Tag 26

Am Wochenende wurde gekocht. Am Sonnabend den ersten Spargel, gestern Bratwurst mit Sauerkraut, Kartoffeln und dunkler Sauce.

Spargel wurde sehr klassisch zubereitet, gedünstet, die Hollandaise auf die von mir proklamierte Art und Weise. Gelungen und sehr lecker.

Bratwurst war auch gut, Bio und nicht so überwürzt (wenn man seit vielen Jahren weitgehend auf Geschmacksverstärker, Aromen und Extrakte verzichtet, sind die Industriesachen oft kaum mehr genießbar). Sauerkraut kommt aus der Tüte, im billigsten sind die wenigsten Zutaten enthalten, nämlich 2-3 (Spoiler: Weißkraut, Salz und evtl. Weißwein oder Essig). Pancetta auslassen, Schmalz dazu, Zwiebelringe andünsten lassen, Sauerkraut dazu, bisschen mit Calvados ablöschen, ab und zu umrühren. Abschmecken. Für die Sauce eine Mehlschwitze mit eher viel Butter und wenig Mehl ansetzen und RICHTIG braun werden lassen (das Vorlesen des Wahlprogramms der alternativen Holzköpfe reicht dafür leider nicht aus, meine Mehlschwitzen sind grundsätzlich linksgrünversifft. Also Hitze unter den Topf.) Bisschen Tomatenmark beigeben und anrösten. Abgelöscht mit Cognac, anschließend eine hälftig angerührte Mischung aus Rotwein und Bratenjus aus dem Glas (nach langem Suchen habe ich einen gefunden, der keine unnützen Zutaten enthält.) Und dann einfach noch bisschen köcheln lassen und abschmecken. Wir waren begeistert (und sehr satt).

Da draußen diskutiert man über Erleichterungen für Durchgeimpfte und Genesene. Ich weiß nicht, wie das umsetzbar sein soll, abgesehen davon finde ich, dass die unfreiwillig Ungeimpften sich dann erst recht veräppelt fühlen dürften. Ihre Kinder müssen sie ungeschützt in die Schulen ohne echte Einhaltung brauchbarer Maßnahmen schicken, aber die Alten gehen wieder essen und fliegen in der Gegend herum. Das ist mir nicht vermittelbar. Ich halte mich weiterhin an alles (soweit es geht). (Bin ja auch noch nicht durchgeimpft. Noch zwei Wochen, zwei Tage plus die 14 Tage.) Soll mit diesen „Erleichterungen“ der Impfdruck erhöht werden? Das ist das nächste Ding. Als man angefangen hat, Erzieher:innen und Grundschullehrer:innen zu impfen, bekamen diese nur Astra, obwohl gerade die jüngeren bei Astra die heftigsten Begleiterscheinungen bekommen und teils eine ganz Woche flachliegen. Es gab Einrichtungen, die haben versetzt geimpft, damit nicht das gesamte Personal tagelang ausfällt. Jetzt verweigern sich die Älteren dem Impfstoff, obwohl bei ihnen diese Begleiterscheinungen in aller Regel viel weniger und milder auftreten, und beharren auf eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff*, die sie dann quasi jüngeren Personen wegnehmen. Das mit der Solidarität funktionierte offensichtlich genau so lange, wie sie von den und für die Älteren eingefordert wurde. Danke für nichts, denken wahrscheinlich sehr viele Familien mit berufstätigen Eltern, die eben nicht ihre Kontakte (Schule, Arbeit) reduzieren können und trotzdem auf absehbare Zeit nicht geimpft werden.

*Wir erinnern uns noch daran, wie diese mRNA-Impfstoffe als pöhse und genverändernd diskreditiert wurden? Plötzlich sind sie der heiße Shice.

Das ist jetzt kein richtiges Ende, aber egal.

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2 Antworten zu Tag 26

  1. Birgit schreibt:

    Bei uns waren die AstraZeneca Impfungen für die Ü-60 jährigen, die zur Verfügung standen, ganz schnell ausgebucht. Ich hätte auch lieber den anderen gehabt, aber die Vorstellung ihn dann zum Beispiel meinen Söhnen vorenthalten zu haben ist nicht okay. Nun bin ich froh die Chance gehabt zu haben überhaupt schon eine Impfung zu bekommen.
    LG aus Bielefeld

    • hafensonne schreibt:

      Birgit, ich freue mich, dass du dich so solidarisch entschieden hast. Und geimpft bist. Die zweite wird ja wahrscheinlich eher mit BionTech erfolgen, das ist im Moment der Stand der Wissenschaft. Dann bist du vielleicht sogar besser aufgestellt, wegen der unterschiedlichen Strategien der Impfstoffe.

      Möchte noch zur Ehrenrettung meiner Wahlheimat anmerken, dass bei uns Astra auch weggeht wie geschnitten Brot, teilweise standen die Leute bei halbwinterlichen Temperaturen vier Stunden lang an dafür. Aber man hört und liest halt auch von Damen und Herren, denen beim Hausarzt „nur“ Astra angeboten wurde und die dann in das nächste Impfzentrum marschiert sind und Moderna oder BionTech bekommen haben. Das finde ich asozial.

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