Noch fünf Tage (+14)

Ich könnte ja mal vom neuen Rad berichten.

Das Kaufbedürfnis kam so: Im vergangenen Jahr hatten wir ja auch schon Pandemie (die Älteren erinnern sich. Die Jüngeren wahrscheinlich auch.) Ich hatte lange Huuskontor mit zwei Tagen Anwesenheit in der Arbeit, an denen haben mich liebe und geschätzte Kolleg:innen zuhause oder zumindest nahebei mit dem Auto eingesammelt (es mag verrückt klingen, aber vor einem Jahr mochte ich bei Inzidenzzahlen von gefühlt NULL nicht mit der menschenleeren Straßenbahn fahren, und die Kolleg:innen waren SEHR solidarisch). Im Sommer war dann wieder mehr Präsenz erforderlich, und ich mochte immer noch nicht Straßenbahn fahren. Also Fahrrad. 10 km, eigentlich nix, aber (Fahrradstadt Rostock, hahaha) nervig. Und etwas Berg und etwas Brücke. An meinem geliebten, sehr dienstalten Fahrrad geht der Überwerfer nicht (vermutlich Bowdenzug, schnell und billig reparierbar), und ich fahre da auf dem großen Blatt. Es war also punktuell sehr mühsam, zumal ich seit nicht-mehr-jeden-Tag-fahr etwas außer Form bin *hüstel*. Man kann dieses Rad aber auch nur begrenzt moderner umbauen, weil das der Rahmen (geschätzt 40 Jahre+) nicht hergibt. Also: Doofe Schaltung, doofe Bremsen. Ich bin das immer eher wie ein Fixie gefahren, also maximal zwischen schwerstem und zweitschwerstem Gang gewechselt. Damit komme ich aber nicht gut nach Lütten Klein.

Ich wollte aber wieder einen gemufften Stahlrahmen. Das engte das verfügbare (und bezahlbare) Angebot sehr schnell ein. Das fand ich gar nicht schlimm, zuviel Angebot erschwert die Entscheidungsfindung. Dann also: Rahmengröße geklärt, Schaltung (Shimano Deore XR), Rennradbremsen, mit Gepäckträger, leicht gebogener Lenker, Farbe saphirblau (pulverbeschichtet, matt), Schutzbleche in Rahmenfarbe, unkaputtbare Reifen (Schwalbe), tolles Licht (noch nicht gebraucht, aber geh ich von aus). Plus Anmietung Stellplatz im Parkhaus an der Arbeit. (Ein teures Fahrrad mit teurer abbaubarer Technik macht sorgsam.)

Es dauerte sehr lange. Aber dann war es da. Im November. Es dauerte also auch eine Weile, bis ich endlich damit zur Arbeit gefahren bin. Aber es läuft. Also fährt. Allerdings. Von Anfang an gefiel mir das Vorderrad nicht, es schleifte leicht. Dann bemerkte ich, dass die Bremsklötze nach nichtmal 50 km lose waren. Der Fahrradschrauber meines Vertrauens brachte das in Ordnung und riet mir, noch zweimal meine Arbeitstour zu machen, dann sind es 100 km, dann solle man ein Neurad zur ersten Durchsicht bringen. Das tat ich natürlich und bekam das Feedback, dass das Rad mehr oder weniger schlampig montiert worden sei, er habe die Schaltung jetzt richtig angebaut und die Speichen nachgezogen. Für den Preis eigentlich eine Frechheit, letztlich aber (für Regress) schlecht nachzuweisen.

Das Rad an sich ist aber super. Es fährt sich sehr leicht, die Schaltung ist (nachdem sie ordentlich eingestellt wurde) butterweich, die Bremsen grooven ebenfalls. Ich komme gut den Berg und die Brücke hoch und schaffe es sogar ohne absteigen auf unseren Hausberg (mit dem alten Rad undenkbar). Nur hätte ich mir wohl eher angesichts der Wegebeschaffenheit ein vollgefedertes Mountainbike kaufen sollen. Aber das wird ein anderes Thema sein.

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