Liebes ZEITmagazin,

wenn Du schon als Aufmacher auf dem Titel großspurig Das tollste Bundesland der Welt ankündigst, dann entsetze mich doch bitte nach dem Umblättern nicht mit der unglaublichen Information, dass Du, bislang heißgeliebtes ZEITmagazin, offensichtlich ausgerechnet Baden-Württemberg  dafür hältst! BADEN-WÜRTTEMBERG!

Das Wir-können-alles-außer-Hochdeutsch-Land? Mit der peinlichsten Landesgründungsjubiläumsverkündungskampagne ever?! Mit diesem unsäglich das Ohr peinigenden Dialekt? Diesen unfassbar sämtlichen Klischees entsprechenden geizigen und unfreundlichen Schwaben? Dem ungenießbaren Brot, der im besten Sinne höchstens als Hausmannskost zu verbrämenden Küche mit ihren Maultaschen und Spätzle? Der von Horizont zu Horizont mit Straßen und Einfamilienhäusern vollgestellten Landschaft?? Der hässlichsten Landeshauptstadt von allen – schön im Kessel gelegen, damit die von zahlreichen Autos produzierten Abgase auch schön hübsch jedem der Einwohner die Bronchien vernebeln? Ach, lang ist die Liste dessen, was mich nach gerade mal zwei Jahren reumütig wieder zurück in die loving waiting arms der Bundeshauptstadt zurücktrieb!

Ich bitte Dich. Liebes ZEITmagazin, das tollste Bundesland der Welt befindet sich im Nordosten und besticht durch eine zu 100% aus Küste bestehende Nordgrenze sowie mit einem vielleicht einfachen, aber es trotzdem faustdick hinter den Ohren habenden Menschenschlag. Außerdem gibt es hier Schiffe und Fähren, Inseln und Strände, viel Backstein und noch viel mehr Sonnenschein! Merk Dir das! Und schreib das mal, dann bin ich Dir vielleicht auch wieder gut.

Wenigstens hat sich offensichtlich Elisabeth Raether geweigert, ein schwäbisches Rezept anzuordnen vorzuschlagen, und dafür Wolfram Siebeck den Vortritt gelassen. Respekt dafür!

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6 Antworten zu Liebes ZEITmagazin,

  1. Stef schreibt:

    Also ganz ehrlich… Maultaschen sind schon was Leckeres. Und an nem angenehmen Frühlingsnachmittag auf dem Schlossplatz zu sitzen und ne leckere Laugenbrezel zu essen (also wenn schon Klischees, ne?) ist auch nicht zu verachten. Über den Dialekt und die Kehrwoche (mit allem was so dazugehört als Sinnbild für die dortige Spießigkeit) müssen wir nun wirklich nicht, aber so generell… gut, die vier Jahre, die ich früher mal dort gewohnt habe, sind ausreichend, zumal bei der mehr als verwirrenden Stadtumgestaltung, beim Flughafen… ach nee, das war der Hauptbahnhof, mal angefangen. 😉

    • hafensonne schreibt:

      Essen, wo ich nicht sehe, was drin ist, ist niemals lecker! Den Schlossplatz fand ich schon immer doof. Ich kenn den allerdings noch mit den berühmten Treppen und ohne das Dingsbums, was sie dahingebaut haben. Das mit dem Hauptbahnhof fand ich damals gar nicht so schlecht, lustigerweise haben sich die Stuttgarter für den geplanten Umbau mit Abriss usw. so GAR NICHT interessiert. Neenee, Stuttgart geht gar nicht. Außerdem war es für Radfahrer lebensgefährlich.

  2. Herr Ackerbau schreibt:

    (Heute BaWüler aus Solidarität, obwohl ich eigentlich von der richtigen Seite der Iller komme).
    Das schönste Bundesland der Welt ist doch eigentlich…. ach nee, doch nicht. Da müsste ich noch ein bisschen länger als 17 Jahre hier wohnen…)

    • Frau Tonari schreibt:

      Dabei haste Recht…Fast. Wir haben nicht das schönste, aber das tollste Bundesland.
      Tollkühn und arm, aber sexy. Und wir können alles außer Flughafen, S-Bahn, Fußball, Tempelhofnachnutzung.

    • hafensonne schreibt:

      Berlin ist ’ne andere Liga, weil eben nur Groß- und außerdem auch Geburtsstadt. Wenn bei Dir im Perso „Berlin-Mitte“ als Geburtsort steht, dann hat das schon was. Aus der relativen Ferne betrachtet war es das inzwischen aber leider schon. Mein heißgeliebtes Friedrichshain aber, das gibt es nicht mehr. Auch Friedrichshagen als Alternative für den etwas ruhigeren Alterssitz ist inzwischen fest in SCHWÄBISCHER Hand. Also no way. Dann doch lieber die Küste und die Hoffnung, dass sich die Schwaben nicht ans Wasser wagen :-/.

  3. Willy Reichert schreibt:

    Nur so als Info: die Ostsee wurde von den Römern ‚Mare suebicum‘, also ‚Schwäbisches Meer‘ gennant. Hintergrund: bei den Schwaben (Alemannen) handelt es sich um Elbgermanen, die ‚rüber gemacht haben‘. Das mage der Berliner vielleicht nicht hören, ist aber so. 🙂

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