Europameisterschaft 2017

Oh, Dänemark spielt! Schnell den Vimpel holen!


Und schon fiel das 1:0 🇩🇰😍

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Finde das Bürgerbüro

Wegen des polizeilichen Führungszeugnisses und weil meine Praktikantinnen praktisch meine Arbeit übernommen haben, fuhr ich am Dienstag am frühen Nachmittag in das Ortsamt Toitenwinkel. Wenn Toitenwinkel das Hinterteil von Rostock ist, dann liegt das Ortsamt Toitenwinkel praktisch… also… am Hintern vom Hintern. Von der Klinik kaum in Luftlinienlinie zu erreichen. Zu allem Überfluss ist Toitenwinkel auch noch städtebaulich von oben sicherlich sehr nett und interessant anzuschauen, aber zielgerichtete Orientierung ist in dem unübersichtlichen Stadtteil mit all seinen gleich aussehenden Gebäuden und exotischen Straßennamen eher schwieriger. Zudem war ich zum letzten Mal dort, nachdem ich aus Gründen, aus einem sehr schönen Grund, meinen Nachnamen geändert hatte und nun einen neuen Personalausweis brauchte ❤ .

Dann fuhr ich auch noch ohne Helm und Sonnenbrille los, so dass ich als eingefleischte Veganerin mit geschlossenem Mund fahren musste, um keine Fliegen oder ähnliches Ungemach einzuatmen.

Am Ende fand ich das Ortsamt, aber obwohl ich sogar wusste, wie es von außen aussieht und wo es ungefähr ist, habe ich es erst bemerkt, als ich ca. 5 Meter davor stand.

Das Ortsamt T.-Winkel ist dermaßen gering frequentiert, dass es auf Dinge wie Empfang und Wartenummern vollständig verzichtet. Von den Bürgern wird also die Arbeitsgedächtnisleistung verlangt, sich bei Ankunft alle bereits anwesenden Bürger zu merken, um zu wissen, wann man dran ist.

Im von außen einsehbaren, aus Diskretionsgründen mit Glas abgeteilten eigentlichen Ortsamtsservicebereich saß an dem einen von drei möglichen Plätzen ein Pärchen, das ein Problem offensichtlich von Passierschein-38-Ausmaß vortrug. Infolgedessen wurde nicht nur der einzige andere besetzte Platz vakant, weil die zuständige Sachbearbeiterin von dom Problem angelockt wurde. Nein, die ursprünglich zuständige Sachbearbeiterin verschwand dann auch für längere Zeit. Irgendwann durfte ich dann aber doch auch mit meinem bescheidenen Anliegen vorsprechen.

Wofür brauchen Sie denn das Führungszeugnis?

Für die Promotion.

Für die Promotion, die Einreichung der Promotionsschrift.

D O K T O R A R B E I T

… Ach so. Also nicht für die Vorlage bei einer Behörde. Dann wird es zu Ihnen nach Hause geschickt.

Ja wunderbar!

Kaum nötig zu erwähnen, dass das Problempärchen dann an der Kasse auch wieder direkt vor mir Probleme bereitete. Aber zum Angehörigengespräch war ich rechtzeitig genug wieder zurück. Habe ich eben nicht den vermeintlich kürzesten Weg genommen.

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Neues aus B.

Gestern ruft Hausmeister B. an.

Ja, hallo, ja nee, ja, hia is Herr B. Wir ham wejng Ihr Abituazeugniss telefoniat. Also es is, wie ick schon dachte, dass dit nich hia bei uns is. Wir ham hia bis 1970 Zeugnisse vonne Realschule, aber nüscht vom Jümnasjum. Dit muss mit den Jümjasium mitjezoohng sein.

Hm ja, okee, denn muss ick ma bein Schulamt nochma nachfraren, weil irjngwo musset ja sein.

Ja, ick weeß ooch nich so rischtisch, wo Se sich jetz hinwenn könnten. Hm. Wissen Se denn, wo dit Jümnasjum hinjezoohng is?

Nee, jenaujenomm is dit Jimnasjum ja nich irngwohin jezoohng, sondern jewissermaßen uffjelöst, vaschtehnse?

Ja, wie jesacht, wir sinn ja 2001 vonet Märschnvürtel herjezoohng, aber is noch allet da, so bis 1970. Fuffzich Jahre muss man son Zeugniss uffbewahrn.

Donnawetta! Fuffzich Jahre! Denn würtet ja wohl irngwo noch sein. Isja grad ma zwanzich Jaare hea.

