Selbermachen: Mayonnaise

Frau Novemberregen erinnerte mich soeben daran, dass ich schon längst mal was über selbstgemachte Mayonnaise geschrieben gehabt haben wollte. Ja, Mayo kann man selber machen. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Mayo MUSS man selbermachen, weil der Dreck, den man zu kaufen bekommt, nichts, aber auch gar nichts mit diesem tollen Geschmackserlebnis zu tun hat. Ich glaube sogar, dass meine fast lebenslange Ablehnung von Mayo genau dem Umstand zu verdanken ist, dass das gekaufte Zeug einfach so gar nicht schmeckt. Mayo kann aber schmecken. Wer bislang vor dem Selbermachen zurückschreckte, weil er/sie einige (eine reicht eigentlich schon) traumatische Erfahrungen mit tropfenweise hinzugefügtem Öl und stundenlanger Aufschlagerei der Masse, immer in der Angst vor dem Schreckgespenst Gerinnung befindlich, gemacht hat, der sei beruhigt. Es geht ratz-fatz in weniger als einer Minute, wenn die Zutaten parat stehen.

Dafür braucht man nur ein Ei, 250 ml Öl, einen Pürierstab, einen hohen Mixbecher (der idealerweise dem Pürierstab beilag) sowie die diversen Gewürze, die man in der Mayo haben möchte. Namentlich Essig, Senf, Salz und Pfeffer, aber auch beispielsweise, wenn man in Richtung Aioli experimentieren möchte, Knoblauch. Der Witz besteht darin, erst alles außer dem Öl in den Becher zu geben, dann das Öl draufzukippen und den Pürierstab zunächst wirklich so tief wie möglich einzutauchen und dort in Betrieb zu nehmen. Dann ziehe man ihn langsam hoch. Dabei kann man das Werden der Substanz buchstäblich im Sekundentakt bestaunen. Fertig ist die Mayo.

Schon goil.

Ein paar Wermutstropfen gibt es dennoch: Wer zu panisch vor rohem Ei ist, für den ist das maximal für sofort was. Dafür ist aber die Menge recht groß – weniger geht ja kaum, weil wie will man sowas wie ein viertel Ei verarbeiten? Obwohl, vielleicht geht das sogar irgendwie. Und obwohl es für mich das mit Abstand leckerste Öl ist: Olivenöl und Pürierstab vertragen sich nicht gut, bei kräftigen Olivenölen kann die Mayo bitter werden.

Trotzdem ist es super. Wir sind ja eher nicht so zimperlich und hatten an unserer selbstgemachter Mayo mehrere Tage Freude. Lustigerweise esse ich schmackhafte Mayo zu allem möglichen, wo ich niemals nicht auch nur auf die Idee käme, da Fertigmayo ranzumachen.

Sabine Schlimm, die Frau mit den Salzzitronen, hat noch eine eifreie Variante für kleinere (und eventuell sicherere ;-)) Portionen parat.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter auf der anderen seite, lobhudelei, schmackhaft und bekömmlich veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s