Brot backen

Ich habe mich ja – trotz mittlerweile ausgeprägtem Selbermachdrang – lange gegen das Selberbacken gesträubt. Zu freaky, zu küchenmuttihaft, zu oköhippiemäßig. Außerdem muss man Brot-/Brötchenteige lange und ausgiebig kneten, und das ist mal eine Tätigkeit, mit der man mich ganz sicher und sofort hinter sämtliche verfügbare Öfen vertreiben kann. Aber, ich habe es glaub ich bereits erwähnt, kurz vor unserem Urlaub haben wir uns eine todschicke Kitchenaid zugelegt, und eine der Bedingungen war, dass sie auch häufig Dienst tun solle. Außerdem mag ich das allerorten dominierende Aufbackbrot gar nicht und hege tiefe Sehnsucht nach unseren verblichenen DDR-Brötchen. Und was soll ich sagen – seit der Rückkehr von Madeira haben wir kein einziges Brot mehr gekäuft. Regelmäßig einmal am Wochenende ringt tapfer der Knethaken mit den Brotteigen, wird der Ofen an seine Temperaturgrenzen getrieben, verbreitet sich köstlichster Duft frisch gebackenen Brots in Küche und Wohnbereich. Und das Brot schmeckt. Am Anfang gingen die Teige noch nicht so recht, die Brote schmeckten gleichwohl trotzdem. Inzwischen lassen wir die Teige direkt vor dem Kamin gehen, das funktioniert sehr gut :-). Das Ausbacken ist auch noch optimierbar, mal sehen, wie das heutige Brot geworden ist ;-).

Und der Aufwand? Manche Leute, die manchmal Brot backen, sagen immer, dass sie wegen des Aufwands, wenndann gleich ganz viel Brot backen und dann einfrieren. Ich finde den Aufwand für ein einzelnes, freigeschobenes Roggenmischbrot allerdings so vertretbar, dass ich bislang immer nur eins gebacken habe, das für eine Woche bei uns beiden ausreicht. Wirklich aktiv ist man immer nur ein paar Minuten, den Rest erledigen Teig und die Triebmittel von alleine.

Und Brotbackautomaten? Ist wahrscheinlich Geschmackssache. Ich hatte keine Lust auf ein hässliches Stehrumchen in der Küche und Löcher im Brot. Eine Küchenmaschine, die auch mit schweren Teigen zurechtgekommt, reicht völlig aus.

Die letzten Male habe ich das Grundrezept für Sauerteigbrot aus dem Buch Brot von Bernd Armbrust gebacken. Man braucht:

200 g Weizenmehl

300 g Roggenmehl

30 g frische Hefe

1 Tüte Fertigsauer (75 g)

30 g Zuckerrübensirup

10 g Salz

300 ml lauwarmes Wasser

Die Hefe wird zerbröselt und mit dem Wasser verrührt. Die Mehlsorten gut mischen. Das Hefewasser hinzufügen, das Ganze ein paar Minütchen abgedeckt stehenlassen. Es bilden sich Bläschen. Sauerteig und Sirup hinzufügen, alles gut verrühren (lassen). Das Salz kommt immer am Ende dazu, weil sich die Hefe und das Salz nicht gut vertragen. Nun alles 8-10 Minuten kneten (lassen). Den Teig herausbasteln (Roggenmehle kleben ganz schön – nicht zuviel weiteres Mehl hinzunehmen, sonst stimmt die Mische nicht mehr!) und so, wie er ist, auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben (ich habe da so ein größeres Bambusbrett, auf dem ein bemehltes Leinentuch liegt). Nun vor einen brennenden Kamin oder auf eine aktive Fußbodenheizung oder an sonst einen warmen, aber nicht zu heißen Ort stellen und 10 Minuten gehen lassen. Mehr schadet auch nicht – der Teig sollte sichtbar größer werden! Dann den Teig flach drücken und mehrfach rund wirken – bitte googeln. Zum Schluss umdrehen – ein schöner glatter, straffer Teigballen sollte entstanden sein. Diesen entweder rund lassen oder zu einem länglichen Laib formen und weitere mindestens 20 Minuten auf dem Backblech (eingefettet oder mit Backpapier) gehen lassen – natürlich wieder im Warmen! Inzwischen den Ofen auf 220° Celsius vorheizen. Wenn er entsprechend heiße geworden ist, das Brot einschieben. Nach 10 Minuten auf 210° runterschalten und das Brot fertigbacken (ca. 30-45 Minuten). Fertig ist es bei einer Innentemperatur von 93° und/oder wenn es, von unten beklopft, hohl klingt. Rausnehmen, auf einem Rost vollständig auskühlen lassen. Dann – am besten nur mit Butter/Olivenöl – probieren! 😀

Eine der Folgen der Selbstbackerei ist natürlich gewesen, dass ich vorhin bei einem Onlinehandel insgesamt 15 kg verschiedene Mehle, ein Gärkörbchen, Malzextrakt sowie ein weiteres, vom ungarischen Halbblut (deren einfachste Brötchen wir natürlich auch schon gebacken haben – hmmmmm!) empfohlenes Brotbackbuch bestellt habe. Na dann mal sehen. Es macht jedenfalls Spaß und es schmeckt.

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5 Antworten zu Brot backen

  1. Herr Ackerbau schreibt:

    Ja, es geht nichts über eigenes Brot. Solange rumprobieren, bis man seine Sorte hat…. Viel Erfolg! Andreas

    • hafensonne schreibt:

      Danke! Bislang schmeckt es und macht Spaß – und es ist in der Tat Herumprobieren 🙂

      • Herr Ackerbau schreibt:

        Du solltest es auch mal mit eigenem Sauerteig probieren; geht relativ unaufwändig und man hat dann noch mehr Kontrolle über die Zutaten (und kann sich wohl auch den Sirup sparen).

      • hafensonne schreibt:

        Ist natürlich schon in Planung! Wollte mich allerdings peu á peu an die Materie heranarbeiten und nicht so mit’m Ruck – erstmal kleine Erfolge etappenweise ist erfahrungsgemäß besser als der große Wurf, der danebengeht 😉

  2. Pingback: Brot backen | hafensonne » webindex24.ch - News aus dem Web

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