Zwei Geburtstage, zwei Geburtstage!

Ich habe gestern meinen 43. Geburtstag gefeiert und heute meinen 44. *heia Frau H.!“ und das kam so:

Im letzten Jahr, es war Pandemie, die Älteren erinnern sich, und die Zahlen stiegen und es gab keine Impfung und keine Schnelltests für jederfrau, und ich hatte, was ja nun wirklich nicht besonders oft vorkommt, an einem Sonntag Geburtstag, und in einem Innenraum wollte ich keineswegs essen gehen, und das Wetter war einfach völlig erbärmlich. Kalt und nass. Natürlich kochte uns die Lady was Feines, aber wir haben gerade festgestellt, dass wir uns nicht einmal mehr erinnern können, was es war. Es war einfach nur ein doofer Tag mit doofem Wetter, das kenne ich von meinen Geburtstage nicht. Gewöhnlich habe ich einigermaßen brauchbares Wetter, ich kann mich nicht erinnern, einmal so einen doofen Geburtstag, wenn auch in bester Begleitung erlebt zu haben.

In diesem Jahr gab es den Plan, gestern nach Stralsund zu fahren, um irgendwo nett zu essen, und heute ins Ozeaneum zu gehen. Die Lady besorgte ein Hotel und die Karten/ Zeitslots für das Ozeaneum, wir betrieben etwas Lokalrecherche, ohne zu einer konkreten Festlegung zu kommen, und stiegen gestern in einen vollkommen leeren ICE nach Stralsund.

Nachdem wir am Hauptbahnhof in Stralsund ein Taxi ergatterten, was sich als unerwartet schwierig erwies, erspähten wir kurz vor Ankunft am Hotel eine größere Terrasse mit Restaurantbetrieb auf der Hafeninsel. Die Sonne schien, es war warm. Nach freundlichem Empfang im Hotel schlenderten wir dorthin, es gab ein Braugasthaus mit jedoch in diesem Moment fehlender warmer Küche und ein griechisches Restaurant, das Poseidon, und dorthin begaben wir uns, um wirklich sehr gut zu speisen, in der Sonne, mit Blick auf den Sund und Brückenöffnungen, und es fühlte sich einfach so gut an, draußen zu sein, richtig gut zu essen (alles inkl. Tsatsiki und Metaxasauce selbst gemacht), sich miteinander wohlzufühlen, und dann sagte ich, okay, das ist dann jetzt mein 43. Geburtstag. Ich habe ihn sehr genossen, mit Ausnahme der Wahlergebnisse am Abend.

Heute dann also mein 44. Geburtstag, er begann mit einem für Hotelverhältnisse fantastischen Frühstücksbuffet nebst versierter, freundlicher Fachkraft, die Salate waren hausgemacht, es war nicht 08/15 Standard, die freundliche und professionelle Fachkraft gab sich große Mühe, trockenen Sekt aufzutreiben, den wir dann draußen im Strandkorb einnahmen, die Sonne ging über der Rügenbrücke auf, Angler… viele Angler… seltsame Personen aus Wernigerode, deren Geschwätz man mit einem harmlosen Kuss zwischen zwei Damen unverzüglich für Minuten unterbrechen konnte, es gab viel zu sehen.

Dann das Ozeaneum. Ich war dort schon mehrmals in unterschiedlichen Kontexten und Begleitungen, das letzte Mal ist allerdings schon eine ganze Weile her, ca. 2013. Wir hatten uns beide sehr gefreut und wurden nicht einttäuscht. Es ist einfach toll.

Bemerkenswert war eine Schulklasse im perfekt Nervalter, ca. 8. Klasse. Mir fiel draußen beim Warten schon auf, dass die Jugendlichen einigermaßen normal gekleidet waren. Also jetzt nicht so wie Erwachsene, aber das ist ja okay. Aber die Mädels waren nicht gekleidet wie Bordsteinschwalben auf Übung und die Jungens nicht wie deren Zuhälter. Auch fortgesetzte Beschimpfungen in Fäkal- oder sonstiger Ghettosprache waren nicht wahrzunehmen. Drinnen waren sie in Kleingruppen unterwegs, alle mit Aufgaben versehen, denen sie eifrig nachgingen. Laut waren sie zwar und rannten auch mal, aber hey, das ist doch wirklich okay. Ich möchte keine Händifilmchen von mir im Netzt entdecken, wie ich seinerzeit mit meiner Hood in der 84 nach Friedrichshagen gegurkt bin. Fröhlich stimmt mich der Umstand, dass es diese Händifilmchen nicht geben kann, weil es damals noch keine Händis gab. Jedenfalls keine gut transportierbaren mit Kamera.

