… Dein Freund und Helfer

Also neulich bekomme ich so eine 1A-Phishing-Mail von der „Sparkasse“, dass ich ganz unbedingt da auf diesen Link drücken müsse, weil sonst ganz schlimme Dinge passieren würden. Da ich aus Funk und Fernsehen aus anderen Quellen darüber informiert war, dass die schlimmen Dinge vermutlich eher passieren, wenn ich da tatsächlich draufdrücke, unterließ ich dieses. Dann überkam mich so ein Gefühl. Ich bin selbst schon oft auf der Startseite meiner Bank vor aktuellen Phishingattacken gewarnt worden und las ähnliches in der Zeitung. Das funktioniert ja nur, wenn man diese Mails ja auch tatsächlich irgendwie, irgendwo und irgendwann meldet. Ich besuchte also die Internetzpräsenz der hiesigen Polimanzei. Dort konnte man Meldungen absetzen. Unter Klarnamen mit Adresse und so. Ich tat so und teilte mit, dass ich bei entsprechendem Interesse die fragliche Mail gerne weiterleiten würde. Es ereilte mich eine Mail mit was? Na? Mit dem Vermerk, dass dem Vorgang eine Bearbeitungsnummer (möglicherweise hieß das auch anders) zugewiesen worden sei. Na, da ist doch die deutsche RegulierungsWelt wieder in Ordnung. Dann passierte zunächst nichts. Heute zog ich einen Brief der Polizeiinspektion Rostock aus dem Briefkasten, Kriminalkomissariat, Sachgebiet Vermögensdelikte. Ich dachte immer, das heißt Dezernat oder so. Wahrscheinlich zuviele gute schwedische Krimis gelesen. Auf jeden Fall kein Absender, dessen Mitteilungen man aus dem Briefkasten ziehen möchte! Aber schnell stellte ich noch vor Öffnung des Umschlags mit Hilfe heißen Dampfes einen Zusammenhang mit meiner Tage zuvor erfolgten Internetanzeige her, und wie sich nach dem Öffnen zeigte, zu Recht. Ich wurde auf drei Seiten aufgefordert, zwecks Vermeidung einer persönlichen Vereinnahmung zur nachfolgend angegebenen Straftat/Ordnungswidrigkeit mich schriftlich zu äußern. Dabei wurde eine dezente Dyskalkulie des sachbearbeitenden Kriminalhauptmeisters offenbar, denn das Schreiben war vom 18.03., ich sollte innerhalb von 14 Tagen mich schriftlich äußern, und die Frist lautete „bis zum 28.03. an die hiesige Dienststelle zu übersenden“, wobei ja allein übersenden ein klasse Wort ist mit mindestens vier überflüssigen Buchstaben. Freiumschlag lag übrigens auch nicht bei, wer aufgrund von Phishingbetrug klamm ist, überlege vorher besser, ob er via Internetz Anzeige erstatte. Jetzt kommt die Pointe (bis jetzt war alles Warmlaufen). Ich bin ja aufgefordert, die fragliche Mail möglichst mit Header und Quelltext (oookaaaayyyyy!) auszudrucken und mit dem anderen komischen Bogen mit zu übersenden. Ja okay, Papier ist geduldig. Gleich die Pointe. Da gehe ich also in meinen alten Mailaccount (nur dort erscheint derartiges im Spamfilter), da sind zwar 7 neue Spammails (Ihr Computer verdient 1000 Öre am Tag für Sie, großes Erbe in Dar-es-Salaam, Penisverlängerung/-verkürzung [hab vergessen], Ihre private KV und der neue Tarif, Ihre Auszahlung wurde freigeschaltet… ach!), aber die fragliche ist WEG! Mann, hast Du die etwa gelöscht? Kann doch nicht sein. Papierkorb. Leer. Betrachte Einstellungen von Papierkorb. Der löscht gelöschte Nachrichten nach 30 Tagen. Trotz kriminalhauptmeisterlicher Dyskalkulie nicht erreicht. Nachricht verschwunden. Löschen die sich jetzt von selbst? Also ist ja auch praktisch, aber dann muss die Kriminalpolizei wohl noch etwas aufrüsten. Vor allem im Hinblich auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei Internetzkriminalität.

Zum Glück habe ich heute eine ähnliche Phishingmail von Paypal bekommen…

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