Wochenendbeschäftigungen

Ist der Capitano auf See, hofft man am Wochenende natürlich darauf, ganz viele Sachen erledigt zu bekommen, zu denen man sonst nicht kommt, weil man tollere Sachen zusammen unternimmt. Zum Beispiel gaaaaaanz viele Blogeinträge zu schreiben, irgendwas sauberzumachen und endlich mal diese ganzen To-do-Listen abzuarbeiten, die sich zumindest in meinem Kopf befinden, nicht extern verschriftlicht.

Und dann? Denkste, Puppe!

Geschafft habe ich trotzdem einiges, und der Blogeintrag wird ja auch grad was.

Gestern habe ich stundenlang in der Küche gestanden bzw. auf dem Balkon gesessen und Pesto gemacht. Einerseits musste ein Basilikumgewuchere zum Friseur, andererseits gab es ein wild wucherndes Töpfchen mit dem theoretischen Namen Kräuter der Provence und dem praktischen Inhalt zu 80% aus Petersilie, dem typischsten Vertreter der provencalischen Küche, bestehend, das ebenfalls mal beerntet werden musste. Nach so einer Pestoangelegenheit ist die Küche ja immer fällig für eine mittelgradige Renovierung und der Kühlschrank sehr voll. Außerdem musste ich neue Salzzitronen machen, denn binnen einer Woche ist das erste Glas fast leer, und nur ein weiteres steht für die kommenden ca. 6-8 Wochen zum Öffnen bereit. Renovierungsbedürftigkeit der Küche nach Salzzitronenzubereitung nochmals gesteigert. Ich weiß ja nicht, wie das die Bloggerin macht, von der ich die Schnapsidee mit den salsifizierten Zitronen hatte, die so schrieb, dass sie das immer so nebenbei mal mache, es nicht länger als 5 Minuten dauere und die Zubereitung quasi subkortikal ablaufe. Ich bin die langsamste Köchin der Welt. Wenn ich Kinder hätte, würde ich die schon aus dem einfachen Grund in die Krippe und den Kindergarten und auf jeden Fall in eine Ganztagsschule schicken, damit die nicht verhungern und nicht in renovierungsbedürftigen Küchen verwahrlosen.

Heute war ich auf dem Flohmarkt. Es gibt da ein Projekt, das, als es noch keins war, absolut verheißungsvoll gewesen wäre; seit es eines ist, sind die Aussichten trübe bis dunkelschwarz. Mehr kann zum aktuellen Zeitpunkt dazu nicht gesagt werden; es ist möglich, dass der Feind mitliest. Da ja nun der fahrbare Untersatz auf dem Spezialparkplatz an der Fähre stand (ich darf ihn ja eh nicht bewegen), musste eine Radtour her. Neun Kilometer sollten natürlich kein Problem darstellen und waren es auch nicht. Aber die Meteorologie! Als ich ankam, ging gerade ein mittleres Schauerchen zuende. Die Planen auf den Tischen wurden weggerollt, und ich war zwar projektmäßig wieder einmal gar nicht erfolgreich, erstand dafür aber einen nachgemachten und schlecht bedienbaren Rubikwürfel, weil ich in letzter Zeit so viel darüber gelesen hatte und mich daran erinnerte, dereinst den Algorithmus geknackt zu haben, wie man den löst. Inzwischen hab ich zumindest wieder raus, eine Seite hinzukriegen. Man darf aber nicht fragen, wie ich das mache. Das weiß ich nämlich nicht. Auf einmal ist eine Seite blau oder grün oder rot, und da das immer schneller gelingt, muss ich das Prinzip bereits wieder verstanden haben. Oder ich konnte das damals so gut, dass es auch jetzt, ähnlich dem prozeduralen Gedächtnis, wieder und immer noch subkortikal abläuft. Ich würde das aber gerne kortikalisieren (auf deutsch: wissen, was ich tue und warum), um den Rest vom Würfel auch noch zu klären. Jedenfalls brach dann ein Wolkenbruch aus, der das Heimfahren zunächst vereitelte. Mein Fahrrad samt Regenbekleidung war einfach drei Meter entfernt, das hätte ich nicht in einem noch akzeptablen Durchnässungsgrad zum Umziehen erreicht. Also Abwettern unter einem dieser Stände, die überhaupt nicht flohmarktmäßig irgendwelche schrecklichen Taschen sowie seltsamen Nippes feilboten.

Endlich und halbwegens trocken dann zuhause angekommen wurde Kartoffelsalat zubereitet. Eigentlich sollte er spanisch=mediterran werden, aus Gründen. Andererseits guckte ich in mein gutes, altes Basic cooking und fand dort einen Kartoffelsalat mit ohne Mayo und dafür einem Haufen Brühe. Da wir über einen solchen verfügen, der auch gerne mal im Sinne der Nachhaltigkeit dezimiert werden darf, entschied ich mich zu einer Mischung aus Rezept, Gefühl und Speisekammervorgaben. Es sind also Kartoffeln, ausgelassener Pancetta, eigene getrocknete, eingelegte Tomaten, Kapern, Minze, Frühlingszwiebeln und noch ein paar von den eingelegten Tomaten zum Einsatz gekommen, dazu eben erwähnte Gemüsebrühe, Essig, Öl und Gewürze. Na mal sehen.

Jetzt nun also bald Finale. Ich mein, die Jungs können das schaffen. Dass sie Argentinien mit Messi bei WMs schlagen können, haben sie mehrfach gezeigt, zuletzt haben sie sehr gut gespielt – eine Mannschaft muss sich auch erstmal so zerlegen lassen wie die Brasilianer! Außerdem gilt das Gesetz der 24 Jahre. Verdient haben sie es allemal. Ich freue mich auf ein tolles Finale und hoffe als artige Arbeitnehmerin, dass weder Verlängerung noch Elfmeterschießen stattfinden, obwohl bei letzterem mein Gefühl im Zweifel und mit Glück auch eher unseren Jungs gewogen wäre.

3:1.

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2 Antworten zu Wochenendbeschäftigungen

  1. Frau Tonari schreibt:

    Tja, ein hochspannendes Spiel mit arbeitnehmerunfreundlicher Verlängerung und einem kniknaknappen 1:0. Aber Dein Gestz der 24 Jahre scheint zu stimmen 😉
    Liebe Grüße von Frau Tonari, die gerade Streichhölzer für die Augen braucht, dafür aber nur eine vier-Tage-Woche hat.

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