Nachtrag noch vom Wochenende:

Ja, ich wohne wirklich da, wo andere Urlaub machen, und ich selber kann dadurch auch ganz prima Urlaub machen! Ich muss gar nicht wegfahren (und vor allem keinen Urlaub nehmen)  und kann mich trotzdem an den Strand legen oder ein Fischbrötchen essen, das so frisch ist, dass der Matjes quasi noch selbst draufgesprungen ist. Ja, ich esse fast rohen Fisch mit alten Salatblättern oder wahlweise Gurken, obwohl ich in einer, wie sich mein Versicherungsheini ausdrückte, „Hochrisikoregion“ wohne und auch in unserer Klinik schon die Flure vollstehen mit Leuten, die den Empfehlungen der deutschen Ernährungsdiktaturgesellschaft folgten und und fünfmal täglich frisches Obst oder Gemüse aßen. Aktuell sind es ja Gurkenreste aus einer magdeburger Mülltonne. Egal, es gibt andere, wahrscheinlichere Lebensrisiken. Zum Beispiel einen Auffahrunfall zu erleiden, weil man, wie mein Versicherungsheini, ganz prag an einer roten Ampel zum stehen kommt. Gut, das kann mir auch nicht passieren, da ich ja mit dem vermutlich sichersten Verkehrsmittel Norddeutschlands zur Arbeit fahre, oder wie viele Fährunglücke hat Rostock schon gesehen? An roten Ampeln halte ich an, und ansonsten habe ich bei den Wegen zur Fähre und von der Fähre weg keinen Autokontakt. Also theoretisch kann ich mir keinen besseren Arbeitsweg vorstellen. Vielleicht sollte ich doch keine Tomaten aus Barth mehr essen?

Ich bin auch Molli gefahren am Sonntag, das ist eine 125 Jahre alte Bäderbahn, die mit Dampfkraft Kühlungsborn an das moderne Eisenbahnnetz zwischen Wismar und Rostock anschließt und dabei ordentlich durch den Küstenwald dampft und faucht, aber auch in Bad Doberan die „Molli-Straße“ vollqualmt, die inzwischen Fußgängerzone ist (in meiner zwanzig Jahre alten Erinnerung war das noch eine Hauptverkehrsstraße, naja). Interessanterweise ging es trotz der gefühlten Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h deutlich schneller, von Kühlungsborn Ost nach Bad Doberan zu gelangen, als dann von dort die schlappen 15 Kilometer, die es mit dem Rad sind, nach Rostock. Der Zug kam nämlich gleich gar nicht, war erst mit 30, dann 60 Minuten Verspätung ohne jegliche Angabe von Begründung oder Informationen für „Anschlussreisende“ angegeben und kam dann nach ungefähr 75 Minuten ohne jede Begründung. Gelaufen wär man nicht in der Zeit… aber an jenem Tage waren wir ohne Fahrrad unterwegs.

Also: Komme an die See mit der Eisenbahn, aber wenn Du der See nahe- und trotzdem auch nach Hause kommen willst, bring Dein Rad mit. Sicherheitshalber. Dann musst Du Dich auch nicht stressen, wenn die Würstchen vor Sonnenuntergang gegrillt sein wollen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter lästerei veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s