Nur vier Jahre?

Die Staatsanwaltschaft in Mannheim fordert für JK tatsächlich vier und ein paar zerquetschte Jahre Haft wegen schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung, und begründet ihr damit drunter unterm Mindestsatz bleiben mit dem ohnehin zerstörten Privat- wie Berufsleben des Angeklagten*.

Die vielen, jeweils sehr teuren Gutachten, die sich zusammengefasst auf höchstens „man weiß es nicht“, zum Teil aber sogar auf „so wie dargestellt kanns nicht gewesen sein“ einigen, werden elegant ignoriert.

Warum während des Prozesses die Öffentlichkeit mehr aus- als eingeschlossen war (um das mutmaßliche Opfer zu schützen), wenn die Staatsanwaltschaft im Plädoyer diverse intime Details zum Besten gibt (die dem Wutanfall vom Verteidiger nach zu schließen eher den Angeklagten bloßstellten), bleibt genauso ein Rätsel wie der Umstand, dass die einzige Zeugin des Geschehens, nämlich die Nebenklägerin, auch für die nicht ganz blöde Staatsanwaltschaft (eigene Angabe) offensichtlich in ihrem Aussageverhalten nicht ganz wahrheitsgetreu gewesen sein mag, was sich aber nicht auf die Bewertung des geschilderten Sachverhalts auswirkt.

Da die Staatsanwaltschaft verpflichtet ist, in alle Richtungen, auch in die der Angeklagtenentlastung zu ermitteln, hätte es ihrem Ansehen auch nicht geschadet, wenn sie diesem rechtsstaatlichen Ansinnen gefolgt wäre. Stattdessen ignoriert sie sowohl die mangelhafte Beweislage als auch die unschlüssigen Gutachten und argumentiert einzig auf der Grundlage der Aussage des mutmaßlichen Opfers, das nach- und zugegebenermaßen bereits umfänglich gelogen hat.

Es scheint gerade modern zu sein, das, was gestern noch als Kavaliersdelikt durchging („der Rock WAR aber auch kurz!“), heute groß und öffentlich zu verhandeln. Warum ist das so?

*Woran die Staatsanwaltschaft natürlich keinen Anteil hatte! In jedem Vergewaltigungsprozess ist es schließlich üblich, sämtliche verfügbaren Exfreundinnen anzuschlüren und ihnen womöglich in die Schweiz nachzureisen; dass die Zeuginnen für Geld im Boulevard ausbreiten, was sie vor Gericht hinter geschlossenen Türen berichteten, gehört ebenfalls einfach nur dazu. Wer Ironie findet, darf sie behalten.

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