Flohmarktfund

Heute erwarben wir ein tolles Schmuckstück auf dem Flohmarkt. Eine Spardose in dänischer Briefkastenform. Eine Pengepostkasse. Was für schönes Wort, typisch dänisch verspielt.

Auf den beiden Flohmärkten konnten heute wieder typische Flohmarktbeobachtungen getätigt werden. Dabei war die generelle Irrendichte ziemlich hoch, also seltsame Unterhaltungen waren leider zu belauschen, seltsame Frisuren zu beobachten sowie gemessen an der Leibesfülle unpassende Bekleidung. Aber auch unter den Händlern gibt es immer wieder seltsame Erscheinungen. So scheinen Adipositas und/oder Hautschwulitäten ein nicht unerhebliche Rolle bei der Auswahl der Händler zu spielen. Viele Händler hängen seltsamen Glaubensrichtungen an. So scheinen nicht wenige zuversichtlich zu sein, dass unter den potentiellen Kunden ein beträchtlicher Anteil das heimische  Zerstreuungsprogramm mit VHS- und Kassettenrekordern zu bestreiten pflegt. Anders kann ich mir die auffallend hohe Anzahl entsprechend angebotenen Materials nicht erklären. Dabei machte das Publikum durchaus eher den Eindruck, dass sich in deren Wohnungen zwar sonst wenig Kultur, aber ein gepflegter Flachbildschirm angemessener Ausdehnung, ein Dolby-surround-Heimkinosystem sowie Blue-ray- oder DVD-Player befinden. Wahrscheinlich streamen diese Personen sowieso. Einige wenige Händler glauben, ihren Umsatz erhöhen zu können, wenn sie ihren Stand mittels Umtatamusik beschallen. Andere wiederum beeindrucken mit meterhohen Stapeln abgetragener und ausgewaschener Babybekleidung. Manch einer hängt der Hoffnung an, dass die Menschen gerne in Kniehöhe in Kisten mit verkrusteten Gläsern und Tassen herumwühlen und gelegentliche Handverletzungen infolge der teils zerbrochenen Gläser gerne inkaufnehmen. Alte, speckige und unsortierte Zeitschriften werden ebenso feilgeboten wie Unmengen von Kabeln, die an Steckern jeglicher Bauart oder auch einfach im Nichts enden. Es gibt sogar Händler, die professionell an einer positiven Händler-Kunden-Bindung arbeiten, indem sie die potentiellen Kunden anranzen und zurechtweisen. Bücher und CDs scheinen sich besonders gut zu verkaufen, wenn man sie in einer Weise in Kartons quetscht, dass der oberflächliche Blick weder Titel noch Autoren/Interpreten erkennen kann. Auch diese Kisten plaziere man optimal direkt auf dem Erdboden, weil der Kunde gerne an der Erde herumkreucht.

Auf Wunsch eines einzelnen Herrn soll ich noch die positiven Händler erwähnen. Die gibt es natürlich auch. Gestandene, knorrige Mecklenburger, mit denen man erstmal eine Runde schnackt, bevor es zur Sache kommt. Ältere Damen, die das erstandene Glas noch umständlich in irgendetwas einwickeln. Freundliche Privatleute, mit denen man erst gar nicht handelt, weil der Preis eh okay ist und diese ja auch erstmal die Standgebühr zusammenbekommen müssen.

Flohmarkt macht also immer Spaß und findet ja nun endlich auch wieder jedes Wochenende statt. Jippie!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter auf der anderen seite, bilder, rostock veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Flohmarktfund

  1. seepferdchenblog schreibt:

    Da kann man wieder mal sehen, wie das schöne Wetter die Leute doch anlockt. Ich für meinen Teil kam heute nicht großartig vor die Tür, weil ich meinen eigenen blog endlich eingepflegt habe. Viele Grüsse nach Rostock….

  2. allesistgut schreibt:

    Sehr gut beobachtet und beschrieben! 😉 Und Glückwunsch zur schönen Spardose.

  3. kowkla123 schreibt:

    manche mögen es, ich nicht so sehr, beste Grüße, Klaus

  4. Frau Tonari schreibt:

    Die nimmt bestimmt nur Öre uns spuckt Euronen angewidert wieder aus 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s