Amtiges

Zum Glück weilte ich ja seit vielen Jahren nicht mehr in einem Arbeitsamt, mit Ausnahme meiner Arbeitssuchendmeldung am Ende des Studiums. Da hatte ich aber das Glück, dass das Arbeitsamt damals eine Dependance direkt in der Uni unterhielt und man dort als fast frischgebackene Akademikerin doch nicht ganz so wie eine aus dem Prekariat ganz freundlich bedient wurde.

Einer Schrulle der Personalverwaltung folgend war es leider notwendig, das drohende Ende meines derzeitigen Vetrages amtlich anzuzeigen und auch die entsprechend drohende Arbeitslosigkeit zu dokumentieren. Zu diesem Behufe tut es leider not, das hiesige Arbeitsamt persönlich aufzusuchen. Donnerstags gibt es extra Sprechzeit für Berufstätige zwischen 16 und 18 Uhr. Das Rostocker Arbeitsamt befindet sich leider am Arsch der Welt fast am Arsch der Welt, so dass die Anreise gut geplant sein will. Die Spezialsprechstunde ist angemessen: weite, aber menschen- und mitarbeiterleere Räume gähnen. Rasch ist man dran. Die Reaktion auf die Mitteilung, die Arbeitslosmeldung sei lediglich eine Formsache, damit der bereits ausgearbeitete Verlängerungsvertrag aktiviert werden könne, erinnerte ein wenig an die Geschichte mit dem Passierschein A38*. Die Mitarbeiterin zeigte sich erstaunt, machte glücklicherweise keinerlei Fisimatenten, konnte jedoch von ihrem gewohnten Programm Aufklärung über Pflichten – Fristen – Bewerberprofil – Lebenslauf – Stärken und Kompetenzen – Fremdsprachen – Führerschein – Mobilität keineswegs abweichen. Auch der Antrag auf Arbeitslosengeld und Hinweise auf fraglich online zu belegende Fortbildungskurse unterblieben nicht. Naja egal, hier rein, dort raus, aber wenn sie nicht so ein Heckmeck gemacht hätte, wär der Vertrag schon unterschrieben. Nun, besser so als wie mit Fisimatenten. Immerhin hatte ich den Eindruck, das Arbeitsamt sei nun doch ein wenig besser organisiert und begreifbarer geworden als bei meinen letzten ernsthaften Kontakten um 2000 herum. Einzig richtige Frechheit: Wegen jedem Scheiß Dünnpfiff muss man so’ne olle Servicenummer anrufen, die natürlich nicht ganz kostenlos ist. Von seinen zuständigen Sachbearbeitern hingegen hat man KEINE Durchwahl, die rufen echt mit unterdrückter Nummer an. Das geht natürlich gar nicht. Immerhin bin ich als Kunde des Arbeitsamtes auch dessen Finanzierer, denn ich zahle ja nicht zu knapp Arbeitslosenversicherung. Aber auch hier wurde bereits Recht gesprochen. Und mir kann es ja hoffentlich egal sein und bleiben.

*so schlimm war’s hier wirklich nicht. Aber es ist eben der Klassiker in Sachen Verwaltung!

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