftes Werk unter das Volk bzw. jene, die sich dafür halten, zu bringen. Wir hören zuhause sowiese kein Radio und im Auto häufig NDR 1. Die erfüllen bereits jetzt so eine Quote, der Anteil deutschsprachiger Musik ist leider hoch und zwingt fast stets zum Umschalten auf Ostseewelle. Denn was da so zusammengesungen wird, geht ja gar nicht. Von Buhuhu bis Mimimi ist wirklich jede Befindlichkeit dabei, nur übertroffen von Schmalz schlimmster Güte sowie Reim-mich-oder-ich-fress-Dich. Ich bringe extra keine Beispiele, weil es mich bislang sehr glücklich macht, dass ich den Quatsch wenigstens sofort wieder vergesse. Und für die Ausdehnung dieses Phänomens kämpft die Junge Union. Na. Ist weder meine Alters- noch meine Politikklasse. Wird eh nicht kommen. Ich meine, diese Leute wollen ja nicht mehr Lieder von den Ärzten oder von Tocotronic im Radio hören. Sie wollen mehr Schlager. Aber dann sollten sie so ehrlich sein und eine Schlagerquote fordern. Die wär mir aber auch egal. Dann würden wir im Auto eben wieder CDs hören.

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Hallo Sofi!

Die Welt ist nicht untergegangen, das Stromnetz entgegen kräftigster Unkerei nicht zusammengebrochen und die Vögel haben auch nicht das Zwitschern eingestellt. Und jetzt ist ja auch wieder da.

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Wo die kleinen Wolken herkommen

Endlich ist das Rätsel gelöst, wo die kleinen Wolken herkommen:

wolkenmacherKlarer Fall: Dahinter steckt nichts anderes als das Steinkohlekraftwerk im Rostocker Überseehafen :-P. Danke an den Capitano für diese bahnbrechende Entdeckung! Nobelpreis dürfte sicher sein.

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Captain’s coming home

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Nach der zweiten Salamitaktikaktion des Wochenendes ist der Capitano mit den Mannen endlich in Rostock eingelaufen. <3 <3 <3

P.S. Am Heck scheint noch ein O zu fehlen…

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Sehr geehrte Deutsche Bahn,

nach längerer Abstinenz und mehreren von mir zum Glück verpassten Streiken (Streiks? Streiki?) könnte man ja denken, dass sich ein Wirtschaftsunternehmen, das Sie ja sind, wenngleich Sie auch mir indirekt quasi ja dennoch immer noch irgendwie gehören, jedenfalls ja erwarten, dass Sie wie die meisten anderen Unternehmen auch an Ihrer Kundenzufriedenheit und Akzeptanz arbeiten und Ihre diesbzügliche, wie man heutzutage so sagt, Performance stetig verbessern.

Ich möchte mich ja nicht beklagen. Ich sitze inzwischen zuhause und habe nur den ersten Durchgang vom Teamwettbewerb in Lahti sowie einen 1A Frühlingssonnenuntergang verpasst, es war unterwegs weder kalt noch zu heiß, es drohten weder Dehydrierung noch Unterzuckerung, und richtig pampig war auch fast keiner. Aber ich bin inzwischen, also seit meinen höherfrequentigen Zugtagen, auch älter und leider nun auch mal erwachsen geworden, und ganz ehrlich. Sehr geehrte Deutsche Bahn. Ich habe echt keinen Bock, für den Haufen Kohle, den Sie verlangen, auch noch verarscht zu werden.

Am Anfang steht der Preis. Rostock-Leipzig hin und zurück für 170 Öre. Verdejo Administrator! Die Rückfahrt verdanke ich ohnehin nur einer geplanten Baustelle, infolgedessen ich ab Bitterfeld einen ICE nach Warnemünde nutzen kann, den ich nach Normalplan mit dem anderen RE gar nicht erreicht hätte. Obwohl es offensichtlich also einen Baustellenfahrplan gibt, geraten wir bei Jüterbog trotzdem aufgrund von Bautätigkeiten bereits in Verzug. Na schön. Ich muss ja nicht mehr umsteigen.

