Kurzurlaub

Ich konnte gestern und heute Urlaub nehmen, weil ich noch Urlaubstage über hab und wir keinen Urlaub ins neue Jahr mitnehmen dürfen. Ein langes Wochenende zur Zeitumstellung ist natürlich perfekt.

Herr Kater indes registrierte jeden Morgen, dass die Ladys verschlafen und man entsprechend mit den kleinen Fäusten an die Schlafzimmertüren trommeln muss, um weckend tätig zu werden.

Ich bin ja ein Mensch, der mit der Zeitumstellung ganz gut zurechtkommt, teils wahrscheinlich deswegen, weil ich nicht schon Wochen vorher mit an die Backen gepressten Händen herumschlage und immerfort rufe „OMG die f*ing Zeitumstellung bedroht meinen Biorhythmus!“ Teils vielleicht auch, weil ich am eigenen Leib erfahren habe, wie flexibel mein wohl doch nicht so gottgegebener Biorhythmus ist, insofern ich nach Jahrzehnten eines Eulenlebens seit ca. drei Jahren das Leben einer Lerche führe und das eigentlich ganz gut klappt. Ich möchte eigentlich auch nicht, dass die SOmmer-/Winterzeit abgeschafft wird. Eine Entscheidung nur für eines würde zwar den Wegfall der Umstellungen bedeuten, andererseits aber entweder dazu führen, dass es im Sommer früher dunkel und NOCH früher hell wird, wovon ich einfach mal gar nichts habe (hier in Rostock würde die Sonne glaub ich vor VIER UHR morgens aufgehen, das braucht ja nun wirklich niemand) und im Winter würde sich einfach gar nichts ändern oder im Sommer bleibt es so schön, wie es jetzt ist, und im Winter wird es noch später hell, was für zwei Lerchen am Wochenende auch nur mäßig attraktiv ist.

Dann muss ich dämliche Behördendinge tun. Einmal Steuererklärung. Eigentlich ja ein Ding, das man theoretisch gerne machen sollte, weil man ja meistens was zurückbekommt, also eine positive Verstärkung erhält. Klappt bei den meisten trotzdem nicht. Dieses Mal gibt es noch nichtmal das, denn ich bekomme wohl unfassbare 6 (in Worten SECHS) Euro wieder. Überhaupt Finanzverwaltung: Was rauchen die Leute bei euch eigentlich? Man klickt sich so durch die Formulare (ich finde tatsächlich dieses Elstertool für ein Programm, das eine Behörde benützt in einem so sensiblen Bereich, echt knorke), Arbeitslohn, besondere Aufwendungen, Wege zur ersten Betriebsstätte, alles cool, dann kommt schonmal Doppelbesteuerung (okayyyy, irgendwas mit der Schweiz wahrscheinlich) und dann BÄMM „weiterer Wohnsitz in BELGIEN“ und ich so HÄ? Warum nicht gleich „weiterer Wohnsitz auf den Falklandinseln oder sowas? Und nächste Seite dann Grenzgänger. Naja, so ist man wenigstens gut unterhalten.

Ein anderer, noch viel bekloppterer Punkt ist eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung. Anlass eh schon nicht so schön, aber dann. „Ungeklärte Beitragszeiten“, die schlimme Floskel. 15.03.-17.03. 2001. Ja, da habe ich merhmals tageweise als Vertretung in verschiedenen Kindergärten gearbeitet, mit ordentlichen Abrechnungen und Meldungen an die Sozialversicherungen. Warum ist das eine Lücke? Meine Zeit bei der Deutschen Post ist überhaupt nicht erfasst. Vom damaligen Studium soll ich Nachweise erbringen, am besten mit dem Studienbuch. Ha! Wenn ich damals in der Lage gewesen wäre, ein Studienbuch a) überhaupt zu führen und b) mit sinnvollen Inhalten zu füllen, hätte ich das Studium eventuell nicht abbrechen müssen. Und wer hebt nach dem 20. Umzug noch uralte zerknitterte Immatrikualtionsbescheinigungen auf? Ich glaube, ich werde Frau N. bitten müssen, mein Rentenkonto zu klären. Und ganz ehrlich: Ich habe einen Hochschulabschluss, einen sehr guten sogar, und ich bin in großen Teilen nicht in der Lage, diese Formulare zu verstehen. Allein der mich nicht betreffende Wust für die Anerkennung von Kindererziehungszeiten umfasst ca. 8 Seiten. Das geht so nicht.

Ansonsten kann ich noch vermelden, dass ich wieder essen kann. Mir ging es ähnlich wie Frau H., die ja auch länger unter Appetitlosigkeit litt, und essen eigentlich wollen, aber nicht können ist echt schlimm. Seit einigen Tagen zeichnete sich eine deutliche Besserung ab, so dass ich testweise mal was probieren wollte. Wir waren am Sonnabend im Steakhaus, und ich habe unter den staunenden Augen der Lady ein Steak nebst Pommes und Brot und Beilagensalat vertilgt. Das ist mir schon sehr lange nicht mehr gelungen.

Ach ja, und ich habe die Haare kurz. Schon im Juli sagte ich zu unserer Friseurin, wir müssen über Undercut sprechen. Aber was sie mir da schnitt, war höchstens ein Fasson. Diesmal arbeitete ich mit ausgedruckten Fotos von schönen Frauen mit Undercut, nicht rasiert, aber doch deutlich kurze Schläfen und Nackenpartien. Mein Deckhaar ist auch recht kurz, so dass es wahrscheinlich wieder kein Undercut geworden ist, aber es gefällt mir. Und anderen offensichtlich auch, denn am Donnerstag wurde ich geradezu überhäuft mit Komlimenten, und das fühlte sich sehr gut an. Komplimente annehmen ist ja auch eine wichtige Sozialkompetenz.

Ansonsten hören wir uns durch den wunderbaren Podcast von Christian Huber und Tarkan Bagci (Gefühlte Fakten, zu hören bei Spotify und iTunes), das ist dann also nach dem Adventskalenderpodcast und dem Coronaupdate vom NDR schon der dritte Podcast, den ich höre, und vielleicht bin ich inzwischen nicht mehr diese Person, die keine Podcasts hört. Das blöde ist nur, ich muss nebenbei immer noch etwas nichtsprachliches machen, also am Händi spielen oder Haushaltsdinge. Sobald lesen, schreiben oder gar nichts im Spiel ist, schweife ich ab, und ich höre nicht mehr zu.

Jetzt sitze ich am 2. November auf dem Balkon. Kann man ja machen.

Aso, und ich habe jetzt Twitter. Frau H. ist wieder da, lässt sich aber nur von bestätigten Followerinnen lesen, und naja. Dann ist das jetzt so. Ich habe noch nicht alles verstanden, aber Lernkurven können ja auch was Feines sein. Folgt mir gerne unter @hafensonne.

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