Mittsommer-Remise. Ein Ausflug ins Trebeltal

Zu Mittsommer oder dem entsprechend nahegelegenen Wochenende öffnen viele Guts- und Herrenhäuser hier in MV ihre Türen und Pforten und zeigen ihre Häuser und angehörigen Gärten/ Parks her. Da ich schon seit vielen Jahren das Treiben von Miz Kitty verfolge, schlug ich vor, nach Bassendorf zu fahren. Die Lady war sofort dabei, was ganz praktisch war, weil sie Auto fahren kann und ich nicht und Bassendorf, nun ja, sagen wir es geradeheraus, abgelegen im Trebeltal befindlich ist. Wäre da nicht die geile geheime *pssst* Holzbrücke zwischen Nehringen und Klein Methling, wäre es ein Sackdorf. Nach Bassendorf kommt man nicht aus Versehen.

Exkurs Trebeltal. Die Trebel ist ein Flüsschen. Selbst Berliner:innen mit ihrer lahmen Spree würden müde lächeln. Aber das Tal. Gleichwohl es von zahllosen Gräben und Nebengewässern durchzogen ist, scheint es doch eine mehr oder weniger instabile Moorlandschaft zu sein. Tatsächlich gibt es nicht sehr viele Querungen. Die berühmteste dürfte die Trebeltalbrücke der A20 sein, die vor einiger Zeit (einigen Jahren) einfach so eingestürzt ist (einfach so wahrscheinlich nicht, es werden schwere bauliche Mängel vermutet, die dem morastigen Untergrund nicht standhalten konnten). Das Trebeltal stellt zusammen mit dem Tal der Recknitz eine natürliche und schwer zu überwindende Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern dar und steht unter Naturschutz.

Auf der Internetseite des Gutshauses wird die Möglichkeit erwähnt, über eine alte Holzklappbrücke bei Nehringen die Trebel zu überqueren. Es werden einem wunderschöne Nebenstraßen versprochen. Na, wo eine Holzklappbrücke ist, die nur über zauberhafte Schleichwege zu erreichen ist, sind wir natürlich dabei! Und es wurde nicht zuviel versprochen, die Wege waren tatsächlich wunderschön, aber eben auch etwas eng.

Der Witz bestand darin, dass ich es nicht geschafft habe, Bassendorf mit Zwischenziel Nehringen oder Trebelbrücke in das Telefon zu bekommen. Egal wie ich es anstellte, wir wurden immer über die A20 über Tribsees geleitet, was natürlich doppelt albern ist, weil wer stellt sich schon am Anreisetag in den Stau vor dem Trebeltalloch? Und fährt das ganze von Norden her an, nur um dann wieder gen Norden nach Bassendorf zu fahren? Also war Fahren nach Gehör Gefühl angesagt, bis Gnoien ging es einfach, ab da dann aufmerksames Wegweiserstudium und gelegentlich im Telefon nachsehen, achso, wir sind ja schon fast in Vorpommern, der Empfang war, naja. Aber alles gut gefunden, die Brücke war allerdings kaum ausgeschildert, vermutlich möchte man ihr zuviel Verkehr ersparen.

Jetzt wird es spannend!

Tatsächlich gibt es einen Klappmechanismus unter Einbeziehung von Ketten. Wenn man forsch drüberfährt, wackelt es. Im Hintergrund der Wasserwanderrastplatz.

Der scheint tatsächlich notwendig zu sein, hier kommt Papi mit Sohnematz bei ca. 1000 Grad im Schatten auf dem Stehpult unter den Paddelbooten ange… naja, gedüst eher nicht so. Er arbeitete sich in die Entengrütze voran.

Auf der Nehringener Seite wird immerhin auf die Existenz der gleich kommenden Brücke hingewiesen.

Mehr als diesen Hinweis auf die zwischen 1983 und 1990 erfolgte Rekonstr. (hatten hier die Graveur:innen keinen Bock mehr oder war die ABM ausgelaufen?) findet sich vor Ort leider nicht. Das Internet sagt, sie sei von 1911, und sie verbindet Mecklenburg und Vorpommern.

In Nehringen wohnt eine Storchenfamilie. Ich hoffe, sie bekommen genug Wasser zu den Jungen, oder es regnet einfach mal bald.

Auch in Nehringen gibt es ein Herrenhaus.

Das ist jetzt das Gutshaus Bassendorf mit Hofkatze Mimi, die tatsächlich die erste Katze ist, die auf ihren Namen hört, und zwar sowas von! Schon beim ersten Ruf gab es eine Orientierungsreaktion, und sie kam tatsächlich zu uns. Initial gesund misstrauisch, aber die Entfernung, die sie zu uns einhielt, wurde bei jedem Versuch geringer.

Jede durfte einmal kurz anflauschen. Neugierig und wach war sie, und artig. Eine ganz süße Hofkatze. Ihren Bruder Shawn bekamen wir hingegen nicht zu Gesicht.

Hinterm Park sah es schon recht brandenburgisch aus, wie auch überhaupt im Park der Boden recht sandig und trocken wirkte.

Vom Haus selbst bekamen wir außer dem Eingangsbereich und dem sogenannten Gartensalon leider nichts zu sehen, wir hätten uns auch mehr gastfreundliche Zuwendung gewünscht.

Rückzu ging es wieder über Schleichwege und Holzklappbrücken und Gnoien und vorbei am Kaff des einen Lieblingskollegen nach Hause direkt unter die Dusche. Anschließend gab es ein klassisches Nahostessen mit Falafel und Hummus und Taboulé und Minzjoghurt und Schawarmahähnchen, aber das ist eine andere Geschichte.

Häppi Mittsommer euch allen! ❤

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