Toller Essen

An diesem Wochenende habe ich ein Essen komplett selbst erfunden 😉 Alles begann mit einem Großmarkt, für den der Capitano eine Zugangsundeinkaufsberechtigungssonderkarte hat. Wir wollten unseren Vorrat an extrem goilen (sorry) Thüringer Bratwürsten erneuern. Bei diesen begibt es sich nämlich so, dass bereits nach dem Öffnen der Verpackung aromabedingt ein akutes Grillbedürfnis eintritt. Aber zusätzlich war uruquayische Steakhüfte* im Angebot. Tja. Die wurde gestern mit Niedrigtemperatur im Ofen gegart. Heute wurde noch Gemüse dazu gebastelt. Möhren mit Kohlrabi (was sich manchmal so im Kühlschrank findet…)

Steakhüfte: Knoblauch in grobe Scheiben schneiden und mit grobem Salz bestreuen. Stehenlassen und ersten Durchgang vom Skifliegen gucken. Dann Zitronenthymian und Pfeffer beifügen und alles zerquetschen. Mit etwas Olivenöl geschmeidiger machen. Das Fleischstück parieren (Sehnen wegschneiden), von einer Seite mit der Gewürzmischung einreiben und mit dieser Seite nach unten in die gusseiserne Pfanne legen, die man zuvor erhitzt hat, Olivenöl rein, Butter darin schmelzen hat lassen. Anbrutzeln. Die jetzt obere Seite mit dem Rest der Gewürzmasse einreiben. Umdrehen. Zwiebelhalbringe und Möhrenstückchen mitbrutzeln. Zitronenthymianzweige zufügen. Ab in den auf 80°C vorgeheizten Ofen. Ab jetzt Pfanne nur noch mit Handschuhen anfassen! Niedrigtemperatur bezieht sich nicht auf den Pfannengriff! Mindestens vier Stunden lang in Ruhe lassen. Bei einer Kerntemperatur von 57°C ist der Braten uns zumindest noch zu rot. Braten in Alufolie noch weiter ruhen lassen und in die Pfanne ein Gläschen Rinderfond gießen und einkochen lassen.

Gemüse: Die Sichtung des Gemüsefachs ergab: Möhren, Kohlrabi, Frühlingszwiebeln, Ingwer und Kurkuma. Ja, Kurkuma. Nicht als gelbes Pulver, sondern in seiner natürlichen Erscheinungsform als ingwerähnliche, etwas schlankere Knolle. Neulich im Supermarkt unseres Vertrauens geschossen. Vorsicht! Macht gelbe Pfötchen und gelbe Holzbrettchen. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Ingwer und Kurkuma in Würfelchen. Möhren und Kohlrabi in in etwa gleichgroße Stücke. In einer Kasserolle Olivenöl erhitzen und Butter darin schmelzen (das hat hier System). Frühlingszwiebeln langsam anschwitzen. Ingwer und Kurkuma dazu. Dann tut Ihr mal lieber die Möhrchen (und den Kohlrabi dazu). Salzen und Pfeffern, Deckel drauf, ersten Durchgang vom Skifliegen gucken. Zum Schluss ein Schuss Weißwein und Petersilie dazu, Deckel auflassen.

Währenddessen das Fleisch wieder langsamst erwärmen. Das ist ein richtig feiner Essen!

Wer wissen will, wie es ausieht, koche es nach 😛

*Steakhüfte: Bei chefkoch.de lernte ich, dass man daraus mit Nichten mitnichten Steaks schneiden und kurzbraten kann. Also schön im Stück braten! Für Niedrigtemperatur jedenfalls ausgezeichnet geeignet.

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5 Antworten zu Toller Essen

  1. Frau Tonari schreibt:

    Klingt, als könne man die Hüfte auch in den Slowcooker stecken. 🙂

    • hafensonne schreibt:

      Sofern vorhanden! Ich würde diese Frage an die Slowcooker-Masterin Anikó weitergeben. Der Capitano hat sich allerdings inzwischen auf „Klar, kann man machen, und wenn der eigene Slowcooker zu klein ist, kann man den Braten auch teilen“ festgelegt.

  2. allesistgut schreibt:

    Bei Deiner Beschreibung läuft mir gleich das Wasser im Munde zusammen. Derart tief (80°C) habe ich noch nie geschmort. Hhmmm…

    • hafensonne schreibt:

      80°-Methode ist echt super. Gerne auch die 80°-Entenbrust: Entenbrust auftauen, Hautseite rautenförmig einritzen und mit Salz und Pfeffer einreiben, mit der Haut nach unten in die ofenfeste Pfanne (heiß!), ausbraten lassen, dann umdrehen, salzen und pfeffern und ab in den 80°-Ofen! 30-40 Minuten, SAUlecker!

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