Rostock ist nicht zu klein für brandenburgische und schwedische Musiker

Nachtrag zur vergangenen Woche:

Friska Viljor waren toll. Ich mag das neue Album Remember our names. Insbesondere das extrem europoppige („haben wir schon vor Urzeiten akustisch aufgenommen, klang immer doof“) Boom boom sowie Easy is hard* wegen der Textzeilen „Take what you can to get on with yourself, Take a break when you don’t see the things you forsake, Time goes on even when you’re in pain“. Das M.A.U. war voll, nicht ganz so höbsch wie die Stubnitz, dafür über ausreichend Toiletten verfügend. Das minimalistische Arrangement auf der Stubnitz mit nur den beiden Jungs gefiel mir freilich besser als das doch rockigere Ensemble mit Schlagzeug und dem ganzen Zinnober, weil die Atmo damals dichter war. War aber trotzdem schön. Nicht zu vergessen die traditionelle Zugabe.

*hab ich leider noch nicht online gefunden. Lohnt sich aber sogar der Kauf!

Keimzeit.akustik im Ringelnatz in Warnemünde. Super. Rechtzeitiges Erscheinen bedeutete gute Plätze. Uns war nur nicht ganz so klar, dass dieses auch mittels der Mallorca-Poolliege-Handtuch-Methode möglich war. Will meinen: Als wir erschienen, waren die frontal zur „Bühne“ angeordneten Stühle bereits von Jacken belegt. Immerhin ergaunerten wir die zweite Sitzreihe hinterm Kontrabass und konnten daher wenigstens von lateral die Vorgänge auf der Bühne prüfen. Die waren nicht ganz uninteressant. Während Gitarr- und Banjoist Martin Weigel die Geigerin und E-Mandolinistin Gabriele Kienast anhimmelte, spielte diese dem Chef Norbert Leisegang zu. Verdeckte Ermittlungen ergaben durchaus Konfliktigkeiten im emotionalen Fluss innerhalb der Band. Auf der Bühne spielte sich dieses durchweg positiv nieder: Musik und Abend waren grandios. Einzig nicht verstanden haben wir: Warum sichere ich mir qua Handtuch Jacke einen Platz an der Sonne in der ersten Reihe, wenn ich ein maximal desinteressiertes Gesicht aufzusetzen vermag? Wir waren wahrscheinlich die einzigen, die mitgesungen haben (es wurde erfreulicherweise viel Altbekanntes gesungen), wovon die Band zum Glück nicht viel mitbekommen haben dürfte. Unterm Strich: limitierte 120 Gäste. Das war schon sehr exklusiv. Toll. Und die Band sehr nett, klar, authentisch und musikalisch sehr beeindruckend.

Kultur geht hier auch. Nur eben spärlich und dann mit’m Ruck.

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