Welcome to Gehlsdorf County

Heute in einem 1A-Erledigungsmarathon bereits um halb elf folgende Programmpunkte abgearbeitet:

Fäden ziehen. Hektische Schwester zuppelt mit piksenden Instrumenten an meiner an sich kitzligen, derzeit eher schorfkrustigen und mithin auch eher empfindlichen Fußsohle herum.

Ummelden. Das Ortsamt Dierkow/Toitenwinkel ist auch nicht gerade der schönsten eines, obwohl es funkelnagelneu sein dürfte. Es gibt nicht mal Wartenummern, sondern es wird recht old-school-mäßig „Der nächste bitte“ in den Warteraum gebellt. Da wir in puncto Erscheinen zur Öffnungszeit (die ist eh noch wie früher, so nach dem Motto von 9-12 und Frühstückspause von 9:30-11:30) eine quasi Punktladung vollführten, mussten wir nicht ausprobieren, wie der typische Dierkower/Toitenwinkeler sich in Sachen selbstorganisierte Reihenfolge aufführt, wenn es dann doch mal voll wird. Jedenfalls bediente uns eine Angestellte, die man sicher mit Fug und Recht als „Altlast“ bezeichnen darf, die einen enervierenden Mund-Tic hatte, indem sie beständig ihre Lippen hin- und herschob (besser kann ich das jetzt nicht beschreiben). Aber egal, nun sind wir endgültig zu Gehlsdorfern geworden.

Fest- und Internetz. Der Umstieg auf LTE hat vor allem eines gebracht: Beschleunigung in Sachen Anschaltung. Heute erschien der Außendienstmitarbeiter des Vodafone-Shops im Kröpeliner-Tor-Center, um unsere LTE-Empfangs-und-in-W-LAN-umwandelboxen zu installieren. Nicht dass ich das nicht auch irgendwie hingekriegt hätte, aber er hat sogar gleich den Laptop entsprechend eingerichtet. Besonders super war, dass wir so auch unsere Telephonnummer herausgekriegt haben, denn das entsprechende Briefchen ist hier natürlich* noch nicht erschienen.

Weitere Projekte widmeten sich vor allem dem Ziel, bald die Arbeitsplatten ausmessen zu können. Zu diesem Behufe schraubte und klebte ich heute weitere Unterschränke zusammen. Besonders toll: Akkuschrauben. Gebt mir alle IKEA-Schränke der Welt, ich mach die Akkuschrauberei. Kleben, dübeln, festhalten, das können ruhig andere machen. Und die Beine ranschrauben auch. Schrank Nr.1: kein Problem, nach 10 Minuten waren alle Beine fest vertäut. Aber ach, Schrank Nr.2: Wie oft ich die Schrauben wieder aufgehoben habe, wie rillig die Fingerkuppen der schraubenhaltenden Hand waren, wie unchristlich die Flüche ausgerechnet an einem katholischen Feiertag (naja, ich bin eh eher evangelisch heidnisch ;-)) ausfielen, das wird hier fein säuberlich verschwiegen. Aber dann Schrank Nr.3: keine 10 Minuten, und die Beinchen waren dran. Muss also am Schrank Nr.2 gelegen haben, wie ich, meine Profession auf mich selbst anwendend, external attribuierend resümiere.

* Mülltonnen sind inzwischen eingetroffen, obwohl ich bei ihrem Anblick zum Kapitän meinte, wenn das die großen sind, dann möchte ich nicht wissen, wie kleine Mülltonnen aussehen. Die müssten ja jeden Tag abgeholt werden. Was fehlt noch: Duschabtrennung. Sie steht zwar schon da, ist aber so unfassbar hässlich und dysfunktional*, dass wir schon überlegen, eigeninitiativ einzugreifen. Briefkasten „ist bestellt“, heute trug mir der Postbote die Post nach oben, u.a. mit diesem Büchlein. Stromzähler soll auch demnächst aufschlagen. Balkon ist so ein Projekt (da man aber hier eh nicht mehr draußen sitzen kann und der Balkon an sich ja in Form einer dachpappengedeckten Fläche vorhanden ist, ist das eines unserer geringeren Probleme). Oben passen die Türen nicht und werden irgendwie umgetauscht, d.h. entweder schlafen wir irgendwann oben ohne Tür (kann ich eigentlich nicht), oder wir können unten das „kleine“ Zimmer noch nicht einrichten, weil wir dort schlafen (will ich eigentlich auch nicht). Vor dem Haus bekommen wir einen VIP-Fahrradanschließbügel einbetoniert, so dass man nicht immer die Räder in die Holzhütte hinterm Haus schlüren muss, die wir ebenfalls noch bekommen, damit wir Grille, Räucheröfen und sonstige Zivilisationsprothesen nicht im Regen stehenlassen müssen.

*diese Art dreigeteilter Plastescheiben mit künstlichem Wassertropfenrelief, in deren Schienen immer Wasser steht und die daher immer leicht gammelig sind.

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