Hafenrundfahrt mit Tante Maria

Gestern durfte  ich zum ersten Mal den Capitano bei einer Spazierfahrt auf dem neuen Schiff begleiten. Es ist ein feiner Kutter mit einem sehr traditionsreichen Namen, gepflegt, sauber und mit einer phantastischen Besatzung unterwegs. Es ging in den Überseehafen.

Hier der alte Fähranleger der Fähren nach Dänemark. Gelernte Blogmitleser wissen natürlich, dass hier die Prins Joachim und die Kronprins Frederik abwechselnd festmachen. Wie oft ich von hier schon in Richtung Dänemark abgelegt und von dort kommend angelegt habe, weiß ich nicht.

Auf der anderen Seite der Kaikante liegt seit einigen Wochen das neue Fährschiff Berlin, das laut dem neulich im Seefunk abgehörten Plan ab diesem Sonnabend, also dem 21. Mai in den Dienst gestellt werden soll.

Der Bau der beiden Fähren (die zweite heißt Copenhagen und soll im Herbst in Dienst gehen) ist Meckelnburg-Vorpommerns BER. Sie wurden von Scandlines auf der Volkswerft in Stralsund bestellt. Es war wohl die einzige Werft, die sich die Umsetzung der Aufgabe doppelt soviel Fahrzeuge bei gleichem Tiefgang zutraute und damit mit Pauken und Trompeten scheiterte. Die P&S-Werften gingen in der Folge pleite, die Umstände der Insolvenz beschäftigen noch diverse Untersuchungsausschüsse. Die Fähren waren nämlich kaum aus der Werft ausgeschwommen und wohlgemerkt noch nicht einmal ausgerüstet, da war der Tiefgang schon zu hoch (haha), die Schiffe zu schwer. Daher stornierte Scandlines die Aufträge, um die Schiffe dann später für deutlich weniger Geld aus der Insolvenzmasse zu kaufen. In Dänemark wurden die Fähren komplett umgebaut, ein ganzes Deck wieder herausgetrennt, und an vielen Stellen ersetzte leichteres Material das ursprünglich eingesetzte. Da zwischenzeitlich neue Abgasnormen in der Ostsee in Kraft traten, entschied man sich für ein neues Hybridantriebssystem, das Scandlines bereits erfolgreich auf der Vogelfluglinie einsetzt.

Da die Berlin von einer dänischen Werft abgeliefert wurde, kam sie unter dänischer Flagge mit Heimathafen Gedser. Bemalt wurde sie allerdings gleich richtig, der dänische Heimathafen wurde lediglich mit einem darüber befestigten Schild repräsentiert. Bis Sonnabend wird dann wohl noch die Umflaggung nach Deutschland erfolgen. Für uns beide, die wir ja aus der Hauptstadt stammen, ist es besonders fein, nun regelmäßig ein Schiff zu sehen, das Berlin heißt und in Rostock seinen Heimathafen hat. 😉

Ich bin schon sehr gespannt auf das Schiff und freue mich auf die erste Reise damit! Falls ausnahmsweise mal ein Plan mit diesem Schiff eingehalten werden sollte, werden wir im Juli mit ihr nach Dänemark übersetzen. Aber eine erste Schnupperrunde werden wir sicherlich schon vorher mal machen. 😀

 

Aber im Hafen gab es noch mehr zu sehen. Es war tatsächlich meine erste Runde durch alle Hafenbecken bis hin zum Ölhafen!

Liebherr baut nicht nur Kühlschränke, sondern direkt im Hafen auch Kräne, die hier nun auf den Transport warten.

Das ist ein Kran? DAS ist ein Kran!! 🙂

Auch Special Pipes Constructions baut direkt im Hafen riesige Röhren z.B. für Windkraftanlagen. Und verfügt selbstredend über einen entsprechenden Kran.

Einige Pötte waren ja da, der letzte sogar mit eigenem Hubschrauberlandeplattform. :-O

#iseefaces

Eine tolle Reise bei stürmischem Wind und Schauern. Entschuldigt die düstere Atmosphäre der Bilder, ich habe bei meiner Kamera-App irgendwie Quatsch eingestellt. Ich wünsche der Tante Maria und ihrer Besatzung immer eine Handvoll Wasser unterm Kiel!

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8 Antworten zu Hafenrundfahrt mit Tante Maria

  1. andreamaluga schreibt:

    BERLIN!
    Werde ich mir demnächst mal anschauen 😉
    Die Bilder find ich ziemlich 70er-Jahre-stylisch.
    Beste Pfingstgrüße ausm Süden.
    a.

  2. allesistgut schreibt:

    Sone Hafenrundfahrt ist in der Tat sehr interessant, was man ja auch an Deinen vielfältigen Fotos sieht. 🙂 Lieben Gruß.

    • hafensonne schreibt:

      * freu * Danke – normalerweise wenn Hafenrundfahrt, dann ja von Rostock aus mit Firma Schütt. Aber die fahren nicht in die Hafenbecken, weil die insgesamt einen längeren Weg haben als die Warnemünder Anbieter. Daher war es mal was neues, auch abgesehen von der *Berlin*. Na dann bin ich ja mal gespannt, wann wir zusammen in See stechen! 🙂

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