Wok ok

Hab ich schon die Geschichte mit dem neuen Wok erzählt? Ja? Nein? Ich glaube nicht. Aber sie ist ein Klassiker, und daher ist es auch nicht schlimm, wenn sie noch einmal erzählt wird – die Version, die Nichten und Neffen einst am Lagerfeuer ihren Enkeln erzählen werden, wird ohnehin nicht mehr viel mit der Realität zu tun haben. Da ist es gut, vorab schonmal ein paar unterschiedliche Versionen zu kreiern.

Eines Tages zu Beginn des Jahres flatterte ein Brief der Möbelverkaufsfirma Höffner in den ehelichen Haushalt. Adressat war der Capitano als vorgeblicher „Stammkunde“. Ich weiß nicht, wann der holde Göga in seinem früheren Leben zuletzt bei H. war, jedenfalls wohnte er da noch nicht hier. Naja. Jedenfalls begab es sich aber, dass dem Schreiben ein 50 Öre-Gutschein beilag, ab einem Einkaufswert von 100 Öre, bis zum 31.01. gültig. Nun ja. Gleich war mir klar, dass das natürlich eine Masche ist, einen zu H. zu locken, wo man am Ende dann mehr ausgibt als 100-50 Öre, weil man ja 50 Öre vermeintlich spart. Trotzdem fuhren wir hin. Natürlich am 31., der auf einen Freitag fiel, natürlich unter Zeitdruck, da am Nachmittag noch Skispringen anstand. Dann durchstöberten wir die Stehrumchen-Spezialabteilung. Geschirr… aber ganz weiß, blöd. Gläser? Hm, eigentlich hamwa jenuch davon. Handtücher? Dito. Schon blöd, wenn man fast alles hat, was man braucht, und das sogar in ausreichender Menge. (Und das, was wir gerne hätten, ist nicht mit 100 Öre Investition zu machen. Zum Beispiel dieses wunderbare Kahla-Geschirr.) Ein Wok. Ein Wok? OK, wir haben keinen und bräuchten vielleicht einen. Wir stehen vor einem 25 Öre-Modell aus Aluguss, das wackelte schon unter unseren kritischen Blicken. Außerdem hätten wir dann immer noch was für 75 Öre gebraucht, aber woher nehmen? Jedenfalls hatten wir schon fast die Hoffnung begraben, die Firma H. mit 100 Öre Umsatz beglücken zu können. Aber dann stand er vor uns. Bildschön. Aus Gusseisen, schwarz, ohne neumodischen Schnickschnack wie Beschichtungen oder dergleichen, dafür mit Deckel und irgendetwas-ablege-Gitterchen. 99 Öre. YEAH! Das Projekt war gerettet. Nun noch schnell (100 Öre Mindestumsatz schafft man nicht mit 99 Öre) einen Hähnchenbrateaufspießspieß eingesammelt und ab zur Kasse. Es funktionierte! Stolz schleppten wir das Ding zum Auto und absolvierten noch so nebenbei den Wochenendeinkauf-eben-mal-bei-Kaufland-machen-Parcours und schafften es noch zum Skispringen nach Hause.

Seitdem gibt es bei uns häufig Currys zu essen. Diese sind popeleinfach. Später organisiere ich vielleicht noch die ganzen Einzelzutaten, aber fürs erste ist es mehr als ausreichend, mehrere unterschiedliche (unterschiedlich scharfe ;-)) Mischungen oder Pasten daheim zu haben. Das Prinzip ist immer gleich. Einfach Tier- und Gemüseteile in handliche Stückchen schneiden, dazu Ingwer, Zitronengras, Knoblauch, Honig, Zitronenschale und dergleichen bereithalten, ein woktaugliches Asiaöl heiß werden lassen (Erdnuss, Sesam) und dann alles nacheinander hinein, Brutzelei, Rührerei, Sojasauce, Curry nicht vergessen mit anzuschwitzen, vielleicht hat man noch Brühe oder Wein zum Dazuschütten, am Ende Kokosmilch, MHHHHH. Der Reis macht sich derweil von selbst, weil man ihn auch nur in Butter mit feingewiegter Zwiebel anschwitzt, Kurkuma dazu wegen der Farbe, dann heiße Flüssigkeit (ich bevorzuge Gemüsebrühe, weil wir davon SO VIEL haben!!) hinein und Deckel drauf, Temperatur runter. Irgendwann ist die Brühe in den Reis übergegangen, dann ist fertig ;-).

Hehe. Fertig das exotische Gericht. Heut abend ist es auch endlich mal so richtig scharf geworden, so dass auch der Capitano auf seine Kosten kommen dürfte.

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6 Antworten zu Wok ok

  1. naehmarie schreibt:

    Im Bulli liegt dank eben diesem Möbelladen und ähnlicher Gutscheingeschichte das vermutlich teureste Linoleum der Welt… mit Glitzer!

  2. Anikó schreibt:

    Sowas ist elendig, den letzten Euro noch irgendwie zu bekommen … So einen gußeisernen Wok haben wir auch mal aus Ungarn mitgenommen (15 Jahre her oder so), aber blöderweise nie richtig behandelt. Das muss sich ändern …

  3. Pingback: Soviel zum Thema Gutscheine | hafensonne

  4. Frau Tonari schreibt:

    Und Du bist sicher, dass ihr keinen Grill gekauft habt? 😉

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