Dann erreichen wir Berlin Südkreuz und fahren eine ganze Weile lang nicht weiter. Entspannt orientiere ich nach einem günstigeren Platz. Dann kommen die Durchsagen. Ich bin etwas erstaunt, dass trotz bereits seit Jahrzehnten bestehender Kritik an genau diesem Verhalten im Salamitaktikstyle immer wieder vertröstet wird. Schlimm genug, habe ich bereits ansatzweise gepostet. Aber ich möchte nicht angelogen werden. Wenn der Lokführer angeblich innerhalb der nächsten fünf Minuten mit einem Zug von Berlin Hbf eintreffen soll, dann erwarte ich, dass hinter dieser Durchsage die Information steht, dass das auch der Fall ist. Dazu passt dann aber nicht, dass die in fünf Minuten ist er aber wirklich da Botschaft alle zehn Minuten wiederholt wird. Also wer sich da nicht verarscht fühlt… ich weiß nicht. Als wir dann endlich dann doch weiterfahren, bemerke ich, dass die Schaffnerin bereits weiter vorn einer Dame irgendwas wegen der Verspätung erklärt und dazu sagt, na, es war eben menschliches… Dingens… Daraufhin spreche ich sie auch an und sage, kann ja alles passieren, aber bei solcher Informationslage fühlt man sich doch usw., und dann sagt die doch allen Ernstes, der Kollege habe nicht richtig auf den Dienstplan geschaut!! Herrschaftszeiten! Das ist nicht menschliches Dingens. Das ist Geht Nicht! Wofür ist das denn schon wieder eine Ausrede? Eine Weile gab es ja Böschungsbrände, dann Notarzteinsatz am Gleis, spielende Kinder wurden gern angeführt, oder Störungen im Betriebsablauf. Als letztere wurde mir auch die Verspätung in der Bahnapp verkauft. Sehr geehrte Bahn, das geht nicht. Entweder schreibst Du Deine Dienstpläne nicht richtig, oder die Sanktionen für Dienstplan nicht einhalten sind zu gering. Oder denk Dir mal neue Ausreden aus.

Aber ok, ist passiert, Kind, Brunnen, Schwerkraft etc., aber dann kommt Ihre etwas genervte Kundin tatsächlich in Rostock an mit roundabout einer Stunde Verspätung, kein Schnee, kein Eis, kein Nebel, keine kaputte Klimaanlage, keine Weichenstörung, kein Warten auf Anschlussreisende, nicht mal ein klitzekleiner Böschungsbrand – kurzum, eine nicht ganz einsichtige Verspätung, man geht zum Service Point und sagt: Der ICE eben, eine Stunde Verspätung, wie geht das mit der Entschädigung?

Dann möchte ich nicht hören: Ich gebe Ihnen mal das mit (irgendetwas mit einem riesigen Stempel abgestempeltes sowie ein ca. dreiseitiges Formular mit gefühlten vier Durchschlägen) und das reichen Sie dann mit der Fahrkarte ein. Wenn ich dann sage, die Originalfahrkarte brauche ich noch, möchte ich nicht hören, na dann machen Sie eine Kopie und versuchen Sie Ihr Glück. Wenn ich dann sage, was soll das denn, es gibt doch meines Wissens auch einen Weg ohne Originalfahrkarte, schließlich ist es ja gut möglich, dass man diese noch für Abrechnungszwecke aller Art noch benötigt (z.B. für einen Passierschein A38), möchte ich nicht hören 16.33 HÄTTE ER ANKUNFT GEHABT UND ES IST DOCH ERST 17:28!! Wenn mich meine Verabredungum 55 Minuten versetzt bin ich nicht wesentlich weniger verärgert, als wenn es eine Stunde wäre! Ich will dann zumindest nicht pampig behandelt werden!

Außerdem, und das machte mich sehr böse, war mir vorher schon klar: Wenn ich zur Wahrung meiner Fahrgastrechte, über die man bei Bedarf sofort ein mehrere Seiten umfassendes, von Prädikats-Volljuristen DesInformationsformular ausgehändigt bekommen kann, extra diese bekloppten NICHT-Service-Point aufsuchen muss, fährt mir mit Sicherheit die Straßenbahn vor der Nase weg, mit der ich noch den Bus ohne längeres Warten bekommen hätte. Darüber freute sich dann hoffentlich am Dierkower Kreuz der Taxifahrer, der sich dafür, in angemessener Form natürlich, die ganze Geschichte anhören durfte. Ich bin ja auch nicht immer im Dienst.

Sehr geehrte Bahn, Kundenfreundlichkeit, Information und Service sehen leider immer noch anders aus. Eigentlich habe ich heute gefühlt eine Verschlechterung erlebt, denn ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo bei Verspätungen Kaffee, Mineralwasser und Schoki ausgeteilt und Bahngutscheine unkompliziert noch im Zug ausgegeben wurden. War das wirklich so schlimm? Und wundert Ihr Euch ernsthaft, dass die Leute massenhaft in die Fernbusse hüpfen? Ich habe nicht recherchiert, was Rostock-Leipzig mit dem Bus kostet Aber bestimmt nicht 85 Öre.

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