Wenn es nicht laut ist, ist es keine Arbeit

Dieses uralte Prinzip von Bauarbeitern und Gerüstbauern wird heutzutage, wo man ja eher einen Niedergang des Handwerks beklagen könnte, auf viele Bereiche ausgedehnt.

Zum Beispiel auf den sensiblen Bereich der Laubentfernung. Traditionell wartete man die Entlaubung der Bäume ab, schulterte dann einen sogenannten Laubbesen, der sich für die anstehende Arbeit meist besser eignete als eine handelsübliche Harke, und rechte das Laub zu großen Haufen. Manche Gutmenschen ließen die Haufen dann einfach im Graten liegen, damit sie von Igeln zum Überwintern ausgesucht werden konnten. Problem hierbei waren die früher häufig auftretenden Herbststürme, die alsbald halberfrorene Igel freilegten. Andere Nichtsogutmenschen zündeten die Haufen später einfach an, was gelegentlich verbrannte Igel freilegte.

Heutzutage interessiert sich niemand mehr für Igel und lärmfreundliche Laubrecherei. Wenn man nichts hört, wird nicht gearbeitet. Aus diesem Grunde wurde bereits vor einigen Jahren der Laubpuster erfunden, wobei es niemanden gibt, der einem schlüssig erklären kann, warum Laub gepustet werden müsste. Nun, inzwischen gibt es sogar eine Art Rasenmäher, die nicht Rasen mäht, sondern Laub verschwinden lässt. Es versteht sich von selbst, dass diese Art Landschaftsparkbewältigungsmaschine mindestens genauso laut ist wie ein handelsüblicher Benzinrasenmäher und vorzugsweise alle zwei Tage den Rasen vor meinem Fenster vom Laub befreit. Leider werfen die daraufstehenden Bäume nicht ein für alle mal ihr Laub ab, sondern in Ermangelung von Herbststürmen immer mal wieder so ein bisschen. Trotzdem frage ich mich, warum die Lärmungetüme nicht einfach Ende November einmal eine Runde drehen können, und gut ist. Müssen sich die Geräte in irgendeiner Weise rentieren? Werden für geheimnisvolle Zwecke laubbefreite Wiesen benötigt? Man weiß es nicht. Nur der Lärm sagt mir: Es ist auf jeden Fall Arbeit.

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