609060

Vielen Dank an dasnuf, wo ich nicht nur wie immer herzerfrischende tweets vorfand (von dort geklaut: Chuck Norris kann Berliner Flughäfen fertigstellen :-p), sondern auch einen Hinweis auf die Aktion 609060, die beinhaltet, dass v.a. Damen sich selbst in ihrer Alltagskleidung photographieren, meist vor irgendeinem Spiegel. Ich finde das toll,  auch wenn ich wegen massiver instagram-twitter-facebook-Verweigerung dort nicht weiter teilnehmen werde. Es nervt mich jedenfalls auch, dass erstens die öffentlich zur Schau zwecks Werbung für irgendeinen belanglosen Gegenstand oder als Bestandteil eines Films gezeigten Damen i.a.R. schmal und hoch sind und gleichzeitig niemals Probleme mit der Passform der Garderobe haben. Zweitens, wenn sie das nicht sind, haben sie meistens keinen Partner und das Haus voller halbwüchsiger Kinder. Drittens, Konfektion für Frauen orientiert sich ausschließlich an einer angeblichen Normalfigur, die keineswegs die einzige ist. Beispiel? Levis hat seit einigen Jahren eine Linie herausgebracht, die sich angeblich an den verschiedenen Figurtypen von Frauen orientiert und entsprechend drei verschiedene Schnittformen kombiniert mit drei verschiedenen Beinformen feilbietet. Realitär sieht die Sache aber so aus, dass es für Frauen mit schmalen Beinen und wenig Arsch, aber „Rettungsring“, also Bäuchlein, keine Schnittform gibt, obwohl diese Körperformung nach eigener Anschauung nicht eben selten ist. Jedenfalls in Mecklenburg. Aber da kann sich auch keiner eine Levis leisten. Egal, ich werde anekdotisch. Beruflich versuche ich gerade einer Praktikantin die verschiedenen Standardwerte unter einer Normalverteilungskurve zu erklären, die allesamt auf eins hinauslaufen: Ca. 64% der Bevölkerung befinden sich bei normalverteilten Maßen (z.B. Intelligenz) im normativen Bereich. Das ist eine ganze Menge. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass 64% der Frauen Größe 36 tragen. Insofern verdient eine Aktion wie 609060 absoluten Respekt, denn sie demonstriert eindrücklich die Normalität von Frauenkörpern mit den Kleidergrößen 34-46 (und das soll nicht heißen, drüber und drunter sei unnormal – es ist nur deutlich seltener). Es wäre wünschenswert, wenn sich die Schnitte der Konfektionsbekleidungen an dieser banalen Feststellung etwas stärker orientieren könnte.
In diesem Zusammenhang fällt mir natürlich die eben von Brigitte verkündete Abkehr von den Laienmodels und entsprechende Rückkehr zu (vermutlich wieder schmalen) Profimodels ein. Was insgesamt dazu geführt hat, ist vielleicht egal, aber interessant die Begründung der Brigitte: Die Leserinnen hätten beim Anblick der (natürlich trotzdem irgendwie hübschen und evtl. retuschierten) Laienmodels noch stärkeren Druck in puncto Aussehen verspürt. Wow. Darauf muss man erstmal kommen.

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