Einfach wohnen

Erstes Fazit nach vier Wochen Pampa:

Wunderschön. Bin ich schonmal im Spätherbst umgezogen? Gut, ich kenne die Gegend hier auch bei Tageslicht, das Fuchs-und-Hase-sagen-sich-Gute-Nacht-Feeling ist aber bei vollzeitiger Berufstätgkeit deutlich ausgeprägter als in der Innenstadt. Immerhin kann ich derzeit noch morgens ohne Licht fahren.

Es ist schön, wie die Regentropfen aufs Dach prasseln, das machen sie allerdings, wie von mir subjektiv schon seit vielen Novembern beobachtet, bislang selten. Als ich ein Kind war, war der November noch so ein Schmuddelmonat.

Schiffe gucken heißt neuerdings Maut zahlen. Alles andere als der Tunnel dauert länger und kostet ja auch Geld, entweder in Form von Diesel oder auf der Autofähre in Hohe Düne. Die Kruzenshtern wurde besichtigt. Leider nur an Deck. Überall standen pubertierende slawische Quadratschädel herum und versuchten, maximal grimmig bzw. gelangweilt zu schauen. Der Nebel, wenngleich nicht so undurchdringlich wie neulich, spuckte die einlaufenden Fähren erst kurz vor den Molen aus.

Angeregt vom ZEITmagazin wollte ich Carne de porco á Alentejana kochen, aber es gibt in Rostock keine Möglichkeit, ohne Vorbestellung Venusmuscheln zu kaufen. Also gab es knoblauch- und petersilienifiziertes Sauenfilet. Auch nicht schlecht. Und Batatas ao Murro.

Die Baustellensituation ist inzwischen weitgehend entschärft. Das heißt aber nicht, dass irgendetwas tatsächlich fertig ist. Ein Briefkasten fehlt immer noch genauso wie eine Klingel (unsere Nachbarn im Erdgeschoss haben bereits eine). Der Balkon ist noch unbalkonisiert und derzeit lediglich wegen seiner Doppelrolle als Dach begehbar. Die Handbrause in der Badewanne hat nun der Kapitän angeschraubt, da das entsprechende Fachpersonal sich nicht darüber einig war, wer dafür zuständig ist. Der Maler kann aus persönlichen (nachvollziehbaren) Gründen derzeit nicht arbeiten. TV- und Telephondose sind noch nicht verkleidet, obwohl seit zwei Wochen Faschingszeit ist, und manche Deckenlampen führen noch immer keinen Strom. Auch die Schiene zwischen Küchen- und Wohnzimmerfußboden harrt noch im dunklen Lager ihrer endgültigen Bestimmung. War es das? Hm. Der Stellplatz, der aus unerfindlichen Gründen 20 Öre extra kostet (warum ist der nicht einfach in der Miete enthalten, da er ohnehin auf der Seite sich befindet, auf der wir unsere drei Meter Grün nutzen dürfen?), ist noch nicht vorhanden. Schuppen auch nicht, dafür stellen die Klempner auch mal das unangeschlossene Rad raus auf die Straße so nach dem Motto „wir stellens doch wieder rein, wenn wir fertig sind“.

Na, ich will nicht kleinlich werden. Wir fühlen uns hier wohl und vom ersten Tag an zuhause. Es ist nichts mehr aufzubauen, nur anzuschrauben und auszupacken (und umzutauschen). Es ist warm. Die Geräte funktionieren. Na, und Warmwasser, Strom usw. Alles ist gut.

Dieser Beitrag wurde unter auf der anderen seite veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s