Eine kleine Seereise im Sonnenschein

Um nicht irgendwelche lästigen Haushaltsverrichtungen verrichten zu müssen bzw. uns wegen des schönen Wetters verpflichtet zu fühlen, schon wieder wie gestern ein intensives Strandspazieren zu betreiben, sind wir heute einmal mit der Fähre nach Dänemark und zurück gefahren. Mit 7 Öre Unkostenbeitrag ist das preiswerter, als mit einem Dampfer der Blauen Flotte eine Hafenrunde zu drehen (sieht man von der überteuerten und qualitativ jeder Beschreibung spottenden Verpflegung ab). Natürlich haben wir jede Menge Photos gemacht. Aus irgendeinem Grunde sind sie alle recht unscharf; ich habe den Verdacht, dass mein altes Sehrteleobjektiv nicht mehr so ganz mit der neueren Digitalkamera korrespondiert.

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Auf dem ersten Bild kann man im Hintergrund die Skyline von Rostock bewundern. Von links nach rechts die Petrikirche, Nikolaikirche sowie Marienkirche nebst einem höheren Gebäude der Langen Straße und dem Hochhaus in der August-Bebel-Straße. Zusammen mit Lord Helmchen erwarten wir den verspäteten Berolinabus, dessen Geschäftsmodell darin besteht, nicht etwa selbst auf die Fähre zu fahren wie andere Linienbusse, sondern nur dort abzuliefern, man muss also mit dem gesamten Gepäck aufs Schiff und dann in Dänemark in einen Bus der kooperierenden Grahundbuslinie klettern. Aufgrund der Verspätung mussten hier die Passagiere direkt vom Bus über die Heckklappe aufs Schiff kommen und nicht, wie sonst üblich, über die Gangway. Nachdem dann alle an Bord sind, heißt es für Lord Helmchen und auch für uns dann: Leinen los! Auf dem letzten Bild kann der Kenner im Hintergrund den Langen Heinrich und das Traditionsschiff erkennen.

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Die Warnowwerft baut gerade wieder irgendeine Umspannplattform, die Neptunwerft wirft wie gewohnt einen Flusskreuzer nach dem anderen. Kurz vor unserem Passieren wechseln die Stromfähren noch einmal schnell die Seiten. Blick zurück in den Seekanal.

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Wenn man ganz genau hinschaut, kann man auf dem ersten Bild erahnen, warum die Kirchen an der Küste jahrhundertelang auch als Seezeichen dienten. Auf dem zweiten Bild sind die alten Fährtaschen der ältesten deutsch-dänischen Eisenbahnfährverbindung ist die willkürliche Zerstörung einer mehr als ein Jahrhundert alten Eisenbahnfährgeschichte durch ein kommunales Unternehmen zu sehen. Das dritte Bild wäre ohne die blöde Ostseebad Warnemünde (das Fahrgastschiff im Vordergrund) das typische Postkartenmotiv von Warnemünde mit Lotsenstation, Leuchtturm, Teepott und Hotel Neptun. Auf dem vierten Bild trainiert ein einsamer Optimist.

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Vom auslaufen in Warnemünde bis zur Gedser Odde, dazwischen dann auch einfach mal nur Meer. Ich kanns grad nicht erkennen, aber es ist gut möglich, dass auf dem letzten Bild Teile von Rostock zu sehen sind, wahrscheinlich den Kühlturm des Kraftwerkes, den Bockkran der Warnowwerft sowie das Hotel Neptun.

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In Gedser ist der Fähranleger bereits modernisiert (es sollen ja eigentlich schon seit mindestens zwei Jahren neue Fähren verkehren, aber das ist unser persönlicher BER eine andere Geschichte), so werden hier nicht Leinen übergeworfen und festgemacht, sondern diese Kralle ausgefahren, die sich dann über den Poller an Bord der Fähre legt. Unsere Trauzeugen durften ja einmal erleben, dass dieser vermeintliche technische Fortschritt auch schnell zu Verzögerungen führen kann, wenn sich die Kralle nämlich weigert, das abfahrbereite Schiff wieder freizugeben. Auch hier werden die Vorgänge natürlich von Lord jetzt nicht mehr mit Helmchen überwacht. Tschüß Gedser!

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Einmal die Windräder vom Windpark Nystedt. Einmal die Begegnung mit dem Schwesternschiff Kronprins Frederik, unüblicherweise auf der Steuerbordseite (auch auf See güldet Rechtsverkehr), weil wir einen gewaltigen Haken schlagen mussten (um einem anderen Dampfer in der Kadetrinne auszuweichen). Und als Highlight das Probelaufenlassen des Rettungsbootes (hat funktioniert).

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Wieder huschen die Stromfähren noch schnell hinüber. Immer noch trainieren Optimisten und Laser. Spiegelei (nicht: Spiegel-Ei) in der Glasfassade des Kreuzfahrtterminals. Blick zurück in den Seekanal, rechts die Verkehrszentrale Warnemünde mit dem charakteristischen Sendeturm, links das Terminal.

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Und natürlich wurde trotz der nicht mehr ganz modernen Technik die Prins Joachim auch in Rostock wieder sicher festgemacht.

Fazit: Einfach herrlich. Und zum Glück hatte ich die Eingebung, Sonnencreme einzustecken. Vier Stunden Frühjahrssonne am Stück sind nicht ohne, obgleich lediglich das Gesicht und vielleicht ein bisschen die Pfötchen besonnt wurden – für den Rest war es trotz klug gewählter Sitzplätze einfach zu kalt. Für unsere Trauzeugen haben wir zudem heißgeliebtes Dosenbier mitgebracht. Auf jeden Fall also ein voller Erfolg!

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5 Antworten zu Eine kleine Seereise im Sonnenschein

  1. allesistgut schreibt:

    Ja, so eine kleine Fährfahrt nach Gedser ist immer toll. Sollte ich auch mal wieder machen! Danke für die Anregung. 🙂

  2. naehmarie schreibt:

    hab bis zum schluß gelesen. wurde belohnt. :))

  3. gerritjanappel schreibt:

    Tolle An-Bord-Bilder von den „Veteranen“ der Scandlines-Flotte und von der Reise an sich!

    Schade, dass sich um die beiden neuen Fähren „Berlin“ und „Copenhagen“ ein so langes Drama entsponnen hat. Aufgrund der neuen Abgasvorschriften dürfte es wohl jetzt eher ausgeschlossen sein, dass entweder die „Kronsprins Frederik“ oder die „Prins Joachim“ wie ursprünglich geplant die kleine „Holger Danske“ zwischen Puttgarden und Rødby Færge als Gefahrgutfähre ablöst und die Kapazität für diese Linie erhöht. Ich fürchte, sie werden aufgrund ihres Alters nun beide in Alang oder Aliaga landen… 😦

    • hafensonne schreibt:

      Ja, jammerschade, ich mag die beiden Prinzen auch sehr gerne und habe mich trotz des für die P&S-Werften und ja auch wohl Scandlines verheerenden Dramas um die beiden Neubauten heimlich sehr gefreut, dass ich noch einige Jahre Freude an den Veteranen hatte. Und die Surfer in Warnemünde wahrscheinlich auch. Ausgeschlossen, dass die neuen Fähren vergleichbare Wellen werfen…

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