Jerusalem

Neulich konnte ich lesen, dass Frau H. intrapandemisch ihr Soulfood entdeckt hat, und zwar Falafel. Daraufhin versuchte ich, aus der Lameng und mit etwas Internethilfe Falafel selbst zu machen. Hummus und Taboulé und so kann ich schon, aber mit den Falafeln bin ich grandios gescheitert. Zu weich der Teig, zu wenig echte Frittierbereitschaft. Deshalb schrieb ich Frau H. an, ob sie mir wohl ihr Rezept verraten würde. Es verwundert angesichts der aktuellen Situation bei Frau H. nicht, dass ich keine Antwort bekam, ich freute mich umgekehrt sogar sehr darüber, dass sie sich irgendwo dessen entsann, eine diesbezügliche Mail bekommen und noch nicht beantwortet zu haben.

Daher und weil ich nicht länger warten wollte, gab es ein neues Kochbuch. (Disclaimer: Den Namen Ottolenghi hatte ich natürlich schonmal gehört, aber bislang nicht in Nachkochen oder Kochbucherwerb umgesetzt, ich habe es nicht so mit „Promiköchen“.) Die Aussicht auf ein Kochbuch, dass zwei Köche gemeinsam geschrieben haben, die beide in Jerusalem aufgewachsen sind, der eine halt im israelischen, der andere im palästinensischen Teil, und die sich aber erst Jahre später in London begegnet sind, das fand ich sehr spannend, und das wurde auch belohnt. Allein schon von der Gestaltung her ein sehr schönes Kochbuch.

Daher gab es letzte Woche bei uns Falafel mit Hühnchen, Hummus, Taboulé und Minzjoghurt (und für die Lady noch Rote Bete).

Falafel:

Getrocknete Kichererbsen über Nacht einweichen. Am nächsten Tag mit Zwiebel, Knoblauch und Petersilie mischen und zweimal durch den Fleischwolf drehen (den ebenfalls angeführten Koriander lassen wir immer weg, weil ich dieses Gen habe, dass der mir nur seifig schmeckt und damit ungenießbar ist). Dann kommen die Gewürze dazu. Jeder wie er mag, nach Rezept Kreuzkümmel, gemahlener Koriandersamen (das geht), Cayennepfeffer, Backpulver, Salz, Mehl und Wasser, und das ganze mit den Händen zu einem Teig verarbeiten, ruhen lassen, Bällchen formen. Mit Sesam bestreuen. In einen Topf mit ausreichend viel heißem Öl geben und fritieren.

Hummus:

Auch Kichererbsen, über Nacht eingeweicht. Mit Natron oder Backpulver aufkochen, Schaum abschöpfen, dann mit Zitronensaft, Tahini und Knoblauch im Standmixer pürieren, nach Bedarf Eiswasser hinzufügen.

Taboulé:

Gaaaaaaanz viel Petersilie gaaaaaanz fein hacken, Couscous oder Bulgur nach Anweisung zubereiten, Tomatenfruchtfleisch und Zwiebelwürfelchen dazu, Salz, Pfeffer, Minze, Zitronensaft, Piment und Baharat und Olivenöl, dann ist die Sache rund.

Joghurt:

Joghurt nach Belieben mit frischer Minze und Petersilie aufpeppen, bisschen Zitronensaft und Salz dazu.

Hähnchen:

Hähnchenteile mit den üblichen Gewürzen und Zitronensaft marinieren und dann grillen.

Echt basic für Nahost, echt lecker. Die Kombination macht es in diesem Fall.

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6 Antworten zu Jerusalem

  1. November Regen schreibt:

    Ich kann das auflösen: Frau H kauft die Falafel fertig bei Rewe.

    • hafensonne schreibt:

      😀 Eigentlich sollte ich nicht überrascht sein, war es dann aber doch kurz, weil ich eine Person bin, die Dinge, die ich gerne esse, nicht als Fertigprodukt kaufe, sondern selbst kocht. Aber das sollte ich offensichtlich nicht generalisieren 😉

  2. Herr Ackerbau schreibt:

    Geht mir ähnlich, Ottolenghi wird gerne nachgekocht. Hat ein paar neue Gewürze in den Haushalt gebracht.

    • hafensonne schreibt:

      Ich bewege mich ja unabsichtlich in Richtung immer-weniger-Fleisch-Esserin, da kommt mir diese würzige orientalische Küche sehr entgegen. Und die Pastaaufsätze für die Kitchenaid.

      • Herr Ackerbau schreibt:

        Ich kann mir bei den Rezepten meistens nicht vorstellen, wie sie schmecken, deswegen muss ich sie mal ausprobieren. In Berlin gibt es ein Lokal, das Essen in diesem Stil anbietet, das hat auch Spaß gemacht.

  3. Pingback: Mehrere Bemerknisse zum Urlaubsende | hafensonne

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