Am besten waren die Pinguine, die machten nämlich bei unserem Auftauchen grad tolle Moves mit aus dem Wasser rausspringen und elegant wieder eintauchen nicht ohne erhebliche Spritzerentfaltung.

DANKE, LADY

Also absolute Empfehlung:

Hotel Hiddenseer, unglaublich zugewandt, freundlich, super Lage, unser Zimmer war angenehm groß und hatte auch ein Sofa, das war gestern nicht unwichtig wegen Wahl gucken. Das Frühstück ging weit über das übliche auch in „besseren“ Hotels hinaus, die Servicekraft sehr aufmerksam, versiert und blickig.

Restaurant Poseidon*, tolles Essen, alles hausgemacht, ich habe jetzt noch die Metaxasauce im Mund, die im Gegensatz zu dem sonst üblichen überhaupt nicht überdickt und mit drölfzig Zusatzstoffen versehen war, so dass mein nächstes Projekt in Sachen Kochen eben Metaxasauce ist. Guter Service, wahrscheinlich Familienbetrieb, und das unter erschwerten Bedingungen, da es keinen Aufzug zur Terrasse gibt, sondern alles tatsächlich vom Erdgeschoss hochgetragen werden muss (und natürlich wieder hinunter).

Das Ozeaneum als Teil des Deutschen Meeresmuseums.

Mit dem Zug nach Stralsund. Hinzu leer und ICE, sanftes Schweben durch die Landkreise Rostock und Vorpommern-Rügen. Rückzu eher voll mit einer Gruppe von vier Personen, die spontan ein Seminar „Einführung in das Schachspiel am Schachbrett live“ abhielten. Sehr unterhaltsam.

Bilder folgen, ich habe ja immer noch Geburtstag!

*habe außer Facebook und unglaublich viele schlechte Bewertungen auf Tripadvisor keinen Link gefunden. Uns hat es sehr gut gefallen und geschmeckt.

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4 Antworten zu Zwei Geburtstage, zwei Geburtstage!

  1. Birgit Landwehr schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag aus deinem Studienort Bielefeld und vielen Dank für die Tipps. Wir sind in 5 Wochen in Warnemünde und freuen uns schon riesig und da es dann sicher kein Strandurlaub werden wird, machen wir bestimmt auch den einen oder anderen Ausflug. Stralsund haben wir im vergangenen Jahr kurz vor Beginn der Pandemie im Februar auch besucht und waren sehr begeistert. Vielleicht hast du noch einen Tipp, wo unser Sohn in Warnemünde oder Umgebung eine gute Pizza bekommt. Wir sind immer geschockt, wie teuer die in Warnemünde im Gegensatz zu Bielefeld ist.
    Liebe Grüße
    Birgit

    • hafensonne schreibt:

      Vielen lieben Dank! Pizza ist nicht unser Ausgehessen, daher kann ich nicht gut weiterhelfen. Das Fellinis auf der Mittelmole habe ich insgesamt in sehr guter Erinnerung, aber keine Ahnung, wie deren Pizza ist. Unabhängig von Pizza mag ich das Restaurant direkt im Teepott sehr gerne. Ich wünsche euch einen schönen Aufenthalt hier!

  2. AnikóAnikó schreibt:

    Happy doppelten Geburtstag nachträglich! Hört sich nach einem sehr gelungenen Ausflug an und den Griechen merke ich mir für etwaige Stralsundbesuche 🙂

    • hafensonne schreibt:

      Danke 🙂 Wie gesagt, der Grieche hat mehr negative Bewertungen als positive, vor allem von Menschen, die im Erdgeschoss innen speisten. Oben auf der Terrasse war alles schick, und ich bin der Meinung, das war alles selbstgemacht.

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