Beinahe bizarre Telephonate

Finanzamt und Mobilfunkanbieter.

Finanzamt. Ich finde es ja deutlich mehr als empörend, dass nicht nur die Abgabe einer nunjabeiunsnichtsooookomplexen Steuererklärung besser unter fachlicher Mithilfe erfolge, sondern auch anschließend Bescheide verschickt werden, die mit Ausnahme der Zeile, in der der zu überweisende Betrag und die entsprechende Kontonummer aufgeführt sind, extrem erklärungsbedürftig sind. Der Staat braucht unser Geld, klar, er soll es haben bzw. im Fall von uns Angestellten hat er es ja bereits. Ich finde aber, wenn schon wir beide Probleme haben, den Steuerbescheid zu verstehen, was machen dann die… hmm… *pc-modus an* äähhh *wieder aus* die, die ich meine, machen ja keine Steuererklärungen. Wahrscheinlich. Wir müssen aber sogar, weil ich durch die Gutachterei Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit habe.

Jedenfalls glichen meine bisherigen Telephonate mit unserem Finanzamt beinahe kafkaesken Erlebnissen. Ein Telephonat, bei dem ich eine einfache Auskunft wollte, endete mit mehreren für mich zuständigen Steuernummern, mehreren für mich auf gar keinen Fall zuständigen Sachbearbeitern und einem Folgebrief mit einer weiteren Steuernummer, nur das eigentliche Problem war nicht gelöst. Umso erstaunter war ich heute, als ein offensichtlich Nachwuchssteuererklärungensachbearbeiter vollkommen freundlich und kompetent meine Nachfragen beantwortete. Es begann etwas gruselig bereits damit, dass ich dort anrief, niemand ranging, der Kollege aber VON SICH AUS die Nummer auf seinem Display zurückrief, die einen Anruf in Abwesenheit signalisierte. Ich mache das zwar auch immer so, aber wer bin ich denn, von mir auf andere, zumal in dieser Behörde zu schließen? Ich bin beinahe vom Stuhl gefallen. Eine einzige Steuernummer reichte für wirklich alle Nachfragen aus, es scheint auch Vorteile zu haben, im deutschen Steuerrecht als Ehefrau immernoch so ein wenig die anderthalbte Geige zu spielen. Dieses erwies sich allerdings auch gleich wieder als Nachteil, weil die Kontonummer im Steuerbescheid nicht mehr stimmte, es aber ohne schriftliche, von beiden unterschriebene neu eingereichte Kontonummer nicht ginge, obwohl die dort noch ganz offiziell meine Kontonummer haben. Endgültig vom Stuhl rutschte ich aber, als der Finanzbeamte nach längerer Beratung mit diversen Kollegen erneut eigenmotiviert anrief und sagte, der Capitano könne natürlich auch was unterschreiben und einscannen und dann per Fax oder Mail oder wie auch immer an mich schicken und ich dann (immerhin) den Rest erledigen. Ich nur so: Das ist sehr nett von Ihnen, aber der Capitano befindet sich gerade mitten auf der Ostsee. Selbst wenn das Schiff sowas wie ein Fax hätte – die haben 3 Meter Welle dort.

Dann ein Anruf meines Mobilfunk- und Festnetzanbieters. Ich habe kürzlich – das nur ganz nebenbei – das neue Apfelfon bekommen und musste diesbezüglich beinahe darum betteln, als langjährige Kundin ein Angebot zu erhalten, das nicht deutlich schlechter war als eines für Neukunden. Nun wollten sie wissen, ob ich zufrieden sei, und inzwischen hatte man sich offensichtlich daran erinnert, dass ich schon langjährig Kundin sei. Nun gut. Ich erwähnte meine Unzufriedenheit mit dem Festnezt, seit einigen Tagen sei das Internet deutlich erlahmt, ohne dass sich unser ohnehin überschaubares Surfverhalten geändert hätte. Es stellte sich heraus, dass das Datenvolumen erschöpft war und der Traffic deshalb gedrosselt wurde. WTF? Nach 12 Tagen? Nach fast drei Jahren ohne jegliche Trafficüberschreitung? Das sah die Dame am Telephon auch ein. Vielleicht habe die Box ein großes Update geladen (man soll sich ja in die Dinger einwählen können, aber für sowas habe ich momentan keine Kapazität). Aus Kulanz sollten dann zunächst 50 GB für den restlichen Abrechnungszeitraum dazugebucht werden, das ging aber nicht, nun hat sie einfach die Datendeckelung herausgenommen, „surfen Sie mal schön und schauen sich mal einen Film an“, und tatsächlich. Nix ruckelt hier mehr. Verrückt.

Hafensonne etwas perplex ab.

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4 Antworten zu Beinahe bizarre Telephonate

  1. Frau Tonari schreibt:

    Upps, das bedient ja alles nun überhaupt kein Klischee.

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