Tschüß Delinero-Box

Eigentlich schon seit einiger Zeit angedacht und im letzten Monat schlicht vergessen: Jetzt ist es endgültig. Ich habe die Delinero-Box gekündigt. Ein Grund war ja offensichtlich längerfristig bestehend in Form einer Unzufriedenheit mit den Inhalten. Oft nicht wirklich zum Land passend (ich sach nur Tonic, Limette und Minze in der Ungarn-Box), oft auch, da können die natürlich nix für, Sachen, die hier nicht gegessen werden. Haufenweise Knabberkram aus aller Herren europäischer Länder z.B. (falls jemand interessiert ist: mail.to.hafensonne[ät]posteo.de). Marmeladen. Ach, es war erst spannend und lief sich dann irgendwie tot, wie Frau Novemberregen feststellte.

Der andere Grund ist aber handfest und zeut von unternehmerischem Blödsinn. Es ist mir zwar klar, dass die Boxen nicht an einem einzigen Tag gepackt werden. Aber Himmel! Seit zwei Wochen streikte die Post bereits, als sich meine Box auf den Weg macht. Es ist Juni, zu diesem Zeitpunkt vor zehn Tagen zwar noch nicht wirklich heiß, aber es sah auch nicht nach einem weiteren Kälteeinbruch aus. Da packen die ein Paket mit besonders viel Kühlware (das ging ja letztes Jahr auch schon ohne Streik zweimal schief), und, bitte festhalten, es ist FISCH!! dabei! Alter! Da muss man doch umdisponieren können. Wer packt schon gerne eine nicht-mehr-so-ganz-kühle Styroporbox aus, in der sich schon diverse fischige flüssige Substanzen selbständig gemacht haben? Zum Glück war ich durch Frau Novemberregen vorgewarnt und befasste mich gar nicht lange mit dem Zeug, sondern warf die „Kühlbox“ direkt in die Mülltonne. Leider wurde diese gerade heute geleert, was bei unserem zweiwöchigen Leerungsintervall sicher neue Probleme aufwerfen wird, die ich aktuell aber einfach verdränge.

Also versagt.

Aber was erwartet man in einem Norddeutschland-Paket? Sicherlich die Fertig-Vanille-Sauce und Fertig-Rote-Grütze von Sylter (von denen es auch diese phantasielose Salatsauce gibt), Chilli-Relish, Nussmischungen und getrocknete Mangos. Ein Bier, Apfel-Cider und als Krönung GIN – das dazugehörige original ungarische Tonic Water hatte ich nun leider schon ausgetrunken :-/

Es hat ein Jahr lang einigen Spaß gemacht, aber nun ist Schluss. Atschö.

[Ich erlaube mir jetzt den Spaß, ein paar Sätze aus der erstaunlich schnell erfolgten Antwortmail zu zitieren.]

„Das bedeutet, dass die enthaltenen Frischeprodukte in der Kühlbox zu einem großen Teil wohl nicht mehr genießbar sind.“ Welcher große Teil? Wenn eine Kühlbox schon von außen stinkt, wird wohl niemand mehr probieren, ob der kleinere Teil noch genießbar ist.

„Da wir die Boxen immer schon einige Zeit vor dem Versanddatum zusammenstellen, blieb uns leider auch kein Spielraum, um entsprechend auf den Streik zu reagieren und die Kühlprodukte durch alternative Produkte zu ersetzen.“ 14 Tage lang liegt die Kühlware schon im Paket?

„Dass wir uns im Vorfeld für eine größere Menge an Kühlprodukten entschieden haben als üblich, hat einen einfachen Grund: Sie repräsentieren die norddeutsche Region ganz hervorragend!“ Klarer Fall: Weil wir stets und ständig die meisten Sonnenstunden in Deutschland haben, gibt es bei uns auch mehr Kühlware. Und wenn ich die unbedingt an den Mann bringen möchte, versende ich die während eines Streiks per DHL.

Nun kann ich mir ja ein anderes Spielzeug suchen ;-).

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5 Antworten zu Tschüß Delinero-Box

  1. Frau Tonari schreibt:

    Auch ich bin mit dieser Lieferung aus dem Abo ausgestiegen.
    Mich hat schon seit einiger Zeit gestört, dass diese unsäglichen Styroporverpackungen einen Großteil des Paketes ausmachten. Ich finde, man kann auch regionale Dinge zusammenstellen, die nicht zwingend gekühlt verschickt werden müssen.
    Ich unterschreibe alles, was du zu vermeintlich regionalen Produkten getextet hast. Chilli aus ´ner norddeutschen Manufaktur ist für mich noch lange nicht norddeutsch.
    Gestört hat mich auch, dass ich durch einige Erzeugnisse angefixt wurde, sie gerne (auch teuer) nachgekauft hätte (weil „Blut“ geleckt *zwinker*) und dann im zugehörigen Shop nicht mehr erhältlich war. Da wünsche ich mir mehr verlässliche Kontinuität und keine Resterampe.

  2. Herr Ackerbau schreibt:

    Ebenfalls. Auf meine Beschwerdemails wurde aber erst gar nicht geantwortet. Ganz nette Idee, aber immer schlechter umgesetzt… (die Styroporboxen habe ich immer J.S. gegeben, der daraus Häuser für seine Playmobilfiguren gebaut hat….)

    • hafensonne schreibt:

      Bislang wartete ich auch ein paar Tage auf persönliche Antworten auf Beschwerdemails, dass das heute so schnell ging, war neu. Tja. Immerhin haben wir eine Styroporbox immer für *kann man bestimmt mal gebrauchen* aufgehoben und damit neulich der lieben Kollegin und Freundin ermöglicht, einen Batzen Fleisch per Fahrrad nach Hause zu transportieren.

  3. susi schreibt:

    Hallo Hafensonne, bei all dem Ärger und der Enttäuschung, die ich verstehen kann, solltest du nicht vergessen. dass der Zeitraum für den Versand der Delinero Box kleiner ist als der, den Delinero dazu verwendet hat die Box zu planen.. Zu: “Da wir die Boxen immer schon einige Zeit vor dem Versanddatum zusammenstellen, blieb uns leider auch kein Spielraum, um entsprechend auf den Streik zu reagieren und die Kühlprodukte durch alternative Produkte zu ersetzen.” 14 Tage lang liegt die Kühlware schon im Paket? — Nein, die Box zusammen zu stellen bedeutet, die Box zu planen und zu entwerfen und nicht sie zu packen. Das passiert nicht in nur 14 Tagen.

    • hafensonne schreibt:

      Hallo Susi, ja, aber die Boxen dann eben nicht einfach stur rauszuschicken wäre doch wohl gegangen? Abgesehen davon, dass ich schon im vergangenen Sommer Ärger mit den Kühlwaren hatte, ganz ohne Streik. Vielleicht sollte man kühlingsintensivere Boxen eben einfach nicht im Hochsommer planen. Zur Krönung wurden dann übrigens die Kühlwaren ganz ohne Absprache oder Ankündigung noch einmal geschickt – mitten im Hochsommer und mitten in der Haupturlaubszeit. Wenn ich nicht zufällig im Urlaub ab und zu W-Lan gehabt hätte, hätten wir das gar nicht mitbekommen und die Waren wären erneut bei uns im Hausflur vergammelt. Die ganze Aktion war absolut unprofessionell.

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