Quoten

Jetzt kommt ja die Frauenquote. Dazu habe ich keine spezielle Meinung, da ich nicht einschätzen kann, in welchem Ausmaß tatsächlich eine gläserne Decke existiert. Was ich allerdings sehr wohl weiß: Frauen werden in Einstellungsgesprächen grundsätzlich nach der Familienplanung, nach bereits vorhandenen Kindern sowie deren Versorgung bspw. im Krankheitsfall befragt. Männer in aller Regel nicht. Im Gegenteil ist es bei Männern sogar erwünscht, dass sie Familie haben. (Dieses Wissen ist allerdings sekundär, ich habe da keine eigenen Erfahrungen bzw. welche im Freundeskreis.) Was auch bekannt ist: Auch nach Bereinigung um ungückliche Berufswahl und Teilzeitbeschäftigung, also bei vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen weniger als Männer. Zudem man ja auch hinterfragen kann, warum die klassischen Frauenberufe so sehr viel schlechter bezahlt werden als die Männerberufe. Dient ein Mechatroniker der Gesellschaft mehr als eine Erzieherin? Angesichts dieser beiden Beispiele frage ich mich durchaus, warum man unter großem Tamtam eine Quotenregelung verabschiedet, die vor allem jenen Frauen hilft, die es ohnehin schon ziemlich weit gebracht haben. Naja. Wie gesagt, eine abschließende Meinung habe ich dazu nicht. Betrifft mich eh nicht.

Neuerdings betreiben in meinen Augen seltsame Menschen eine ganz andere Quote: Ausgerechnet die Junge Union (!) Rügen kämpft für eine Deutschquote im Radio. Alter! Habt Ihr Euch den Quatsch mal angehört? Ich rede jetzt nicht von der Sinnhaftigkeit der Texte von Helene Fischer, die eine Kollegin neulich mit „sehr gering ausgeprägt“ beschrieb (ihre ca. dreijährige Tochter ist aktuell eine glühende Helene-Fischer-Verehrung, daher stammt die unfreiwillige Expertise der Kollegin), da Helene Fischer ganz offensichtlich weder auf eine Frauen- noch auf eine Deutschquote angewiesen ist, um ihr zweifelhaftes Werk unter das Volk bzw. jene, die sich dafür halten, zu bringen. Wir hören zuhause sowiese kein Radio und im Auto häufig NDR 1. Die erfüllen bereits jetzt so eine Quote, der Anteil deutschsprachiger Musik ist leider hoch und zwingt fast stets zum Umschalten auf Ostseewelle. Denn was da so zusammengesungen wird, geht ja gar nicht. Von Buhuhu bis Mimimi ist wirklich jede Befindlichkeit dabei, nur übertroffen von Schmalz schlimmster Güte sowie Reim-mich-oder-ich-fress-Dich. Ich bringe extra keine Beispiele, weil es mich bislang sehr glücklich macht, dass ich den Quatsch wenigstens sofort wieder vergesse. Und für die Ausdehnung dieses Phänomens kämpft die Junge Union. Na. Ist weder meine Alters- noch meine Politikklasse. Wird eh nicht kommen. Ich meine, diese Leute wollen ja nicht mehr Lieder von den Ärzten oder von Tocotronic im Radio hören. Sie wollen mehr Schlager. Aber dann sollten sie so ehrlich sein und eine Schlagerquote fordern. Die wär mir aber auch egal. Dann würden wir im Auto eben wieder CDs hören.

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2 Antworten zu Quoten

  1. Frau Tonari schreibt:

    Diesen Deutschquotenquatsch im Radio gab es vor Jahrzehnten, also in den Neunzigern, schon einmal. Hat sich zum Glück nicht durchgesetzt. Wir brauchen Viel- nicht Einfalt 😉

  2. Pingback: Zum ersten Mal: MRT | hafensonne

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