Dit sangse ma nich! Ick hab schon paar Schuln uffjelöst. So Hülfsarbeiter machen sich ja keene Platte, watse da wegschmeißen un wat nich. Aber wie lösn wa dit denn nu bei Sie? Wo könntnse sich denn nu hinwenden?

Also das isja riesisch nett, dasse sich da so Jedanken machen! Dankeschön!

Naja, wie soll ick det sahng, ick bin numa so.

Da habick ne Idee. Die letzten Jaahgänge vom Jimnasjum sind ja an dit andre Jimnasjum da jekommen. Vielleicht is da ooch dit Aschief hinjegkomm. Vielleicht rufick da ma an.

Dit is ne jute Idee. Hier habick gleich ma die Telefonnumma von dit annre Jümnasjum. 1234567890.

Oh vieln Dank! Danke für Ihre Mühen!

Ach, jerne doch. Tschüss.

[Handlungsloch.]

Natürlich erreicht man um 15:07 keine Schulsekretärin mehr, sondern Herrn S., der mir seine Position in der Schule nicht näher erläuterte, aber offensichtlich nicht der Hausmeister war. Es stellte sich zumindest heraus, dass diese Schule gewissermaßen meine Schule und damit vielleicht auch deren Archiv geerbt hatte.

Heute morgen dann die Sekretärin erreicht und immerhin schonmal die Information, dass tatsächlich das Archiv meiner alten Schule in ihre Schule gezogen sei. Allerdings fand sie mein Zeugnis nicht ganz auf Anhieb, „dit is ja schon so lange her“. Danke dafür. Ich solle nachm Mittag nochmal anrufen.

Um 14 Uhr erreichte ich wiederum Herrn S. (Frau A. is heute nich mehr da.)

Ick kann aber ma kucken, ob da schon was liegt. Wartnse ma kurz.

[Geht weg, kommt wieder.]

Wie war der Name nochma? Juti. Dit liegt hier schon bereit. Da musse noch Kopien machen und so. Rufense doch morgen früh nochma an.

[Kurze Pause.]

Da ham Sie also anno dunnemals hier Abitur jemacht. Dit isja’n Ding. Ach ick seh grad, janich bei uns.

Ja nee, wie jesacht uff der anderen Schule, aber Sie ham ja nun dit Aschief von denen jeärbt und desweeng.

Ja, ick hab mich schon jewundert, weil oochn janz andra Schulleita druffsteht. Na jut. Isja’n Ding.

Freut mich zu höan, dass nun der Promossjon nüscht mehr im Wege steht.

Oh! Na, vielleicht erwähnense uns ja in Ihrer Promozjon.

Beschtümmt! Also vieln Dank nochma, und ick rufe denn morng früh die Sekretärin nochma an.

Aber jerne doch.

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Weiter geht es mit Projekt P


Ab morgen darf der Doktorvater draufschauen. 

Es ist in meinen Augen noch nicht perfetto, aber jetzt hätte ich gerne mal Feedback. 

Irre, wie cool sich so ein gebundenes Probeexemplar anfühlt. 

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Titel

Seit heute sieht Projekt P aus wie eine richtige P-Arbeit. Es besteht aus Titelseite, Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Einleitung, Methodenteil, Ergebnisteil, Diskussion und Literaturverzeichnis sowie Abbildungs- und Tabellenverzeichnis, Danksagung, wissenschaftlichem Lebenslauf und Selbständigkeitserklärung. Es fehlt noch die Zusammenfassung, und falls dem Konvolut über Nacht noch Abbildungen, Tabellen und ein Anhang wachsen sollten, wäre ich auch nicht böse.

79 Seiten. Der Chef so: Soviel Quatsch haben Sie zusammengeschrieben? Jaja, die armen Gutachter, die das alles lesen müssen… (Promovierende und Promovierte aller anderen Fachrichtungen, so ist das nunmal an einer Medizinischen Fakultät. Weniger ist mehr.)

Achso, was noch fehlt. Der Titel. Der könnte sich auch mal heute nacht materialisieren.

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Dit is wieda’n Tach, da kannste zwei draus machn

Vorgeschichte.

Ich brauche eine Zweitschrift meines Abiturzeugnisses. Das Schulamt des Stadtbezirks, in dem ich Abitur machte, schrieb mir per Mail, dass bei ihnen nichts zu holen sei, da in deren Archiv keine Zeugnisse aufbewahrt werden. Ich müsse mich an meine frühere Schule wenden inkl. Telefonnummer (!). Das damalige Gymnasium ist vor 15 Jahren in eine Realschule und 2010 dann in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt worden. Na, dann schauen wir mal.

