Noch eine Woche (+14 Tage)

Gestern ein Tag, gebraucht, und hätte man auch zwei draus machen können. Das Prinzip Büroschnapps hätte durchaus seine Berechtigung gehabt. Schön, dass heute frei ist. Nicht so schön, dass der Kater das Konzept *frei* nicht kennt und trotzdem ab um vier versucht, uns aus dem Bett zu treiben. Was er dann macht, wenn er es geschafft hat: Im Gästeklo so pennen, dass man es eigentlich nicht benutzen kann, wenn man ihn nicht aufwecken möchte.

Heute also nichts tun. Das haben wir uns vorgenommen. Es ist ja so wichtig, sich Ziele zu setzen. Also Sekt und Lachs und Grapefruit und Erdbeeren und keine bettelnde Katze. Studieren diverser Lieblingsblogs, wobei auffällt, dass sowohl Frau H. als auch Frau N. für ihre Verhältnisse sehr wirre Beiträge publiziert haben, möglicherweise sind sie enger miteinander verbunden, als die geografische Entfernung glauben lässt.

Dazu läuft Internetzradio, darüber muss auch einmal gesprochen werden. Im vergangenen Jahr tummelten wir uns zwischen zwei Pandemiewellen* an der dänischen Nordsee, selbstverständlich in einem Ferienhaus in einer fest in deutscher Hand befindlichen Ferienhausansammlung. Dort gab es eine Sonos-Box, aber wir konnten sie nicht mit unseren Inhalten bespielen, also suchte die Lady nach Radiosendern und fand fatalerweise (also eher für die Lady) das Retroradio Millenium, und das konfrontierte mich geballt mit meiner musikalischen Sozialisation in den neunziger Jahren. Natürlich habe ich in meiner Jugend weder Britney Spears noch die anderen Boy- und Girlbands gehört. Trotzdem konnte ich vieles dieses Liedgutes mitsingen *unschuldig guck*. Aber ich entdeckte in der Retrospektive auch vieles, was damals unglaublich innovativ und visionär gewesen sein muss, Pet Shop Boys zum Beispiel oder auch George Michael als Solokünstler. Es war nicht alles schlecht. Aber vieles auch sehr schlimm.

Jetzt hat die Lady auch noch 104.6 RTL 80er Jahre aufgetan. Gut und böse auch hier sehr nahe beieinander. In der Straßenbahn und wenn ich sonst allein unterwegs bin gibt es also Musik aus einem vergangenen Jahrhundert auf die Ohren, gar nicht, weil ich immerzu Musik hören muss, das ist seit meiner H&M-Karriere vorbei, sondern weil es schon extrapandemisch anstrengend war, ungewollt den Gesprächen der Anderen folgen zu müssen. Intrapandemisch kamen noch die üblichen Leugner:innen-, Zweifler:innen-, Verschwörungsmythen und Infragesteller:innengespräche dazu, das muss ja nun nicht sein. Gestern habe ich allerdings tatsächlich Drosten gehört, und er war so dermaßen optimistisch bezüglich der Wirkung der Impfungen insgesamt, selbst mit Mutanten und -onkeln und ungeimpften Kindern, dass ich ganz froh war (schade, dass ich das nicht in den Tag retten konnte), aber was ich vor allem mitgenommen habe: Wer sich nicht impfen lässt, entscheidet sich aktiv für eine Infektion. Früher oder später.

*Tatsächlich vergingen keine zwei Wochen nach unserer Abreise, und das Gebiet wurde wieder zum Risikogebiet. Bestimmt kein Zusammenhang mit den deutschen Urlauber:innen, die weder Masken trugen noch Abstände einhielten.

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