Ungereimtes zur Büchner die ich-weiß-nicht-wievielte

Der heutigen Ostseezeitung war zu entnehmen, dass nach Meinung der Kapitäne der ganze Schlepp fragwürdig war. Der Schlepper sei zu klein gewesen, zudem allein, desweiteren war die Büchner unbemannt, was als absolut unseemännisch getadelt wurde – schließlich seinen tags Flaggen und nachts Lichter zu setzen, außerdem könne die Schleppleine brechen, wer soll dann die neue anschlagen? Die Schlepperbesatzung habe wohl schon in Rostock vor allem durch die Nichteinhaltung basalster Arbeitschutzvorschriften imponiert. Insbesondere der Verzicht auf einen Helm sowie Badeschlappen als vorherrschendes Schuhmaterial wurden aufgeführt.

Durch die Presse geisterte die sagenhafte Versicherungssumme von 4 Mio. Öre.

Leider nicht der Ostseezeitung, sondern bayerischen und brandenburgischen Publikationen sowie lokalen Käseblättern war zu entnehmen, dass DER KAUFPREIS NOCH NICHT ENTRICHTET WURDE.

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Wir reden hier wohlgemerkt von einem Käufer, der aus einer auf den Seychellen gemeldeten Gesellschaft besteht. Der Insolvenzverwalter des Trägervereins ist aber sicher, dass er das Geld erhalten, dass der Kaufvertrag eingehalten wird. Ja, ist klar…

Dies ist besonders pikant, weil bislang, insbesondere vom unsäglichen Hafenkapitän Ruhnke, stets verlautbart wurde, dass der Kaufpreis längst entrichtet worden sei. Immerhin war dieses das wichtigste Argument in Sachen rechtsgültiger Kaufvertrag, dass das Schiff herausgerückt werden muss. Die Rolle von Herrn Ruhnke, der wohl auch bereits im Herbst vergangenen Jahres als mehr oder weniger Sprecher des unfähigen Trägervereins aufgetreten sei – ohne allerdings auch Mitglied gewesen zu sein – sollte auch mal vollständig aufgeklärt werden.

Zuletzt wurde zudem bekannt, dass sich wohl bereits 2004 der Trägerverein nach dem möglichen Schrottwert der Büchner erkundigt habe. Die Vermutung, der Trägerverein habe seitdem nurmehr auf Pump und Verschleiss den Dampfer betrieben, um dereinst den Schrottpreis zu kassieren, liegt auch für ausgesprochene Verschwörungstheorienkritiker durchaus nahe. So weit, dem Trägerverein zuzutrauen, selbst hinter der ominösen Briefkastenfirma zu stecken, will ich freilich nicht gehen. Man wird ja wohl noch laut denken dürfen. Dabei – jahrelang die Einnahmen aus Gastronomie und Übernachtungen einsacken, am Ende über eine fingierte Briefkastenfirma den Dampfer kaufen, selbst fei Insolvenz anmelden, Dampfer von der Denkmalliste streichen lassen, dafür die nötigen Politiker schmieren Investitionen investieren, hohe Versicherung abschließen, Dampfer von polnischem Schlepper holen und versenken lassen – natürlich in polnische Hoheitsgewässer und direkt vor dem Zuhause des Schleppers, damit man nicht nur unnötige Meilen bezahlen muss, Versicherungskohle kassieren und nach den Seychellen auswandern. Dann schließt sich der Kreis wieder. Klingt doch gar nicht so übel.

Und jetzt schreibe ich eine Mail an die Vorsitzende der Bürgerschaft, dass diese Vorgänge bitte untersuchungsausschussmäßig untersucht werden sollen.

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2 Antworten zu Ungereimtes zur Büchner die ich-weiß-nicht-wievielte

  1. JA!!! Meine Unterschrift dafür gebe ich sehr gern und ausdrücklich!!!

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