Wählen. Tut. Tut. *krcks* „Nuschelnuschel B*. am Apparat.“

„Schönen Guten Tag, hafensonne hier, es geht um *erklärerklär*

„Nee, da kannick nisch weitahelfn. Von dit Günjaasjun hamwa wir nüscht im Aschief. Dit müsste mit den Günjaasjun mitjezezogn sein.“

„Hm, kann einklich nisch sein, weil dit Gymnasjum is jajanich umjezohng, sondern da wurde dann die Realschule draus und so.“

„Ja, ick bin ja nun noch nisch so lange hia, dit weeß ick jetze nich. Aba wenn Sie dit sagen. Dann kann ick ja ma im Aschief nachkieken. Hamse denn da ne Klassennumma?“

„Abiturjaahgank Anno trulla.“

„Und hamse ooch’n Lehranaahm?“

„Ja, der Tutor, wie hieß der nochma, aso ja, Trullala.“

„Trullala, ja nee! Den kennick doch ooch persönlisch! Also jetze nich ausm Schuldienst, wa, hahaha. Nisch dassse dit meinen. Aba ob wia da nu wat noch vont Günjasjun hier in unsan Aschief ham, gloob ick kaum. Also da kannick nischt vaschprechen. Ooch nisch, ob ick da heute noch rinjehe. Weil isja wieda’n Tach heute, da kannste zwei draus machen. Hahaha. Die Sekreteerin is krank und ick bin hia der Hausmeista. So, wie war Ihr Name nochma?“

„Jetze so, damals annas.“

„Und hamse ooch’ne Telefonnumma, wo ickse arreischen kann?“

„1234567890“

„Okee. Also ick melde mia, ob ick nu wat finde oda nisch. Ick gloob ja nich, dass da… aber ick kiek nach.“

„Vielen Dank, Herr B*! Schön‘ Tach noch.“

„Uff Wiedahörn.“

😀

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Mehr Neues

Kurz vor der Einreichung einer P-Schrift lohnt ein Blick in die P-Ordnung, die für einen relevant ist. Wahrscheinlich ist es überall so, und ich bin die einzige, die es nicht wusste: Man muss u.a. seine Hochschulzugangsberechtigung, also sein Abiturzeugnis, mit einreichen!

LEUTE!

Ich habe vor 20 Jahren Abitur gemacht. Ein schlechtes dazu. Dass ich es bei der Immatrikulation vorlegen musste – klar. Dass ich es bei der Anmeldung zur ersten Prüfung vorlegen musste – etwas befremdlich, aber okay. Dass ich es nach Erlangung des Hochschulabschlusses bei der Einstellung vorlegen musste – merkwürdig. Aber nun: Hä??

Bei einem meiner letzten 25 Umzüge ist mir mein Originalabiturzeugnis verschüttgegangen. Das betrübte mich nicht, einerseits meinte ich es nicht mehr zu brauchen, andererseits war es ja auch nicht besonders hübsch. Ich besitze noch eine letzte beglaubigte Kopie, aber ganz ehrlich, wenn ich diese Kopie bezüglich ihrer Echtheit einschätzen müsste, würde ich auch denken, der Pfarrer war wohl betrunken. Ich habe jedenfalls mit dem Wissen um die aktuellen Zustände in Berliner Verwaltungsangelegenheiten das Schulamt Köpenick-Treptow angefragt, wie es mit einer Zweitschrift aussehe.

Vor einem Führungszeugnis habe ich keine Angst, und anders als in Berlin werde ich wohl in Rostock nicht 3 Monate auf einen Termin beim Bürgeramt (in Rostock heißen die Dinger auch folgerichtig Ortsamt) warten müssen, und der Rest geht erfahrungsgemäß schnell. Nur die Öffnungszeiten befremden etwas. An keinem Tag wird vor 9:00 Uhr geöffnet, und der einzige ernsthaft längere Tag ist der Dienstag mit 18:00 Uhr. Mittwochs haben wir gar nicht auf. (Berlin vor 20 Jahren: Da war das noch bei der Polizei. Ab 7:30 Uhr.)

Inzwischen existieren ein automatisches Inhaltsverzeichnis und eine Danksagung. Die Titelseite ist in Auftrag gegeben. Die Selbständigkeitserklärung muss noch geschrieben werden sowie ein wissenschaftlicher Lebenslauf. Ach ja, und die Arbeit selber ist auch noch nicht fertig *augenroll*. Wird sie wahrscheinlich nie. Aber eingereicht werden wird sie doch.

Das nächste, das ich schreibe, ist der Ratgeber „Wie ich dann doch noch eine Doktorarbeit schrieb.“ Habe schon ein paar Anekdoten gesammelt. (Es wird eine Anekdotensammlung, dass kann ich bestimmt am besten.)

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